Bundesverkehrsminister

Wissing will Schadensersatz von Scheuer wegen PKW-Maut-Desaster

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Wird Ex-Bundesverkehrsminister Scheuer nach der geplatzten PKW-Maut zur Kasse gebeten? Nachfolger Wissing leitet eine Untersuchung ein.

Berlin – Die geplatzte PKW-Maut könnte nun – rund vier Jahre nach ihrem Scheitern – Konsequenzen für den damals verantwortlichen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach sich ziehen. Sein Nachfolger Volker Wissing (FDP) hat angekündigt, mögliche Schadensersatzforderungen gründlich prüfen zu lassen. Insgesamt muss der Bund 243 Millionen Euro an die einst vorgesehen Betreiber zahlen.

Mögliche Schadensersatzforderungen gegen Scheuer: Wissing lässt „Maß der Fahrlässigkeit“ untersuchen

Bundesverkehrsminister Volker Wissing kündigte an, mögliche Schadensersatzforderungen gegen seinen Vorgänger Andreas Scheuer zu prüfen.

„Wir können die Akte bei 243 Millionen Euro nicht einfach beiseitelegen“, sagte Wissing der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Daher sollte man sich eine Forderung an Scheuer sorgfältig anschauen. „Wir lassen ein externes Gutachten erstellen, um Rechtsfragen zu klären. Das ist letztlich keine politische Frage, sondern eine rechtliche Frage. Dazu muss das Maß der Fahrlässigkeit untersucht werden“, so der FDP-Politiker.

Als Minister habe er auch die Vermögensinteressen der Bundesrepublik Deutschland zu wahren, sagte Wissing. „Und wenn es die Möglichkeit geben sollte, jemanden in Regress zu nehmen, dann wäre es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Regressforderungen durchgesetzt werden und nicht einfach die Akten in den Keller gelegt werden“. Zuvor hatte das Ministerium bereits grundsätzlich angekündigt, mögliche Regressforderungen gegen Scheuer zu prüfen.

Muss Scheuer für finanzielle Schäden durch PKW-Maut haften? Wissing: „Das muss man sich anschauen“

„Das Gutachten wird es uns ermöglichen, mit gutem Gewissen zu sagen, aus welchem Grund in diesem konkreten Fall ein Regress möglich oder nicht möglich ist“, so Wissing. Es stünde außer Frage, dass ein Schaden entstanden sei: „Den kann man ja präzise beziffern. Für eine rechtliche Verantwortung und damit einen Regress müssen aber noch weitere Voraussetzungen vorliegen“. Das externe Gutachten solle diese herausarbeiten und dann prüfen, ob sie im konkreten Fall vorliegen, hieß es vom Bundesverkehrsminister.

So müsse beispielsweise herausgefunden werden, ob es eine rechtliche Grundlage für die Regressforderung gegen Scheuer gibt. „Das muss man sich anschauen. Aber ich möchte mich nicht dem Vorwurf aussetzen, das nicht mit aller Sorgfalt getan zu haben“, machte Wissing klar. „Dann wissen wir alle Details und können dann auch der Öffentlichkeit erklären, warum wir so oder so entscheiden und können uns dann auch auf eine externe Bewertung beziehen“. Dies sei eine Frage der Sorgfalt. Bis das Gutachten fertig sei, werde es noch etwas dauern

PKW-Maut-Desaster: Schadensersatzforderungen gegen Andreas Scheuer gelten juristisch als schwierig

Juristisch gilt eine Regressforderung gegen Andreas Scheuer jedoch als schwierig. 2019 schrieb der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einer Analyse, dass der Artikel 34 des Grundgesetzes zwar die Möglichkeit des Staates vorsehe, in Fällen von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit Regress beim „handelnden Amtswalter“ zu nehmen. Dafür benötige es jedoch ein entsprechendes Gesetz oder eine vertragliche Grundlage. Bei Bundesbeamten liege eine solche Regelung vor, das für Bundesminister einschlägige Bundesministergesetz sehe eine solche Möglichkeit jedoch nicht vor.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
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Robert Habeck auf Deutschlandtour.
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Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
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Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
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Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Urteil des EuGH stufte PKW-Maut als rechtswidrig ein – Betreiber forderten 560 Millionen Euro

Die PKW-Maut – ein Prestigeprojekt der CSU in der damaligen Bundesregierung – war nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) als rechtswidrig eingestuft und gestoppt worden. Zentraler Knackpunkt war, dass dem Modell zufolge nur inländische Fahrer für Mautzahlungen voll bei der Kfz-Steuer entlastet werden sollten. Scheuer hatte die Betreiberverträge bereits Ende 2018 abgeschlossen, noch bevor endgültige Rechtssicherheit beim EuGH bestand.

Nachdem der Bund in der Folge die Verträge mit den Betreibern gekündigt hatte, forderte die Betreiberseite zunächst rund 560 Millionen Euro Schadensersatz. Nach einem Schiedsgericht verständigte man sich auf Zahlungen in Höhe von 243 Millionen Euro. Die damalige Opposition warnte in der vergangenen Wahlperiode bereits vor Kosten in Millionenhöhe, die das Scheitern der Maut nach sich ziehen würde.

PKW-Maut-Desaster: Untersuchungsausschuss konnte Scheuer keine Lüge oder Manipulation nachweisen

Andreas Scheuer beteuerte nach der geplatzten PKW-Maut, dass er rechtmäßig gehandelt habe.

Auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestags befasste sich in der letzten Legislaturperiode mit dem Scheitern der Maut und den daraus resultierenden finanziellen Folgen. Scheuer habe gegen Haushalts- und Vergaberecht verstoßen, so der Vorwurf der Oppositionellen. Einige Politiker, wie beispielsweise der heutige NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne), forderten Scheuers Rücktritt.

Fazit des Berichts des Untersuchungsausschusses

► Es habe zwar Indizien gegeben, dass das Projekt EU-rechtskonform gewesen sei, dem dennoch weiterhin bestehenden Risiko, auch eines vollständigen Scheiterns der Pkw-Maut vor dem EuGH, hätte in der Risikoabwägung jedoch „eine größere Bedeutung zukommen müssen“, hieß es in dem Bericht. Dies betreffe insbesondere auch die finanziellen Folgen einer Kündigung allein aus ordnungspolitischen Gründen.

► Die Entscheidung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, den Betreibervertrag vor dem EuGH-Urteil zu unterzeichnen, bezeichnete der Untersuchungsausschuss als „vertretbar“. Er weist jedoch darauf hin, dass auch eine spätere Unterzeichnung rechtlich möglich gewesen wäre.

► Zeugen gaben in dem Ausschuss an, dass es ein Angebot der vorgesehenen Betreiber gegeben habe, mit der Vertragsunterzeichnung bis nach dem Urteil zu warten. Diese Frage konnte der Ausschuss nach eigenen Angaben nicht klären.

► Auch eine „Lüge, bewusste Verheimlichung oder Manipulation“ konnte Scheuer oder seinem Ministerium nicht „glaubhaft nachgewiesen“ werden, heißt es in dem Fazit des Berichts.

► Kritische bewertete der Ausschuss haushaltsrechtliche Fragen, insbesondere, dass „die haushaltsrechtliche Prüfung im Dezember 2018 unter hohem Zeitdruck stattfand“.

► Der Untersuchungsausschuss gibt in seinem Fazit an, dass ein Verstoß gegen das Vergaberecht „mit letzter Sicherheit“ weder entkräftet noch bestätigt werden konnte.

Quelle: Bundestag

Der CSU-Politiker beteuerte wiederum, rechtmäßig gehandelt zu haben und wies alle Vorwürfe zurück. Gegenüber den Zeitungen der Mediengruppe Bayern beteuerte Scheuer, dass er den Unmut „gut verstehen“ könne, die Maut aber „weder ein alleiniges CSU- noch ein Scheuer-Projekt“ gewesen sei. (mg, mit dpa)

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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