Was ist mit Cola-Light?

Wir beantworten 5 Fragen zur Zuckersteuer, die dir wie Poprocks auf der Zunge kribbeln

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Auch in Deutschland ist eine Abgabe für Softdrinks sinnvoll, belegt eine neue Studie. Aber wie funktioniert die eigentlich?

Während es in vielen anderen Ländern eine Zuckersteuer auf Getränke gibt, überlässt es Deutschland den Herstellern selbst, wie teuer sie ihre gezuckerten Softdrinks anbieten. Eine neue Studie zeigt, wie viel Geld der Bund durch solch eine Steuer sparen würde und welche weiteren Vorteile sie hätte.

Doch was genau ist eine Zuckersteuer? BuzzFeed News Deutschland beantwortet 5 Fragen, die dir wie süße Poprocks auf der Zunge kribbeln (wenn du aus der Generation Z stammst oder ein Millennial bist, dann kennst du das Knister-Granulat bestimmt.)

In Deutschland gibt es keine Zuckersteuer auf Softdrinks wie Apfelschorle und Coca-Cola. Wie sinnvoll das sein könnte, zeigt eine neue Studie.

1. Was ist eine Zuckersteuer?

Bei einer Zuckersteuer verlangt der Staat (in unserem Fall die deutsche Regierung) von Unternehmen mehr Abgaben, wenn ihre Produkte viel Zucker enthalten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine solche Steuer auf zuckerhaltige Getränke.

Gäbe es in Deutschland so eine Steuer, müsste ein Unternehmen wie „The Coca-Cola Company“ die Coke teurer anbieten, was in der Theorie die Nachfrage senken und den Zuckerkonsum der Bevölkerung reduzieren würde. Auch Maßnahmen wie ein Werbeverbot für Süßigkeiten zielen darauf ab.

2. Wie viel Geld würde eine Zuckersteuer in Deutschland einsparen?

Laut der neuen Studie, die im Fachmagazin „PLOS Medicine“ veröffentlicht wurde, würde eine Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke in Deutschland allein innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte bis zu 16 Milliarden Euro einsparen.

Auch weil zahlreiche Erkrankungen vermieden würden, die das Gesundheitssystem belasten und für schockierende Zustände in Notaufnahmen sorgen. Denn zuckrige Getränke gelten als wesentliche Treiber für Übergewicht (auch bei jungen Menschen) und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

3. Wie hoch müsste so eine Zuckersteuer sein?

Die WHO empfiehlt eine Sondersteuer von mindestens 20 Prozent auf zuckerhaltige Getränke. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, so eine Zuckersteuer umzusetzen.

  1. Die Steuer ist unabhängig vom Zuckergehalt des Getränks. Auf Cola (etwa elf Gramm Zucker pro 100 ml) und Apfelschorle (etwa fünf Gramm Zucker pro 100 ml) fällt bei solch einer Steuer die gleiche Abgabe an. Diese Art von unabhängiger Steuer führt laut internationalen Studien vor allem zu einer verringerten Nachfrage nach Softdrinks.
  2. Die Steuer ist abhängig vom Zuckergehalt des Getränks. Auf Cola (etwa elf Gramm Zucker pro 100 ml) fällt so eine höhere Abgabe an, als auf Apfelschorle (etwa fünf Gramm Zucker pro 100 ml). Diese Art von abhängiger Steuer führt laut Expert:innen dazu, dass Hersteller die Rezepturen der Getränke verändern.

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4. Wie teuer würden Cola und Apfelschorle mit einer Zuckersteuer werden?

Wie teuer Softdrinks mit einer Zuckersteuer werden würden, hängt davon ab, ob eine von der Zuckermenge unabhängige oder abhängige Steuer eingeführt würde. Für Cola und Apfelschorle könnte das dann so aussehen:

  1. Nehmen wir an, Deutschland führt eine unabhängige Zuckersteuer von 20 Prozent ein. Dann kosten beide Produkte im Einzelhandel wahrscheinlich 20 Prozent mehr (so wie auch die wieder erhöhte Mehrwertsteuer von 19 Prozent in der Gastro an uns weitergeben wird). Coca-Cola bei Rewe (Pack mit 4 × 1,5 Liter) kostet mit solch einer Zuckersteuer dann 8,59 Euro statt 7,16 Euro. Apfelschorle von Ja! (4 × 1,5 Liter) nicht mehr 3,96 Euro, sondern 4,75 Euro.
  2. Nehmen wir an, Deutschland führt eine gestaffelte Zuckersteuer wie in Großbritannien die „Soft Drinks Industry Levy“ ein. Ab fünf Gramm pro 100 ml müssen Hersteller umgerechnet 21 Cent pro Liter zahlen. Ab acht Gramm pro 100 ml etwa 28 Cent pro Liter. Coca-Cola bei Rewe (Pack mit 4 × 1,5 Liter) ist mit solch einer Zuckersteuer dann 1,68 Euro teurer. Apfelschorle von Ja! (4 × 1,5 Liter) kostet 1,26 Euro mehr.

Wir haben uns auch die Mehrwertsteuererhöhung in der Gastro angeschaut. So teuer werden Schnitzel und echt weitere Restaurant-Klassiker kommendes Jahr.

5. Was ist eigentlich mit Cola Light?

Wie der Name schon sagt, gilt eine Zuckersteuer für Zucker. Süßstoffe wie Stevia oder Aspartam (der in Coca-Cola Light verwendet wird) zählen nicht dazu. In Großbritannien weichen Getränkehersteller seit der Zuckersteuer deswegen vermehrt auf sie aus.

Beide Stoffe gelten zwar in Maßen als unbedenklich, Kritiker:innen befürchten jedoch, dass sich gerade Kinder an den süßen Geschmack gewöhnen. Und: Stoffe wie Aspartam gehören zu den Dingen, die „möglicherweise krebserregend“ sind. Ein weiterer Grund, warum manche Mediziner:innen und auch Politiker:innen wie Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) eher für eine „gesunde Mehrwertsteuer“ sind, als Zucker per Zuckersteuer zu verbannen.

Mehr zum Thema: Was steckt eigentlich hinter einer „Übergewinnsteuer“? Ein Ökonom klärt auf

(Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Oliver Hardt/IMAGO, Pond5 Images/IMAGO, Collage

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