Auf Hygiene achten

Niemals nur ein Handtuch für den Körper verwenden – und wann Sie es wechseln sollten

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Es kommt nach jedem Duschen und Händewaschen zum Einsatz: das Handtuch. Aber bitte nicht nur eins für den ganzen Körper, rät ein Hygieneexperte.

In nahezu keinem deutschen Haushalt fehlt es an dem geliebten Stück Stoff: dem Handtuch. In Bad und Toilette ist es als unverzichtbares Utensil des täglichen Lebens nicht wegzudenken. Wie selbstverständlich wird nach dem Duschen und Händewaschen danach gegriffen. Einmal verwendet, bleiben Handtücher oft feucht am Handtuchhaken hängen, wo sie schlecht trocknen können, ähnlich dem vermeintlich unhygienischen Waschlappen – ideale Bedingungen für Keime und Erreger. Was Sie dagegen tun können, verrät ein Hygieneexperte.

Extra Handtücher für Gesicht und Füße verwenden

Nicht nur für die Hände sollte ein separates Handtuch verwendet werden.

Es muss doch reichen, das Handtuch wie die Bettwäsche alle zwei Wochen zu wechseln? Achim Wiehle, Experte für Hygiene, empfiehlt gegenüber dem SWR, gerade Handtücher, mit denen die Hände und das Gesicht getrocknet werden, wesentlich häufiger gegen ein frisches auszutauschen. Auch beim Abtrocknen der Füße ist Vorsicht geboten: am besten ein extra Handtuch für die Füße verwenden. Fußpilz ist eine weit verbreitete Infektion, die durch Pilze verursacht wird – in feuchter Umgebung gedeihen diese besonders gut. Indem Sie mit einem separaten Handtuch Ihre Füße abtrocken und es regelmäßig wechseln, minimieren Sie das Risiko einer Übertragung von Pilzsporen auf andere Körperteile.

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Haare und Kopfhaut richtig pflegen: 11 einfache Tipps helfen

Eine Person duscht sich
Gesundes Haare startet mit der Pflege der Kopfhaut. Das passende Shampoo ist dafür unerlässlich – insbesondere für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut. © Annette Riedl/picture alliance/dpa
Eine junge Frau steht unter der Dusche.
Es empfiehlt sich, die Haare nicht mehr als zweimal pro Woche zu waschen. Personen mit tendenziell fettiger Haut und folglich auch fettigem Haar können zwar öfter zur Haarwäsche greifen, jedoch sollten laut Experten nicht weniger als zwei Tage zwischen den Wäschen liegen. Es ist zudem wichtig, das Shampoo gründlich auszuspülen, um die Kopfhaut nicht zu reizen. © Panthermedia/IMAGO
Haare waschen
Haare sollten nicht nur eher selten gewaschen, dabei auch nicht mit zu heißem Wasser abgespült werden. Zu hoch-temperiertes Wasser fördert trockene und juckende Kopfhaut und kann das Haar spröde machen. Wählen Sie eher eine lauwarme Wassertemperatur. © Madhourse/Imago
Shampoo auf die Hand geben
Weniger Shampoo reicht aus, um Kopfhaut und Haare zu waschen. Die meisten Produkte sind sehr ergiebig, sodass man mit rund ein bis zwei Teelöffel eine optimale Reinigung erzielt. © BetterTomorrow/Imago
duschgel
Für die richtige Pflege der Haare empfiehlt es sich nicht, regelmäßig 2 in 1-Produkte wie Duschgel und Shampoo in einem zu verwenden. Gerade bei fettigen Haaren kann sich durch rückfettende Substanzen, die häufig in Duschgel enthalten sind, weniger der gewünschte Frischeeffekt zeigen – die Haare wirken dadurch nach der Wäsche eher strähnig. © Shotshop/Imago
Frau kämmt nasse Haare
Achten Sie für eine schonende Pflege darauf, die Haare richtig zu kämmen. Gerade bei nassen Haaren sollte statt einer groben Bürste eher ein feiner Kamm verwendet werden. Für lange und füllige Haare empfiehlt sich ein großer, breit-zinkiger Kamm. Setzen Sie beim Kämmen vorsichtig im Haar an und gehen in kleinen Schritten von oben nach unten. © Westend61/Imago
Frau trocknet Haare mit Handtuch
Nach dem Waschen die Haare nicht trocken rubbeln, vielmehr zunächst sanft das Wasser auswringen und anschließend mit dem Handtuch trocken tupfen. © Dreamstime/Maksymiv7/Imago
Frau mit Handtuch um die Haare
Gerade langes Haare kann mittels Handtuch-Turban gut vorgetrocknet werden, um die Zeit des Föhnens zu verkürzen. Das schont gerade feines Haar. © Dreamstime/Photoboyk/Imago
Frau föhnt Haare
Die Haare besser nicht zu lange und auf zu hoher Stufe föhnen, da heiße Luft das Haar strapaziert und spröde sowie stumpf aussehen lässt. Es empfiehlt sich, die Temperatur am Gerät nach unten zu regeln – die meisten Geräte verfügen heutzutage über einen entsprechenden Kippschalter. Besser ist es sogar, die Haare so gut es geht an der Luft trocknen zu lassen. © Dreamstime/Citallian/Imago
Frau flechtet Zopf
Gerade bei vollem und langen Haar kann es besser sein, sich diese vor dem Schlafengehen zusammenzubinden. Entweder mit einem Haargummi – Achtung, nicht zu fest, um Haarbruch zu vermeiden – oder mittels lose geflochtenem Zopf. Dadurch können die Haare besser gebändigt werden und lassen sich am nächsten Morgen auch leichter kämmen. © Nakedking/Imago
Haarspitzen schneiden
Um trockene Haarenden, Haarbruch und Spliss zu vermeiden, sollten Sie sich – je nach Frisur – in regelmäßigen Abständen die Spitzen schneiden oder vom Friseur schneiden lassen. © dolgachov/Imago

Da die Gesichtshaut noch empfindlicher und häufig anfälliger für Infektionen ist, sollte auch dafür ein separates Handtuch verwendet werden, um die Übertragung von Keimen und Hautproblemen zu vermeiden. Bakterien, Schmutz und abgestorbene Hautzellen können sich auf einem Handtuch sammeln und bei Kontakt mit dem Gesicht zu Hautproblemen wie Akne führen.

Wie oft sollten die Handtücher gewechselt werden?

Selbst wenn ein Handtuch oberflächlich sauber erscheint, können sich darauf gefährliche Keime ansammeln. Insbesondere Handtücher, die im Badezimmer oder in der Nähe der Toilette verwendet werden, kommen regelmäßig mit Fäkalbakterien in Kontakt. Dies ist besonders problematisch, wenn mehrere Personen dasselbe Handtuch benutzen. Die Bakterien vermehren sich schnell, vornehmlich wenn das Handtuch feucht ist, was zu einer potenziellen Gesundheitsgefahr möglicherweise durch Durchfallerreger führen kann.

Das regelmäßige Wechseln von Handtüchern ist entscheidend, um eine Ansammlung von Keimen zu vermeiden. Der Experte für Hygiene, Achim Wiehle, spricht folgende Empfehlungen aus:

  • Handtuch für die Hände: Ein Handtuch, das in der Nähe der Toilette hängt oder von mehreren Personen im Haushalt genutzt wird, sollte im besten Fall täglich gewechselt werden – besonders, wenn es durch das Händeabtrocknen feucht ist. Erst recht gilt dies, wenn Gäste das Handtuch verwenden – tauschen Sie nach jedem Gästekontakt das gebrauchte gegen ein frisches Handtuch aus.
  • Handtuch für das Gesicht: Für das Gesicht sollte ein extra Handtuch verwendet werden, das mindestens einmal pro Woche erneuert wird. Achten Sie auch darauf, dass es möglichst nicht in unmittelbarer Nähe der Toilette aufgehängt wird, da über Mund und Nase Keime schneller übertragen werden können. 
  • Dusch- und Badehandtuch: Alle Personen eines Haushalts sollten ein eigenes Dusch- beziehungsweise Badehandtuch verwenden – Haut abtupfen, nicht rubbeln – das jeweils alle drei bis fünf Tage gegen ein frisch gewaschenes ausgetauscht wird. Damit das in der Regel große Handtuch gut trocknen kann, im besten Fall ausgebreitet auf die Heizung oder einen Handtuchständer legen.

Bei wie viel Grad werden Handtücher gewaschen?

Handtücher aus Baumwolle und Mischgewebe sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um Keime und Bakterien abzutöten.

Die Verwendung separater Handtücher für Gesicht und Füße sowie das regelmäßige Wechseln sind einfache Maßnahmen, die einen großen Einfluss auf Ihre Gesundheit haben können. So schützenn Sie sich und Ihre Haut vor Infektionen und Irritationen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Adam Gregor/Imago

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