Schonende Hautreinigung

Sich mit dem Waschlappen waschen statt zu duschen: Ist das hygienisch?

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Waschen mit dem Waschlappen ist Katzenwäsche? Von wegen! Warum man öfter zum kleinen Frotee-Tuch greifen sollte und welche Hygiene-Regeln dabei gelten.

In Zeiten, in denen Warmwasser jederzeit und in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht, scheint der Waschlappen etwas altmodisch daherzukommen. Dabei wird die Wasch-Methode unterschätzt: Sie spart nicht nur Wasser und Zeit, sondern schont auch die Haut. Denn der Waschlappen säubert gezielt die Körperstellen, die eine Reinigung benötigen, während die restliche Haut geschont wird. Tägliches Duschen ist dagegen in vielen Fällen überflüssig und kann empfindliche und trockene Haut reizen. Das gilt auch für die Kopfhaut, die tägliches Haarewaschen oft nicht verträgt.

Waschen mit dem Waschlappen schont die Haut

Ein Waschlappen reinigt gezielt verschmutzte Körperstellen, schont die restliche Haut und spart Wasser (Symbolbild).

Für viele Menschen gehört die tägliche Dusche zum Ritual. Entweder morgens, um richtig wach zu werden oder abends, um sich den Schweiß und die Anspannung des Tages „vom Leib zu waschen“. Doch dabei werden oft Fehler gemacht, etwa wenn zu heißes Wasser verwendet wird, sich nach der Dusche mit dem Handtuch kräftig abgerubbelt oder parfümierte Seife genutzt wird. Diese Gewohnheiten belasten die Haut unnötig und können sogar zu Rötungen und Irritationen führen, warnen Dermatologen. Und auch der Zeitpunkt der Dusche macht einen Unterschied: Während Allergiker sich abends unbedingt die Pollen aus den Haaren waschen sollten, bringt die morgendliche Dusche Morgenmuffel in Schwung.

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Aber wie sieht es mit dem guten alten Waschlappen aus? Ist er eine sinnvolle Alternative zum Duschen? Schließlich sprach sich Winfried Kretschmann, Ministerpräsident in Baden-Württemberg, in einem Interview mit der Südwest Presse 2022 dafür aus, aus Energiespargründen öfter mal zum kleinen Frottee-Tuch zu greifen. Die Empörung war groß, dabei ist der Vorschlag gar nicht so schlecht, wie die Hautärztin Yael Adler gegenüber Deutschlandfunk Nova erklärt. Denn der Haut tut übermäßige Körperreinigung nicht gut: „Die Evolution hat das so gemacht, dass sich die Haut quasi selbst reinigt“. Wer zum Waschlappen greift, schone das Schutzschild der Haut, die Hautbarriere. „Das findet die Haut an sich gut“, so Adler.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

Alternative zur Dusche: Wie hygienisch sind Waschlappen?

Und wie sieht es mit der Hygiene aus? Kein Problem, sofern man den Waschlappen gut austrocknen lässt, so die Expertin. Dann könne er auch zwei oder drei Tage benutzt werden. Denn Bakterien und Keime mögen es feucht. Durch das Trocknen wird ihnen die Lebensgrundlage entzogen. Das gilt übrigens auch für Handtücher. Außerdem sollten mindestens zwei Waschlappen zum Einsatz kommen: einer für den Po und einer für den Rest des Körpers.

Gebraucht werden die Waschlappen an fünf Körperstellen: dem Gesicht, dem Intimbereich, den Achseln, den Leisten, an der Polfalte und den Füßen. Die Haut am restlichen Körper kommt laut Experten mit zwei- bis dreimal duschen pro Woche aus. Wichtig ist, dass keine Seifenreste zurückbleiben – das kann die Haut reizen. Deshalb gilt: sparsam mit Waschsubstanzen sein und auf großzügiges Einschäumen verzichten (Schweiß und sogar Urin sind wasserlöslich).

Für eine schonende Hautreinigung sollten Duschgele und Seife nach Empfehlung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) außerdem frei von kritischen Substanzen sein. Darunter:

  • natürliche und synthetische Duftstoffe, Aromastoffe und ätherische Öle
  • als Kontaktallergene bekannte Konservierungs- und Farbstoffe
  • reizende Stoffe wie Natriumlaurylsulfat, Kolophonium, Lanolin, Azofarbstoffe, para-Phenylendiamin oder Parabene

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Das Eucerin pH5 Duschgel(werblicher Link) ist speziell für empfindliche Haut entwickelt und unterstützt mit seinem pH-Wert von 5 den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Es reinigt sanft ohne zu irritieren, spendet Feuchtigkeit und ist frei von Seifenstoffen und aggressiven Reizstoffen.

Nach dem Gebrauch sollten die Waschlappen bei 90 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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