VonLarissa Strohbuschschließen
Kater sind faul und die Kätzin zickig? Rund um die Charaktereigenschaften von Katzen ranken sich einige Geschlechtsstereotype. Welche sind wahr?
Sie sind auf dem Weg ins Tierheim und wollen eine Katze adoptieren. Währenddessen fragen Sie sich: Was wollen Sie eigentlich – Kätzin oder Kater? Und macht das überhaupt einen Unterschied? Seitens der Wissenschaft gibt es keine Studie, die dem jeweiligen Geschlecht bestimmte Charaktereigenschaften nachweist. In der alltäglichen Beobachtung gibt es aber sehr wohl einige Auffälligkeiten.
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Geschlechtsstereotype rund um Kater und Katze
Von Natur aus haben Katze und Kater einige Unterschiede, die sowohl ihren Körperbau als auch ihr Verhalten beeinflussen.
- Katzen bekommen Kitten und ziehen sie auf. Dafür gehen sie auf die Jagd – und das oft in Gemeinschaft. Im Zusammenleben mit dem Menschen gelten sie eher als eigensinnig und brauchen mehr persönlichen Raum. Sie sind geschickte Jägerinnen und lauern am liebsten einem flinken Spielzeug auf, wie der Katzenangel.
- Kater sind robuster als Katzen – das sieht man schon ihrem Körperbau an: Sie sind größer und kräftiger gebaut. Als unkastrierte Freigänger ziehen sie gerne tagelang durch die Gegend auf der Suche nach einer rolligen Kätzin. Dabei treffen sie auf Konkurrenten, mit denen sie sich zuweilen in die Haare bekommen. Das macht ihr Leben riskanter und senkt ihre Lebenserwartung. In der Wohnung rauft der Kater sich gerne mit Artgenossen, hält aber auch ein grobes Spiel mit Kindern aus. Er hat den Ruf, verschmuster und verfressener zu sein als sein weibliches Pendant. Dafür neigen unkastrierte Kater dazu, die Wohnung zu markieren. Dieses Verhalten hört auf, sobald die Geschlechtsdrüsen entfernt werden.
Grundsätzlich sind diese Beschreibungen allerdings nur stereotype Zuschreibungen. Auch eine Katze kann ein verschmustes Schoßkätzchen sein oder ein kleiner Raufbold – während der Kater sich vielleicht am liebsten scheu zurückzieht. Ausschlaggebend ist neben der genetischen Veranlagung die Erfahrung, die Katze oder Kater bereits als Kitten gemacht haben. Lernen sie den Menschen als Freund kennen und sind sie von klein auf daran gewöhnt, hochgenommen und geschmust zu werden, sind sie auch später eher dazu bereit. Eines verbindet beide Geschlechter: Kastriert werden sie sozialer und umgänglicher.
Katze und Kater zusammenführen – funktioniert das?
Katzen wollen am liebsten mindestens zu zweit leben. Doch wie suchen Sie einen Gefährten aus? Kater und Kater oder besser Kater und Katze? Meist verstehen sich Katzen des gleichen Geschlechts besser. Zwei Kätzinnen jagen und kuscheln miteinander, geben sich aber auch Freiraum. Zwei Kater können raue Spiele miteinander ab.
Das Zusammenleben von Kater und Katze kann funktionieren, wenn beide vom Charakter zusammenpassen. Es entstehen aber auch schnell unschöne Dynamiken, bei denen das zartere Katzenmädchen gemobbt wird: Oft mag die kleine Kätzin die wilden Spielattacken des Katzenjungens nicht. Dieser könnte auch dazu übergehen, sein Revier zu verteidigen und ihr dadurch keine Ruhe zu lassen.
10 Fragen, die Sie sich vor der Anschaffung einer Katze stellen sollten




Welche Katze passt zu mir? Junge oder Mädchen?
Bevor Sie nun also Ihre Katze (oder besser: Katzen) adoptieren, sollten Sie sich weniger die Fragen stellen: Katze oder Kater? Viel entscheidender ist die Frage: Wie leben Sie?
- Hat der Kater bei Ihnen Platz zum Streunen, die Katze zum Jagen?
- Wie viele Rückzugsorte hat ein schüchternes Tier?
- Gibt es Kinder im Haus, die vielleicht etwas gröber mit dem Tier umgehen?
- Wollen Sie ein Tier zum Schmusen oder lieber einen Spielkameraden?
Schließlich suchen Sie ein Tier aus, das in Ihr Leben passt. Das Geschlecht spielt zwar eine Rolle – schlussendlich ist es aber zweitrangig.
Rubriklistenbild: © Marina Demidiuk/IMAGO


