VonJulia Cuprakowaschließen
Die Aktivrente verspricht Flexibilität und Sicherheit. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen. Lohnt sich die Rente für Selbstständige?
Die Rente stellt für Selbstständige oft eine besondere Herausforderung dar. Deshalb suchen immer mehr Selbstständige nach Alternativen zur klassischen Altersvorsorge – und stoßen dabei auf die sogenannte Aktivrente. Das Konzept verspricht finanzielle Sicherheit im Alter, kombiniert mit Flexibilität und Eigenverantwortung. Doch was steckt hinter dem Modell? Wie funktioniert die Aktivrente – und für wen lohnt sie sich tatsächlich?
So funktioniert die Aktivrente – und wer derzeit ausgeschlossen ist
Die Aktivrente ist ein geplantes Modell der Bundesregierung, das Menschen im Rentenalter motivieren soll, freiwillig weiterzuarbeiten. Kernpunkte sind:
- Bis zu 2.000 € monatlicher Hinzuverdienst (also 24.000 € jährlich) bleiben steuerfrei – zusätzlich zum regulären Grundfreibetrag.
- Wer nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters weiterarbeitet und weiterhin Rentenbeiträge zahlt, erhöht zudem seine spätere monatliche Rente.
Nach aktuellem Stand richtet sich die Aktivrente hauptsächlich an Arbeitnehmer, die auch nach dem regulären Renteneintrittsalter weiter berufstätig bleiben. Diese profitieren sofort vom steuerfreien Hinzuverdienst und langfristig von einer höheren Rente durch zusätzliche Beitragszahlungen. Allerdings ist die Aktivrente laut Berichten von echo24.de nicht besonders sozial gerecht: Nur bestimmte Rentner sollen von der Aktivrente profitieren, während Selbstständige bislang ganz ausgeschlossen sind.
Milliardenausfall befürchtet: Darum sind Selbstständige außen vor
Laut Stern plant die Bundesregierung bislang, Selbstständige von der Aktivrente auszuschließen. Dieser Schritt stößt auf Kritik, da er zu einer deutlichen Ungleichbehandlung gegenüber angestellten Rentnern führen würde. Der Hintergrund: Würden auch Selbstständige in das Modell aufgenommen, müsste der Staat auf erhebliche Steuereinnahmen verzichten.
Schätzungen zufolge rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz steigend. Sollte sich die Regierung doch noch umentscheiden und Selbstständige vor dem geplanten Start am 1. Januar 2026 einbeziehen, stellt sich die Frage: Würde sich die Aktivrente für Selbstständige lohnen?
Aktivrente für Handwerker: Viel Einsatz, aber lohnt sich das Modell?
Selbstständige, etwa im zulassungspflichtigen Handwerk, sind in der Regel pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung. Im Unterschied zu Angestellten müssen sie jedoch den gesamten Rentenbeitrag allein stemmen – aktuell rund 372 Euro pro Monat, wie das Portal Für Gründer berichtet. Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags.
Nutzt ein selbstständiger Handwerker die Aktivrente und arbeitet nach dem regulären Renteneintritt weiter, darf er seinen Hinzuverdienst – 2.000 Euro monatlich – steuerfrei behalten. Das ergibt einen zusätzlichen Netto-Zugewinn von 24.000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig führen die weiteren Rentenbeiträge zu einer lebenslangen Rentensteigerung – genau wie bei Angestellten.
Allerdings zahlt der Handwerker dafür den doppelten Beitrag – ohne Arbeitgeberanteil. Für dieselbe Rentensteigerung muss er also doppelt so viel investieren wie ein abhängig Beschäftigter. Das macht die entscheidende Frage umso relevanter: Wie lange muss er nach Renteneintritt noch leben, um seinen Einsatz durch die höhere Rente wieder auszugleichen? Rein theoretisch muss ich doppelt so lange Rente beziehen, bis sich die Einzahlung in die Rentenkasse für ihn gelohnt hat.
Rubriklistenbild: © Sascha Steinach/Imago

