Bio-Produkte und Co.

Reform bei Aldi Süd: Gesündere Eigenmarken und mehr vegane Artikel geplant

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Aldi Süd will gesünder werden und setzt auf weniger Salz und Zucker in seinen Pizzen und Müslis. Zudem sollen 1000 vegane Eigenmarken das Sortiment erweitern.

München ‒ Aldi Süd will seine Lebensmittel gesünder machen und kündigt dafür eine Reihe von Neuerungen an. Das berichtet die Lebensmittel Zeitung (LZ). Dazu will der Discounter das Angebot an veganen und Bio-Produkten deutlich erweitern. Der Plan ist, dass bis Ende 2024 rund 1000 zusätzliche vegane Produkte sukzessive im Standard-, Saison- und Aktionssortiment angeboten werden. Noch in diesem Jahr wolle Aldi Süd seine Eigenmarken für pflanzliche Alternativprodukte in die Filialen bringen. Konkurrent Lidl übt mit seiner Veggie-Eigenmarke „Vemondo“ seit 2021 bereits Druck auf seine Konkurrenten Edeka und Aldi am Markt aus.

Zwar ist Lidl damit Aldi Süd noch einen wesentlichen Schritt voraus. Doch das soll jetzt ändern. Bis Ende 2024 soll das Bio-Sortiment mit rund 25 Prozent aus Naturland-Verbandsware aufgewertet werden, so die LZ weiter. Ende letzten Jahres sprach der Discounter-Chef Stefan Kopp von sehr guten Gesprächen mit Naturland. Zudem will der Discounter ab kommendem Jahr die H-Milch laut LZ nur noch aus deutscher Landwirtschaft beziehen sowie vollständig Fairtrade zertifizierten Kakao verarbeiten.

Gesunde Reform bei Aldi: Auswirkungen auf den Geschmack – Preise davon wohl nicht betroffen sein

Auch am Geschmack einiger Produkte soll sich etwas ändern. Schon jetzt hat Aldi Süd den Zuckergehalt in Müslis um 20 Prozent und den Salzgehalt in seinen Fertigpizzen um 15 Prozent reduziert, berichtet das Online-Portal Focus. Bis 2025 wolle der Discounter den Zucker- und Salzgehalt in sechs weiteren Produktgruppen - Frühstückscerealien, Erfrischungsgetränke, gesüßte Milchprodukte, Tiefkühl-Fertiggerichte, Wurstwaren, verpacktes Brot und Brötchen - schrittweise reduzieren. Auf den Preis soll diese Umstellung keinen Auswirkungen haben.

Gesünder einkaufen und besser essen mit dem Nutri-Score und soll für mehr Orientierung am Einkaufsregal sorgen. (Symbolbild)

Ebenfalls soll es wesentliche Änderungen beim Nutri-Score geben. Foodwatch kritisierte die Ankündigung von Aldi Süd vorab bereits als enttäuschend. Der Discounter will zwar alle Eigenmarken bis Ende 2024 mit der Nährwert-Kennzeichnung versehen, die Verbrauchern als schnelle Orientierungshilfe beim Einkauf dienen soll. Doch Verbraucherschützern von Foodwatch reicht das offenbar nicht aus. Denn die Kennzeichnung ist für Hersteller „nicht verbindlich“, kritisiert Foodwatch-Chef Thilo Bode. Was einen Vergleich von Produkten deutlich erschwert.

Aldi Süd reduziert Salz- und Zuckergehalt: Es geht um 20 bis 100 Produkte

Mit der Reform hin zu gesünderer Rezepturen will der Discounter auch die geplanten Einschränkungen der an Kinder gerichteten Werbung für ungesunde Lebensmittel umsetzen. Produkte wie Schokolade, Müsliriegel, Energiedrinks, Speiseeis, Kekse und Kuchen sollen an die Nährwertvorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angepasst werden. Aldi Süd will bis 2025 alle Eigenmarkenprodukte, die sich speziell an Kinder richten, mit entsprechenden Änderungen möglich machen. Insgesamt gehe es um 20 bis 100 Produkte, berichtet die LZ. Lidl ist hier erneut bereits einen Schritt weiter als Konkurrent Aldi. Seit 1. März bewirbt der Discounter keine ungesunden Lebensmittel mehr, die sich an Kinder richten.

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Dagegen rührt Aldi Süd die Werbetrommeln für mehr Tierwohl. Bis 2030 will der Lebensmittelhändler als erster großer Händler 100 Prozent seiner gekühlten Fleisch- und Wurstwaren auf die Haltungsform 3 & 4 umstellen. Ab Stufe 3 „Außenklima“ können die Tiere an die frische Luft, ab der vierten Stufe „Premium“ haben sie draußen auch Auslaufmöglichkeiten. Ein Ende des Billigfleischs in Deutschland? Zumindest ein Anfang. (Stella Henrich)

Rubriklistenbild: © Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft von Nutri-Score.

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