Länger fit und gesund

Alterung bremsen: Ärztin erläutert, welche Ansätze sie für sinnvoll hält

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Einige Menschen nehmen Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel, die verjüngende Effekte auf Zellebene versprechen. Ausreichend am Menschen erprobt ist bisher keines davon, wenn es um die Frage der Langlebigkeit geht.
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Die Verzögerung des Alterns: Ein Forschungsfeld, das in der Medizin zunehmend Beachtung findet. Wie Sie sich tatsächlich „verjüngen“ können.

Möglichst lange fit und gesund bleiben – wohl der Wunsch eines jeden Menschen. Doch Lebens- und Gesundheitsspanne klaffen oftmals weit auseinander. So ist die Lebenserwartung mittlerweile zwar weitaus höher als noch vor 100 Jahren und beträgt bei Frauen in Deutschland 83 und bei Männern rund 78 Jahre. Viele sind aber bereits viele Jahre vor ihrem Tod schwer krank – körperlich wie geistig. Ein globales Problem, das nicht nur in Forschungseinrichtungen und Pharmaindustrie, sondern auch in der Politik eine immer wichtigere Rolle spielt. So haben die Vereinten Nationen das Jahrzehnt bis 2030 zur Dekade des gesunden Alterns ausgerufen. Eine globale Aufforderung, mehr Fokus auf die Aufrechterhaltung der Gesundheit bis ins hohe Alter zu legen.

Alterungsprozess verlangsamen – oder gar stoppen?

In den USA ist ein regelrechter Hype um „Longevity“ (zu Deutsch: Langlebigkeit) entbrannt. Manche treiben es auf die Spitze, dazu zählt Unternehmer Bryan Johnson. Dieser macht sich selbst zum Experiment, mit dem Ziel, seinen persönlichen Alterungsprozess so gut wie möglich zu verlangsamen und sogar zurückzudrehen. Dafür greift er auf simple Maßnahmen wie gesunde Ernährung und viel Sport zurück. Aber auch kostspielige Anwendungen sind Teil seines Anti-Aging-Programms, darunter dutzende Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Doch ist es möglich, den Alterungsprozess anzuhalten? Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass bestimmte Routinen und Medikamente das biologische Alter senken und so die Chance auf ein langes und gesundes Leben erhöhen. Das Altern komplett zu bremsen, ist allerdings nicht möglich – noch nicht. Die Longevity-Forschung macht allerdings bereits erste Hoffnungen darauf, dass die Lebens- und Gesundheitsspanne der Menschen in den nächsten Jahrzehnten immer weiter ansteigen könnte. Vor allem Medikamente sollen dies möglich machen.

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Longevity-Medikamente bisher nicht ausreichend am Menschen erprobt

„Inzwischen werden neben der kalorischen Restriktion auch mehrere medikamentöse Behandlungsstrategien zur Behandlung des biologischen Alterungsprozesses verfolgt, unter anderem mit Rapamycin und -analoga, Senolytika und Metformin (Anmerkung der Redaktion: ein Diabetes-Medikament) sowie GLP-1-Rezeptoranaloga. Senolytika sind Substanzen oder Kombinationen von Substanzen (zum Beispiel Dasatinib und Quercetin) mit dem Ziel, seneszente Zellen, die durch akkumulierte Schäden funktionsuntüchtig geworden sind und Entzündungsmediatoren freisetzen, durch induzierte Apoptose zu eradizieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Wirksamkeitsnachweise für Anti-Aging-Medikamente gibt es bislang allerdings nicht im Menschen, sagt Professor Ursula Müller-Werdan, Direktorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin und des Evangelischen Geriatriezentrums Berlin sowie Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité in Berlin, im Rahmen der DGIM-Jahrespressekonferenz.

Müller-Werdan befasst sich unter anderem mit dem Forschungsgebiet Geroscience, einer fachlichen Disziplin, die biologische Alterungsprozesse als die Basis von Alterskrankheiten wie etwa Demenz betrachtet. Im Fokus steht die Prävention eben dieser biologischen Alterungsprozesse. „Wir haben etablierte Maßnahmen, die die Altersspanne verlängern können“, so Müller-Werdan. Diese seien zwar wenig spektakulär, aber wissenschaftlich erwiesenermaßen sinnvoll, um lange gesund zu bleiben. „Das Potenzial (Anmerkung der Redaktion: der Lebensstilveränderungen) ist nicht ganz ausgeschöpft“, so die Einschätzung der Altersforscherin. Sie plädiert dafür, folgende acht Empfehlungen der American Heart Association für ein gesundes Leben einzuhalten:

  • Ernähren Sie sich ausgewogen und pflanzenbasiert.
  • Achten Sie auf 150 Minuten mäßig intensive körperliche Aktivität oder 75 Minuten intensive körperliche Betätigung (oder einer Kombination aus beidem) pro Woche.
  • Rauchen und kiffen Sie nicht. Auch andere Tabakprodukte und Passivrauchen sollten Sie vermeiden.
  • Schlafen Sie sieben bis neun Stunden Schlaf pro Tag.
  • Haltes Sie ein normales Körpergewicht.
  • Lassen Sie Ihre Cholesterinwerte regelmäßig überprüfen.
  • Halten Sie Ihren Nüchternblutzucker unter 100 mg/dL oder achten Sie auf einen HbA1c-Wert von weniger als 5,7 Prozent.
  • Versuchen Sie Ihren Blutdruck unter 120/80 mm Hg zu halten.

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