VonNatalie Hull-Deichselschließen
Anzeichen von zu viel Zucker im Blut werden häufig nicht als solche erkannt. Umso wichtiger ist es, bei Hinweisen auf einen möglichen Diabetes zum Arzt zu gehen.
In Deutschland wird jährlich bei etwa 560.000 Menschen Diabetes diagnostiziert, so das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Schätzungsweise sieben bis acht Millionen Menschen hierzulande leiden an dieser chronischen Stoffwechselerkrankung, bei der das Hormon Insulin eine Schlüsselrolle spielt. Unbehandelter Diabetes kann zu dauerhaften Schäden an Augen, Nieren und Nerven führen. Amputationen, insbesondere beim Diabetes-Fußsyndrom, sind häufige Spätfolgen. Diabetiker haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall und eine verkürzte Lebenserwartung. Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft schleichend, ohne auffällige Symptome, und bleibt über Jahre unbemerkt. Auf welche Anzeichen vornehmlich auch Risikogruppen achten sollten.
Viel Durst: möglicher Hinweis auf Diabetes-Erkrankung
Polydipsie, als „exzessiver Durst“ übersetzt, äußert sich durch übermäßigen Flüssigkeitskonsum und vermehrten Harnausstoß, wie es bei Netdoktor heißt. Dieses intensive Durstgefühl kann auf ernsthafte körperliche Störungen hinweisen, darunter Diabetes mellitus. Diabetes, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, geht mit erhöhten Blutzuckerwerten einher, was verstärktes Durstempfinden verursacht. Die Nieren versuchen überschüssigen Zucker (Glukose) durch vermehrte Wasserausscheidung zu eliminieren, was zu diesem starken Durstgefühl führt. Wer dies an sich bemerkt, sollte seine Blutzuckerwerte durch einen Arzt kontrollieren lassen.
Was sind Risikofaktoren für Diabetes Typ 2?
Während Diabetes Typ 1 oft auf eine erblich bedingte Autoimmunerkrankung zurückzuführen ist, gilt Diabetes Typ 2 als Wohlstandssyndrom. Bis zu 80 Prozent der Fälle werden durch Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Stress sowie regelmäßigem Alkoholkonsum und Rauchen verursacht. Diese Gefahren sind auch mit Tumorerkrankungen wie Darmkrebs und Magenkrebs verbunden.
Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko haben nicht selten Bluthochdruck, ungesunde Blutfettwerte beziehungsweise zu hohes Cholesterin, ernähren sich eher fett- und kalorienreich, bewegen sich nicht regelmäßig und sind übergewichtig, insbesondere im Bauchbereich – bei Frauen kann dies mit den Wechseljahren einhergehen.
Blutzucker senken: Zehn Lebensmittel, die Ihrem Zuckerhaushalt guttun




Hinweis auf Diabetes: Übermäßige Flüssigkeitsaufnahme hat häufiges Wasserlassen zur Folge
Personen mit vermehrtem Harndrang, insbesondere nachts, sollten ihre Blutzuckerwerte überprüfen lassen. Dies kann nicht nur auf einen möglichen, zu hohen Blutdruck hindeuten oder sogar ein Anzeichen einer Prostataerkrankung sein. Bei einer angehenden Diabetes oder bestehenden, sich verschlechternden Diabetes kann der Glukosespiegel im Blut die Nierenkapazität übersteigen, sodass der Körper versucht, den überschüssigen Zucker über die Blase auszuscheiden, was zu vermehrtem Wasserlassen führt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa-tmn

