Sicheres Fahren

Nebel kann auf Straßen zur Gefahr werden – so verhalten sich Autofahrer richtig

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Nebelschwaden können häufig die Sicht beim Autofahren einschränken. Was dagegen hilft und wann man Nebelscheinwerfer und Nebelschussleuchten einschalten darf. Und wann nicht.

Kassel – Das Wetter im Herbst kann häufig ungemütlich und stürmisch sein. Insbesondere Nebelbildungen und rutschige Straßen können in den Herbstmonaten vermehrt zu Verkehrsunfällen führen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ereignen sich schwere Straßenverkehrsunfälle aufgrund von Nebel am häufigsten im letzten Quartal des Jahres.

Gefährlich werden Nebelereignisse laut dem Online-Portal weather.com mit Sichtweiten von unter 50 Meter. Ab dann sollte man die Nebelschlussleuchte und die Nebelscheinwerfer benutzen. Doch viele Autofahrer unterschätzen die Gefahren. Dabei gibt es einige Tipps und Regeln, die für mehr Sicherheit bei schlechten Sichtverhältnissen sorgen.

Richtig fahren bei Nebel – worauf Autofahrer achten sollten

Sicheres Autofahren im Herbst: An diese Verhaltensregeln sollten Sie sich halten

Bestimmte Fahrverhalten anderer Verkehrsteilnehmer können zur Geduldsprobe werden und manchmal auch zu Verkehrsunfällen führen. Besonders Auffahrunfälle sind keine Seltenheit und laut dem Automobil-Club Verkehr (ACV) gehören sie zu den häufigsten Verkehrsunfällen in Deutschland. Neue Führerscheinrichtlinien sollen Europas Straßen sicherer machen.

„Langsam fahren, Abstand halten und Licht an – so lauten die goldenen Regeln für den Herbst“, sagt Andreas Müller, Leiter Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Südbaden in einer Pressemitteilung. Das Fahren bei Nebel erfordert viel Aufmerksamkeit und Konzentration. Damit Autofahrer sicher durch den Nebel kommen, sollten sie sich an folgende Regeln halten:

  • Ablenkungen wie laute Musik oder Telefonieren vermeiden.
  • Geschwindigkeit anpassen und genügend Abstand halten. Als Faustregel gilt: Mindestabstand ist gleich Geschwindigkeit. Also bei Tempo 50 mindestens 50 Meter Abstand zum Vordermann halten.
  • Keine Überholmanöver.
  • Bei dichtem Nebel am besten am rechten Fahrbahnrand und den Leitpfosten orientieren.
  • Zur besseren Sichtbarkeit sollten Autofahrer das Abblendlicht manuell einschalten.
  • Regelmäßig Scheibenwischer einschalten.
  • Scheinwerfer reinigen.
  • Nebelfahrten sind anstrengend. Daher empfiehlt es sich, eine Pause einzulegen, wenn die Augen ermüden.
  • Quelle: ADAC, weather.com, ndr.de

Autofahren bei Nebel: Bußgeld bei falscher Nutzung von Nebelscheinwerfer und Nebelschussleuchten

Für die Nutzung der Nebelschlussleuchte, gelten, wie der ADAC informiert, strenge Vorgaben. Diese darf laut Experten nur bei Sichtweiten unter 50 Metern benutzt werden. Die Nebenschussleuchte muss bei besserer Sicht wieder ausgeschaltet werden, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu blenden. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen.

Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

Bei vielen Autofahrer gibt es bezüglich der Nebelscheinwerfer noch häufig Unsicherheiten. Dabei ist es in der Straßenverkehrsordnung in Paragraf 17 Absatz 3 geregelt, dass Nebelscheinwerfer immer dann eingeschaltet werden dürfen, wenn die Sichtweite erheblich durch Nebel, Schneefall oder Regen reduziert ist. Auch hier gilt: Verbessert sich die Sichtverhältnisse, müssen die Nebelscheinwerfer wieder ausgeschaltet werden.

Auch wenn der meteorologische Herbstanfang am 1. September bereits eingeläutet wurde, geht der Sommer in Deutschland laut Experten in die Verlängerung – die Hitze kommt also wieder. Achten Sie daher darauf, dass Sie bestimmte Gegenstände wegen Explosionsgefahr nicht im Auto lassen. (Vivian Werg)

Rubriklistenbild: © Sabine Brose/ Imago

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