Später in den Ruhestand

Höhere Lebenserwartung: Beamte sollen 5,5 Jahre länger arbeiten

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Beamte sollen 5,5 Jahre länger arbeiten. Die höhere Lebenserwartung führt zu steigenden Kosten. Forscher fordern eine umfassende Systemreform.

Weil Beamte in Deutschland im Schnitt länger leben als Angestellte, sollen sie ihre Pension künftig erst deutlich später erhalten – im Schnitt 5,5 Jahre später. Hintergrund ist die höhere Lebenserwartung von Staatsbediensteten, die zu längeren Auszahlungszeiträumen und steigenden Kosten für den Staat führt. Eine vorgeschlagene Reform der Rente zielt darauf ab, die Pensionszahlungen an die durchschnittliche Lebenserwartung anzupassen und so die Versorgungssysteme langfristig zu entlasten.

Beamte leben länger und sollen dem Vorschlag des Pestel-Instituts zufolge deshalb auch entsprechend länger arbeiten. (Symbolbild)

Beamte sollen länger arbeiten: Forscher fordern längere Lebensarbeitszeit wegen höherer Lebenserwartung

Die Rente in Deutschland soll umfassend reformiert werden. Die Bundesregierung unter Merz hat dafür bereits erste Maßnahmen auf den Weg gebracht: So wurde das Rentenniveau bis 2031 auf 48 Prozent festgeschrieben und die Mütterrente ausgeweitet. Letztere sorgt jedoch für Kritik – die Deutsche Rentenversicherung spricht von einem teuren Wahlgeschenk.

Die Debatte zeigt, dass die Bundesregierung Einsparungen vornehmen muss, um Renten und Pensionen langfristig zu sichern. Forscher des Pestel-Instituts fordern daher einen grundlegenden Umbau des Renten- und Pensionssystems sowie eine längere Lebensarbeitszeit für Beamte. Konkret schlagen die Ökonomen vor, Beamte künftig 5,5 Jahre länger arbeiten zu lassen als Arbeiter – basierend auf der unterschiedlichen durchschnittlichen Lebenserwartung der Berufsgruppen.

Beamtenpensionen deutlich höher – und länger bezogen als Arbeitnehmer-Renten

Die Pension – die Altersbezüge für Beamte – fällt in Deutschland deutlich höher aus als die gesetzliche Rente für Arbeitnehmer. Mit welchen Beträgen Senioren nach 45 Arbeitsjahren ungefähr rechnen können, hat echo24.de bereits berichtet. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung von Beamten überdurchschnittlich hoch ist. Das bedeutet: Beamte beziehen ihre Pension im Schnitt deutlich länger als Arbeitnehmer ihre Rente, schreibt die Berliner Morgenpost.

Dieser Aspekt werde in der bisherigen Rentendebatte kaum oder gar nicht berücksichtigt, so die Forscher. Die Überlegung fügt sich in die aktuelle Diskussion um eine Reform der Altersversorgung in Deutschland ein. Erst kürzlich hatten Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) einen sogenannten Boomer-Soli vorgeschlagen – eine Sonderabgabe für die oberen 20 Prozent der deutschen Rentner.

Rubriklistenbild: © Sascha Steinach/Steinach/IMAGO

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