Atemwegsinfektionen vorbeugen

Der optimale Schutz vor Infektionen: Mythen und Wahrheiten

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Bakterien und Viren sind allgegenwärtig. Aber nicht alles, was man über Infektionen glaubt, ist wahr. Wie man sich effektiv vor Krankheiten schützt.

Es ist allgemein bekannt, dass Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten und Schnupfen im Herbst und Winter häufiger auftreten. Doch diese Beschwerden, die durch Viren und Bakterien ausgelöst werden, können uns das ganze Jahr über plagen. Bis in den Frühling hinein besteht ein erhöhtes Risiko, an der echten Grippe, der Influenza, zu erkranken. Im Gegensatz dazu kann Corona, das ähnliche Symptome aufweist, nahezu das ganze Jahr über auftreten. Besonders in kühler und trockener Luft haben Krankheitserreger leichtes Spiel, über die angegriffenen Schleimhäute in unsere Atemwege zu gelangen. Daher ist es von großer Bedeutung, zu wissen, wie man sich effektiv vor Infektionen schützen kann und welche Ratschläge oder Annahmen eher weniger der Wahrheit entsprechen.

Erkältung, Grippe, Corona: Wie Kälte, Nase schnäuzen und Händetrocknen Einfluss nehmen

Wen es mit einer Erkältung oder gar der echten Grippe erwischt hat, sollte dem Körper viel Ruhe und Schlaf ermöglichen.

Niemand möchte sich gerne mit krankmachenden Bakterien und Viren infizieren, daher werden oft verschiedene Methoden ausprobiert, um sich zu schützen. Eine absolute Vorbeugung ist zwar nicht möglich, aber es gibt bestimmte Dinge, auf die man achten kann, um eine Ansteckung zu vermeiden. Gleichzeitig gibt es noch viele Mythen rund um das Thema Erkältung.

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Mythos 1: Eine Erkältung kommt durch Kälte

Da Erkältungen in der Regel durch Virusinfektionen wie Rhinoviren ausgelöst werden, die das ganze Jahr über aktiv sind und zirkulieren, kann eine Ansteckung unabhängig von der Außentemperatur beziehungsweise Kälte erfolgen. Niedrige Temperaturen können zwar das Immunsystem zusätzlich schwächen, jedoch ist Kälte als solches nicht die Ursache für Erkältungen.

Mythos 2: Händewaschen alleine reicht, um sich vor einer Infektion zu schützen

Ob beim Schnäuzen, auf der Toilette, beim Streicheln von Tieren oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch, unsere Hände kommen zwangsläufig mit Keimen in Kontakt – auch mit solchen, die Krankheiten verursachen können. Beim Händeschütteln oder beim Benutzen gemeinsamer Gegenstände können die Krankheitserreger auch leicht von einer Hand zur anderen gelangen. Eine Ansteckung kann dann erfolgen, sobald jemand mit seinen Händen ins Gesicht fasst und die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen. Wer regelmäßig und insbesondere nach Kontakt mit Keimherden seine Hände wäscht, kann diese Übertragungskette effektiv unterbrechen, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Händewaschen kann also letztlich vor Infektionen schützen, wenn Sie anschließend auch unbedingt auf das Händetrocknen achten. Denn „feuchte Hände können bis zu 1.000 Mal mehr Bakterien verbreiten als trockene Hände“, laut einer Studie und wie das ZDF berichtet. Wenn es keine Möglichkeit gibt, sich die Hände zu waschen, sollte zumindest vermieden werden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Lebensmittel mit den Händen zu essen. Für Notfälle kann es hilfreich sein, ein Hände-Desinfektionsmittel mit sich zu führen.

Mythos 3: Vitamin C schützt den Körper vor einer Erkältung

Vitamin C kann in einigen Fällen den Verlauf einer Erkältung positiv beeinflussen und den Heilungsprozess begünstigen. Eine zusätzliche Zufuhr über die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel schützt jedoch nicht vor einer Infektion. Lediglich bei Menschen, die intensiver körperlicher Betätigung ausgesetzt sind – wie Sportler oder Soldaten – kann Vitamin C die Infektanfälligkeit um nahezu die Hälfte reduzieren, wie Studien zeigen.

Mythos 4: Grippe und grippaler Infekt sind dasselbe

Eine Grippe ist eine Infektion mit dem Influenza-Virus, die zum Teil schwere Symptome und Beschwerden mit sich bringen kann. Mediziner sprechen von einem grippalen Infekt, wenn Erkältungssymptome – Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – in ihrer Ausprägung denen einer Grippe ähneln. Letztlich ist der Erreger eines grippalen Infekts in der Regel der gleiche wie der bei einer Erkältung, beispielsweise Rhinoviren.

Mythos 5: Eine Erkältung wird immer durch Bakterien verursacht

Atemwegsinfektionen werden durch verschiedene Erreger verursacht, die die Schleimhäute der Atemwege angreifen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind jedoch meistens Viren die Auslöser von Atemwegsinfektionen. Es gibt viele verschiedene Arten von Atemwegsviren, darunter die typischen „Erkältungsviren“ wie Rhinoviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), sowie das Influenzavirus, das die echte Grippe verursacht und SARS-CoV-2, der Erreger von Corona beziehungsweise COVID-19.

Bei einer Virusinfektion kann die Schleimhaut der Atemwegsorgane so geschädigt werden, dass die Anfälligkeit für Bakterien erhöht ist. Infolgedessen kann sich zusätzlich zum Virusinfekt eine bakterielle Superinfektion entwickeln, die beispielsweise starke Halsschmerzen aufgrund einer Mandelentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Bronchitis oder in seltenen Fällen auch einer Lungenentzündung verursachen kann. Um dies zu vermeiden, sollten sich Erkrankte möglichst schonen und den viralen Infekt auskurieren.

Mythos 6: Nase schnäuzen ist besser als Nase hochziehen

Das Hochziehen und Herunterschlucken von Nasenschleim wird oft als unhygienisch und eklig angesehen, obwohl Mediziner tatsächlich dazu raten. Das liegt daran, dass die winzigen Härchen in der Nasenschleimhaut den Schleim ohnehin in Richtung des Magens transportieren, wo die Magensäure eventuelle Keime abtöten kann. Dies ist ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers.

Insbesondere Menschen, die bereits eine Operation an den Nasennebenhöhlen hatten, wird empfohlen, den Nasenschleim hochzuziehen, anstatt die Nase zu schnäuzen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass noch mehr Schleim in die Nebenhöhlen gedrückt wird, sich Keime dort festsetzen und vermehren und eine Infektion auslösen. Zudem kann durch das Nase-putzen das ausgeschnäuzte Sekret, das die Erreger enthält, an den Händen haften bleiben – werden diese im Anschluss nicht sofort gründlich gewaschen, können die krankmachenden Bakterien oder Viren weiter gegeben werden. Das bedeutet: Wer dennoch die Nase schnäuzt, sollte sich danach die Hände waschen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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