VonKirsten Lemkeschließen
Wer Katzen in der Wohnung hält, muss diese für die Stubentiger möglichst sicher machen. Gefahren lauern überall. Kennen Sie alle?
Anders als Freigänger, haben Wohnungskatzen nur einen begrenzten Raum, um ihr natürliches Erkundungsverhalten auszuleben. Daher ist meist keine Nische in der Wohnung sicher vor den neugierigen Stubentigern. Alles wird genauestens unter die Lupe genommen und auf Spieltauglichkeit getestet. Doch das kann schnell gefährlich für die Katze werden. Es ist die Aufgabe des Katzenhalters, die Wohnung möglichst katzensicher zu machen und Gefahrenquellen zu beseitigen. Doch viele Katzenhalter sind sich der Gefahren, die in ihrer Wohnung lauern, nicht einmal bewusst. Das sind die größten Gefahrenquellen für Wohnungskatzen:
Geöffnete Fenster
Gekippte Fenster gehören zu den größten Gefahrenquellen für Katzen. Schwere Verletzungen durch Kippfenster kommen so häufig vor, dass es sogar einen offiziellen Namen dafür gibt: das Kippfenster-Syndrom. Der Spalt nach draußen ist für viele Katzen so verführerisch, dass sie glauben, hindurchzupassen. Allerdings rutschen sie bei ihrem Fluchtversuch hinein, bleiben stecken und können sich schwerste innere und äußere Verletzungen zuziehen. In Wuppertal hat eine Katze, die im Kippfenster feststeckte, einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Deshalb sollten Fenster, die gekippt werden, in einem Katzenhaushalt immer durch einen Kippschutz gesichert werden. Wer seine Fenster lieber komplett öffnet, sollte sie mit einem verstärkten Fliegengitter sichern. Es passiert häufig, dass Katzen aus geöffneten Fenstern stürzen und sich dabei schwer verletzen oder gar sterben.
Giftige Pflanzen
Da Katzen reine Fleischfresser sind, gibt es zahlreiche Pflanzen, die giftig für sie sind. Darunter viele beliebte Zimmerpflanzen, wie der Drachenbaum, die Efeutute oder die Glücksfeder. Aber auch Schnittblumen können sehr gefährlich für Katzen werden. Allen voran Lilien, Chrysanthemen, Tulpen oder Nelken. Oft müssen die Katzen nicht einmal die Pflanze selbst fressen, um sich zu vergiften. Es kann schon ausreichen, wenn sie den Blütenstaub aufnehmen. Vergiftungen machen sich bemerkbar durch Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit und blasse Schleimhäute. Vorsicht auch bei der Wahl des Weihnachtsbaums, denn Kiefern sind giftig für Katzen.
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Stromkabel
Besonders, wenn Katzen Langeweile bekommen, spielen sie mit allem herum, was sie in die Pfoten bekommen können. Stromkabel sind ein denkbar schlechter Zeitvertreib. Die Katze könnte einen elektrischen Schlag bekommen, wenn sie in das Kabel beißt. Am besten sollten Stromkabel in Katzenhaushalten gut versteckt sein oder aber durch Kabelschläuche gesichert werden.
Ungesicherte Balkone
Wohnungskatzen lieben es, auf dem Balkon die Nachbarschaft zu beobachten, frischen Wind in die Nase zu bekommen und die warmen Sonnenstrahlen auf dem Fell zu spüren. Deshalb ist ein Balkon ein wahrer Pluspunkt in Sachen Lebensqualität für Stubentiger. Er kann aber auch zur Todesfalle werden – wenn er nicht richtig gesichert ist. Um die Katze zu schützen und einen Sturz vom Balkon zu verhindern, müssen Katzenhalter zwingend ein Schutznetz anbringen. Auch wenn es lange gutgeht, kann ein Vogel oder Eichhörnchen den Jagdtrieb der Samtpfote wecken und einen waghalsigen Sprung über das Balkongeländer provozieren.
Offene Toilettendeckel und gefüllte Badewannen
Wer sich die eigenen vier Wände mit einer Katze teilt, sollte sich unbedingt angewöhnen, den Toilettendeckel zu schließen. Neugierige Katzen könnten ansonsten hineinfallen und tatsächlich ertrinken. Ähnlich sieht es mit gefüllten Badewannen aus: Plumpst die Katze hinein, kann sie sich aufgrund der glatten Wände womöglich selbst nicht wieder aus der Misere befreien.
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Zigarettenstummel
Raucher sollten unbedingt darauf achten, Tabak, Zigarettenschachteln und -stummel für die Katze unzugänglich aufzubewahren. Etwa in einem verschließbaren Aschenbecher oder einem Schraubglas. Beides ist hochgiftig für Katzen – und auch für Hunde. Aus Rücksicht auf das Haustier sollte nicht in der Wohnung geraucht werden.
Heiße Herdplatten, Kamine und Öfen
Auch wenn man seiner Katze beigebracht hat, nicht auf den Herd zu springen, so kann man sich nie ganz sicher sein, dass sie sich auch daran hält. Ist die Herdplatte noch heiß, drohen schwere Verbrennungen an den zarten Katzenpfoten. Auch am heißen Backofen, dem Kamin oder Ofen können Katzen sich verbrennen.
Giftige Lebensmittel
Längst nicht alles, was wir Menschen gerne essen, ist auch gut für unsere Stubentiger. Vieles davon ist sogar hochgiftig. Zum Beispiel dunkle Schokolade – je mehr Kakao drin ist, desto giftiger für Katzen. Aber auch der beliebte Zuckerersatz Xylit ist hochgiftig für Stubentiger und teilweise in Kaugummis enthalten. Auch Avocado, Lauchgewächse, rohe Kartoffeln, Weintrauben, Rosinen, rohes Schweinefleisch, Kaffee, Tee und Alkohol sollten für Katzen unzugänglich sein. Diese Lebensmittel sollten Sie besser nicht mit Ihrer Katze teilen.
Zufallende Türen
Katzenhalter sollten Zimmertüren unbedingt mit Türstoppern am plötzlichen Zufallen hindern. Das kann schnell passieren, wenn beim Lüften kräftiger Durchzug entsteht. Wird eine Katze zwischen Tür und Türrahmen eingeklemmt, drohen schwerste innere Verletzungen.
Medikamente und Putzmittel
Auch Reinigungsmittel und Medikamente müssen vor neugierigen Katzennasen ferngehalten werden. Zu groß ist die Gefahr einer Vergiftung. Dafür muss die Katze das Putzmittel nicht einmal direkt aufschlecken. Laufen Katzen über eine frisch gereinigte Fläche, haften Reste des Reinigungsmittels an ihren Pfoten. Putzen sie sich danach mit der Zunge, können diese in den Organismus der Katze gelangen. Daher sollten Katzenliebhaber auf chemische Reinigungsmittel, insbesondere solche mit Tensiden, verzichten, nach der Putzaktion mit klarem Wasser nachwischen oder auf Essig und Natron umsteigen.
Wäschetrockner und Waschmaschine
Was für viele Katzen wie eine kuschelige Höhle aussieht, kann für sie zur Todesfalle werden. Besonders, wenn sich Wäsche in der Trommel befindet, sind Waschmaschinen und Trockner beliebte Schlafplätze für Stubentiger. Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Katze darin eingesperrt wird. Katzenhalter sollten also vor jedem Benutzen des Geräts kontrollieren, ob sich eine Katze in die Trommel geschlichen hat. In Grevenbroich musste sogar die Feuerwehr ausrücken, um eine Katze aus dem Trockner zu bekommen.
Offene Schränke und Schubladen
Katzen sind von Natur aus neugierig und erkunden gern jeden Winkel der Wohnung. Tut sich durch eine geöffnete Schranktür oder eine Schublade ein neues Feld für sie auf, wird das natürlich sofort gründlich inspiziert. Wer nun unachtsam Schrank oder Schublade schließt, sperrt die Samtpfote ein. Das ist nicht nur unangenehm für die Katze, sondern kann – je nach Dauer – sehr gefährlich für sie werden. Katzenhalter sollten daher immer sichergehen, ihr Haustier nicht versehentlich eingesperrt zu haben.
Plastiktüten, Deko, Kleinteile
Wer seine Wohnung mit Katzen teilt, merkt schnell: Am besten nichts unnötig herumliegen lassen. Besonders wichtig wird das bei Gegenständen, die gefährlich für Katzen sind. Zum Beispiel Einkaufstüten aus Plastik oder Müllbeutel, an denen Katzen ersticken können. Auch Deko bleibt selten von den neugierigen Samtpfoten verschont. Wohl jeder Katzenfreund hat schon einmal beobachtet, wie ein Stubentiger einen Gegenstand vom Tisch oder Regalbrett geschubst hat. Mögliche Gründe für dieses Verhalten erfahren Sie hier. Oft ist das nicht dramatisch. Besteht der Gegenstand allerdings aus Porzellan oder Glas und zerbricht, kann das für die Katze durchaus gefährlich werden. Es drohen Schnittverletzungen. Außerdem lieben Katzen es, mit kleinen Dingen zu spielen. Büroklammern und Zopfgummis werden nur zu gerne als Spielzeug genutzt. Aber Vorsicht: Verschluckt die Katze ein solches Kleinteil, kann das dramatisch enden. Vorsicht auch bei Fäden: Werden sie verschluckt, können sie innere Verletzungen oder einen Darmverschluss nach sich ziehen. Außerdem können Katzen sich im wilden Spiel damit strangulieren.
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Wohnungskatzen sind anspruchsvoll
Auch Wohnungskatzen können ein glückliches Leben führen. Allerdings ist die Wohnungshaltung von Katzen deutlich aufwendiger als die von Freigängern. Katzenhalter brauchen geeignete Katzenklos – als Faustregel gilt: eine Toilette mehr als Katzen im Haushalt leben. Außerdem brauchen sie mehrere erhöhte Schlafplätze und Versteckmöglichkeiten. Wer seine Möbel schützen möchte, sollte der Katze ausreichend alternative Kratzmöglichkeiten bieten. Nicht zuletzt sorgt geeignetes Katzenspielzeug für Auslastung. Doch auch der Mensch selbst muss sich ausreichend mit seinen Stubentigern beschäftigen: kuscheln, spielen – zum Beispiel mit einer Reizangel – oder Clickertraining sorgen für Zufriedenheit bei der Katze.
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