Gewusst wie

Die zehn verbreitetsten Fehler beim Katzenspiel

  • schließen

Katzen lieben es, zu spielen – und das bis ins hohe Alter. Aber beim Spielen mit der Katze kann man leicht Fehler machen.

Die täglichen Spieleinheiten mit der Katze erfüllen gleich mehrere wichtige Aufgaben: Die Samtpfote kann sich auspowern und ihr natürliches Verhalten ausleben: Beutetiere jagen. Gleichzeitig stärkt es die Beziehung zwischen Mensch und Katze, denn die Katze verbindet mit dem Spiel in der Regel etwas Positives.

Doch man kann beim Spiel mit der Katze auch viel falsch machen. Nicht alles, was auf den ersten Blick nach Spaß aussieht, ist wirklich gut für den Stubentiger. Diese zehn Fehler sollten Sie beim Spielen mit Ihrer Katze vermeiden.

1. Gefährliches Katzenspielzeug

Das Lieblingsspiel der Katze ist die Jagd: Mit einer Reizangel lassen sich Beutetiere imitieren.

Die persönlichen Vorlieben der Katze beim Spielzeug können sehr unterschiedlich sein. Spielt die eine Samtpfote am liebsten mit Bällen, ist für die andere die Filzmaus der Hit. Was auch immer zum Lieblingsspielzeug auserkoren wurde – es muss katzensicher sein. Das Spielzeug darf keine spitzen oder scharfen Kanten haben, an denen die Katze sich verletzen könnte. Auch verschluckbare Kleinteile sind gefährlich für den Stubentiger. Schnüre und Wollknäuel sind ebenfalls ungeeignet: Die Katze könnte sich im wilden Spiel damit strangulieren. Deshalb müssen Reizangeln nach dem Spiel immer außer Reichweite der Katze verstaut werden. Bei selbstgebasteltem Katzenspielzeug sollten keine Tackernadeln oder giftiger Klebstoff benutzt werden. Auch Henkel von Papiertüten sollten Sie unbedingt abschneiden, bevor Sie Ihre Katze damit spielen lassen.

2. Spielzeug liegenlassen

Katzen lieben Abwechslung beim Spiel. Nichts ist für sie langweiliger als immer das gleiche Spielzeug, das immer verfügbar ist. Es ist also die Aufgabe des Menschen, die täglichen Spieleinheiten abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Dafür muss man nicht ständig neues Spielzeug kaufen. Es reicht schon, Filzmaus und Co. nach dem Spiel wegzuräumen und das vorhandene Spielzeug regelmäßig zu tauschen. Auch das Spiel mit der Reizangel kann variiert werden, indem weitere Gegenstände, beispielsweise ein Karton, eine Decke oder ein Katzentunnel, einbezogen werden.

3. Mit Händen und Füßen spielen

Wem seine körperliche Unversehrtheit lieb ist, der sollte seiner Katze von Anfang an klarmachen, dass Hände und Füße des Menschen kein Spielzeug sind. Gerade bei kleinen Katzenkindern neigt man dazu, sie mit den Händen spielen zu lassen. Ist die Katze ausgewachsen, kann das allerdings zu Verletzungen durch die Katze führen, die nicht nur schmerzhaft sind, sondern sich auch entzünden können. Deshalb sollte man von Anfang an konsequent sein und nur mit geeignetem Spielzeug mit der Katze spielen.

4. Ungeduld

Katzen sind Lauerjäger. Das Auflauern und Beobachten gehören fest zum Spiel dazu. Wer das Spiel abbricht, weil die Katze sich nicht rührt, sorgt für Frust. Wildes Herumfuchteln mit der Reizangel, um die Katze zu animieren, ist ebenfalls nicht sinnvoll. Viel mehr Spaß hat die Katze daran, wenn das Ende der Angel sich wie ein Beutetier verhält, von einem Versteck ins nächste huscht, dort kurz verharrt, ein wenig raschelt. Beim Spiel sollten möglichst viele Sinne der Katze angesprochen werden: Sehen, der Geruchssinn der Katze, Hören, Schmecken und Fühlen. Es gilt, die Katze beim Spiel zu beobachten, ihre Pupillen, die Ohren und Schnurrhaare. Stehen die Zeichen auf Angriff, haben Sie alles richtig gemacht. Auch wenn die Katze sich manchmal minutenlang nicht rührt, hat sie dennoch Spaß.

5. Der Katze Spielzeug zuwerfen

Bei Hunden mag es noch funktionieren, sie zum Spiel zu animieren, indem man ihnen einen Ball zuwirft. Für Katzen ergibt dies jedoch keinen Sinn. Für sie ist es viel spannender, wenn das Spielzeug – also die potenzielle Beute – sich von ihnen wegbewegt. Für maximale Motivation sollte man sich daher mit dem Spielzeug immer von der Katze weg- und nicht auf sie zubewegen. Das sollten Sie beachten, wenn Sie Ihrer Katze Baldriankissen geben möchten.

6. Spielen, wenn die Katze müde ist

Am aktivsten sind Katzen in der Dämmerung, also morgens und abends. Daher ist es sinnvoll, das Spiel auf diese Zeiten zu legen. Es macht wenig Sinn, mit der Katze spielen zu wollen, wenn diese gerade ihr Mittagsschläfchen hält. Feste Spielzeiten sorgen für Routine im Tagesablauf und dafür, dass die Katze im stressigen Alltag nicht zu kurz kommt. Auch direkt nach dem Fressen hat die Katze wenig Lust auf ein wildes Spiel. In der Natur würde es andersherum passieren: erst die Jagd, dann die Mahlzeit.

7. Der Katze ausschließlich automatisches Spielzeug anbieten

Elektronisches Katzenspielzeug soll den Vierbeiner auspowern und fordern, ohne dass der Mensch dafür einen Finger krümmen muss und sich in dieser Zeit anderen Dingen widmen kann. So gibt es eine Vielzahl elektronischer Mäuse, Kugelbahnen und Federangeln. Viele Katzen finden das auch zunächst spannend. Doch die tägliche Spielzeit ist enorm wichtig für die Beziehung zwischen Mensch und Katze. Deshalb sollten automatische Katzenspielzeuge nur eine Ergänzung sein, niemals aber die gemeinsame Spielzeit ersetzen.

Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.

Eine schlafende Katze.
Auch wenn sie dabei besonders niedlich und hübsch aussehen, hassen es Katzen, beim Schlafen gestört zu werden. Sie benötigen täglich ausreichend Schlaf, um mit ihrer Energie zu haushalten sowie zur Kontrolle des Stoffwechsels. Genauso wenig schätzen die Stubentiger es im Übrigen, wenn man sie beim Fressen stört. © VWPics/Imago
Eine Katze – man sieht nur ihre Beine – sitzt vor zwei aufeinandergestapelten Mandarinen.
Katzen haben ein feines Näschen und können manche beißenden oder stechenden Gerüche nicht ausstehen. Dazu gehören ätherische Öle, der Geruch bestimmter Lebensmittel oder manche Küchendüfte. Zitrusaromen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Essig schlagen manche Katzen direkt in die Flucht. Auch einige Zimmerpflanzen, Blumen oder die ätherischen Düfte von Tannennadeln empfinden Katzen als extrem unangenehm. Der Vorteil: Die meisten der verhassten Pflanzen könnten bei Verzehr giftig sein. Menschengemachte Gerüche wie Haushaltsreiniger und Parfums sind für Katzen überwiegend zu stark und werden daher als störend empfunden. © Pond5 Images/Imago
Ein Babykätzchen versteckt sich.
Neben ihrem feinen Näschen besitzen Katzen auch ein extrem empfindliches Gehör. Damit reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Wird es um sie herum plötzlich laut, können sie nicht zuordnen, weshalb das passiert. Aus diesem Grund ertragen sie keine lauten Geräusche – sogar Streit kann für sie zur Belastung werden. © Panthermedia/Imago
Eine Katze kuschelt sich an eine Frau, die gerade Yoga macht.
Streicheln, kuscheln, anfassen – für Katzen ist das nicht immer ein Genuss. Erfahrene Katzenbesitzer wissen, dass die Stubentiger hin und wieder empfindlich auf Berührungen reagieren können. Lassen Sie die Mieze ihre eigenen Regeln machen und warten Sie am besten darauf, dass sie zu Ihnen kommt. Streicht sie um Ihre Beine oder stupst Sie mit dem Näschen an, möchte sie gestreichelt werden. © Zoonar/Imago
Eine Katze sitzt vor einer geschlossenen Holztüre.
Katzen mögen keine Frustration. Dazu gehören nicht nur verschlossene Türen, sondern auch Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können. Bleibt die Belohnung aus oder wird der Jagdtrieb nicht befriedigt, ist es mit der guten Laune vorbei. Verschlossene Türen hingegen widersprechen der neugierigen Natur von Katzen. Hören sie dann auch noch Geräusche dahinter, wie beispielsweise von ihren Besitzern, kann der Katzenjammer schnell groß werden. © Danita Delimont/Imago
Ein Katzenbaby und ein Entenbaby beschnuppern sich.
Die meisten Katzenbesitzer meinen es gut, wenn sie ihren Tieren tief in die Augen blicken. Was sie dabei nicht wissen, ist, dass Katzen das Angestarrt werden als Bedrohung wahrnehmen. Aus Sicht einer Katze ist es höflich, sie nur kurz anzuschauen. Geheimtipp: Möchten Sie Ihrem Liebling sagen, dass Sie ihn lieben, blinzeln Sie ihn langsam, aber kurz an. © Image Source/Imago
Zwei schwarze Katzen beäugen einen Saugroboter misstrauisch.
Katzen können Staubsauger nicht ausstehen. Sie empfinden ihn nicht nur als zu laut, sondern auch als unberechenbar. Kein Wunder: Er bewegt sich durch das ganze Haus und damit, ohne zu fragen, durch ihr Revier. Er reinigt ihre Lieblingsplätze, aus ihrer Sicht, ohne Grund. Nur wirklich gelassene Artgenossen ertragen den saugenden Mitbewohner. © Westend61/Imago
Eine Katze sitzt mit großen Augen auf einem Menschenarm.
Eine Sache, die fast alle Katzenbesitzer tun, die jedoch für die meisten Katzen ein Graus ist: Die geliebten Haustiere hochheben und sie auf dem Arm tragen. Die gelassenen Exemplare lassen die Tortur über sich ergehen, viele wehren sich jedoch vehement dagegen. Der Grund ist eigentlich offensichtlich. Oftmals werden Katzen in dieser Position dazu gezwungen, ihren empfindlichen Bauch zu präsentieren. Sie sind dann verletzlich und empfinden das Getragen werden als unangenehm. © blickwinkel/Imago
Einer Katze wird ein Duschkopf über ihren Kopf gehalten.
Es stimmt, dass viele Katzen wasserscheu sind. Baden ist für diese Tiere aber nicht nur eine reine Qual, sondern in den meisten Fällen auch unnötig. Genauso verhält es sich, wenn ein verärgerter Nachbar den Wasserschlauch auf die Stubentiger hält. Allerdings ist es möglich, junge Kätzchen frühzeitig an Wasser zu gewöhnen. Ob Baden dann notwendig ist, sollten sich Katzenhalter dennoch gut überlegen, denn für gewöhnlich halten sich die Tiere selbst am besten sauber. In Ausnahmefällen wie Verletzungen oder Alterserscheinungen kann ein Bad jedoch eine sinnvolle Ausnahme darstellen. © YAY Images/Imago
Eine Katze leckt ihre Pfoten mit der Zunge.
Katzen sind sehr reinlich und mögen es auch in ihrer Umgebung am liebsten sauber und gepflegt. Altes Futter oder ein schmutziges Katzenklo können die Samtpfoten daher gar nicht leiden. Taucht in der Katzentoilette also ein Häufchen auf, entfernen Sie es besser und stellen damit sicher, dass Ihre Katze auch beim nächsten Bedürfnis ihr Klo und keinen anderen Ort in der Wohnung wählt. © YAY Images/Imago

8. Zu wenig spielen

Am liebsten spielen Katzen mehrfach am Tag für wenige Minuten. Mindestens 30 Minuten sollten es pro Tag sein, besser noch eine Stunde, verteilt auf zehn bis 15 Minuten Spielzeit am Stück. Wie viel Spielzeit eine Katze braucht, hängt auch von ihrem Alter ab und ob sie Freigänger ist oder in der Wohnung lebt. Mit diesen Tipps vermeiden Sie Langeweile bei Ihrem Stubentiger.

9. Die Katze hat keinen Jagderfolg

Das Erlegen der Beute ist ein essenzieller Teil der Jagd bei Katzen – und somit auch des Spiels. Hat die Katze keinen Jagderfolg, sorgt das für Frust. Besonders bei Laserpointern ist das der Fall. Huscht die Katze dem kleinen Lichtpunkt zwar wild hinterher, kann sie ihn jedoch nie schnappen. Deshalb eignen sich Laserpointer nicht als Katzenspielzeug. Es kann sogar gefährlich werden, wenn der Lichtpunkt die empfindlichen Augen trifft. Bestenfalls wird das Spiel immer an dem Punkt beendet, an dem die Katze ihre Beute geschnappt und erlegt hat. Wer seine Katze nach dem Spiel füttert, sorgt dafür, dass sie sich innerhalb ihres natürlichen Tagesablaufs bewegt, denn nach der Jagd wird gefressen.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

10. Keine Lust auf das Spiel haben

Natürlich hat man nicht jeden Tag Lust, mit der Katze zu spielen. Allerdings sollte man es sich nicht anmerken lassen. Die tägliche Spielzeit ist wertvoll und in diesen Minuten sollte man seine ganze Aufmerksamkeit der Katze schenken. Katzen merken es, wenn der Mensch abgelenkt ist, etwa weil er nebenbei auf den Fernseher oder das Handy schaut. So wird die Katze ebenfalls schnell die Lust am Spiel verlieren. Dann kann es sinnvoll sein, etwas Neues auszuprobieren, wie zum Beispiel Clickertraining. Denn auch für die Katze ist es schöner, wenn der Mensch Spaß an der gemeinsamen Beschäftigung hat.

Erste Hilfe: Was tun, wenn die Katze nicht spielen will?

Wenn eine Katze nicht spielen möchte, hat das immer einen Grund. Normalerweise spielen Katzen bis ins hohe Alter. Alte Katzen spielen vielleicht nicht mehr so wild und ausdauernd wie junge Kätzchen, aber sie spielen. So können beispielsweise Schmerzen dafür sorgen, dass der Katze die Lust am Spiel vergangen ist. Im Zweifel kann der Besuch beim Tierarzt für Klarheit sorgen. Im Mehrkatzenhaushalt kann es außerdem vorkommen, dass schüchterne Tiere sich nicht trauen, mitzuspielen. Damit auch sie zu ihrem Recht kommt, sollte man mit dieser Katze separat in einem geschlossenen Raum spielen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / imagebroker

Kommentare