Relativ leicht zu knacken

Keyless-Go-Systeme: So kann man sich als Autobesitzer vor Diebstahl schützen

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Keyless-Go-Systeme machen Autofahren komfortabler – doch sie erhöhen auch die Diebstahl-Gefahr. Mit einigen Tipps können Sie Ihr Fahrzeug schützen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Autodiebstähle wieder deutlich angestiegen. Besonders Oberklasse-SUV sind bei den Langfingern begehrt. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich mit der Technik in den Fahrzeugen auch das Vorgehen der Kriminellen angepasst. Beispielsweise gelingt ihnen in manchen Fällen ein leichter Zugang über die Scheinwerfer, noch einfacher war es bei einigen Hyundai- und Kia-Modellen in den USA: eine simple Knack-Technik mittels eines USB-Kabels entfachte eine Social-Media-Klau-Challenge. Auch mittels Keyless-Go werden immer wieder Autos gestohlen – doch es gibt einige Tipps, mit denen man sich schützen kann.

Keyless-Go: Autodiebe verlängern durch Technik die Reichweite des Funksignals

Bei Keyless-Go handelt es sich um Systeme, bei denen sich das Auto ohne aktive Benutzung des Schlüssels öffnen und starten lässt – die meisten neuen Autos sind inzwischen damit ausgestattet. Allerdings lassen sich Fahrzeuge mit solchen „Komfort-Schlüsseln“ von Autodieben relativ leicht knacken, wenn diese über entsprechende Technik verfügen. Die Kriminellen müssen sich damit nur in der Nähe des Autoschlüssels aufhalten und können das Signal dann über mehrere Hundert Meter bis zu einem zweiten Gerät in der Nähe der Autotür verlängern. Dann lässt sich das Auto bequem öffnen.

Autos mit Keyless-Go-System lassen sich laut ADAC leichter stehlen als Fahrzeuge mit „normalem“ Funkschlüssel. (Symbolbild)

ADAC: Viele Keyless-Go-Systeme nicht vor Angriffe mit Reichweiten-Verlängerer geschützt

Der ADAC testet immer wieder Autos und ihre Keyless-Go-Systeme auf Schwächen. Inzwischen wurden mehr als 600 Autos überpüft – und fast alle ließen sich laut dem Automobilclub problemlos öffnen. Lediglich rund acht Prozent der überprüften Autos ließen sich nicht überlisten und waren gegen den Angriff mit dem Reichweiten-Verlängerer geschützt.

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Schirmen Sie Ihren Funkschlüssel ab

Ein spezielles Abschirm-Etui (werblicher Link) für Keyless-Go-Schlüssel blockiert elektromagnetische Wellen. Diese Etuis enthalten Materialien, die die Funkwellen des Schlüssels abschirmen, um unbefugten Zugriff auf das Fahrzeug zu verhindern. Die Abschirmung reduziert die Reichweite der Funksignale und schützt so vor Diebstahl oder unbefugter Nutzung.

Folgende Maßnahmen gegen Autodiebstahl mit der Keyless-Go-Methode werden unter anderem vom ADAC und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes empfohlen:

  • Keyless-System deaktivieren: Ein Blick in die Betriebsanleitung verrät, ob sich das Keyless-Schließsystem eines Autos deaktivieren lässt. Damit ist das Auto auf diesem Wege nicht mehr zu stehlen – andererseits muss der Autofahrer aber auch auf den Keyless-Komfort verzichten.
  • Sicherer Aufbewahrungsort: Der Funkschlüssel sollte innerhalb von Gebäuden nach Möglichkeit nicht in der Nähe von Außentüren, Außenwänden und Fenstern aufbewahrt werden.
  • Funkschlüssel abschirmen: Es gibt verschiedene Methoden, um einen Schlüssel abzuschirmen. Man kann ihn beispielsweise in Alufolie einwickeln, in einen Kochtopf legen oder in ein speziell dafür gemachtes Abschirm-Etui packen. Wichtig ist allerdings, zu testen, ob die Maßnahme auch wirklich funktioniert. Dafür muss man die Schlüssel mitsamt der Abschirmung nah ans Autobringen (weniger als ein Meter Abstand) und ausprobieren, ob sich das Auto dann (ohne Bedienung des Schlüssels) öffnen lässt.

Tschüss Auto-Zwerge: Zehn kleine Fahrzeuge, die aus Städten verschwinden

Ein Ford Ka
Ford Ka: Mit dem Ka versuchte sich Ford ab dem Jahr 1996 in der Klasse der Kleinstwagen. 2009 kam in Deutschland die zweite Generation auf den Markt – und die war gleichzeitig auch die letzte. Im April 2016 endete die Produktion. © Ford
Ein Audi A1
Audi A1: Die zweite Generation des Audi A1 kam deutlich bulliger daher als die erste, die ab dem Jahr 2010 auf Kundenfang ging – dennoch zogen die Ingolstädter inzwischen einen Schlussstrich. Der Kleinwagen soll wie der Q2 keinen Nachfolger mehr bekommen und läuft voraussichtlich im Jahr 2025 aus. © Audi
Ein BMW i3
BMW i3: Den BMW i3 gab es in zwei Varianten: Als reines Elektroauto und in einer Version mit Range Extender. Auch für den Münchner Kleinwagen, bei dem viel teures Carbon zum Einsatz kam, blieb es bei einer Generation: Im Sommer 2022 wurde die Produktion eingestellt. © BMW
Ein Citroën C1
Citroën C1: Im Jahr 2005 kam die erste Generation des Citroën C1 auf den Markt, die baugleich mit dem Toyota Aygo und dem Peugeot 107 war. Der Nachfolger des Kleinstwagens startete 2014 – doch wie für so viele andere Kleine war ebenfalls im Jahr 2022 Schluss. © Citroën
Ein Opel Karl
Opel Karl: Benannt nach Carl von Opel (einem Sohn des Firmengründers Adam Opel), war der Kleinstwagen vor allem durch seinen günstigen Basispreis von rund 9.500 Euro zum Marktstart 2015 attraktiv. Erhältlich war der Karl lediglich mit einem 75 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder. Doch auch für ihn war schon 2019 wieder Schluss: Ein Grund dafür waren angeblich die immer strenger werdenden Abgasvorschriften. © Opel
Ein Suzuki Celerio
Suzuki Celerio: Dem Suzuki Celerio war in Deutschland nur eine kurze Karriere gegönnt: Ab 2014 war der Kleinstwagen hierzulande erhältlich. Bereits fünf Jahre später war Feierabend: Die Japaner nahmen den Kleinen in der Bundesrepublik vom Markt. In asiatischen und afrikanischen Märkten ist der Celerio jedoch weiterhin erhältlich. © Suzuki
Ein Smart Fortwo
Smart Fortwo: Als praktisches Stadtauto fuhr sich der Smart Fortwo ab dem Jahr 1998 in die Herzen vieler Autobesitzer. Inzwischen ist die dritte Generation des Zweitürers auf dem Markt – doch 2024 soll die Produktion eingestellt werden. Einen Smart wird es aber weiterhin geben: Der #1 wird ist ein viertüriges Elektro-SUV, das in China gebaut wird. © Smart
EIn Peugeot 108
Peugeot 108: Das Schwestermodell des Toyota Aygo und des Citroën C1 ging im Jahr 2014 an den Start. Es blieb bei nur einer Generation: Im Jahr 2022 lief die Produktion des Kleinstwagens in Tschechien aus.  © Peugeot
Ein Ford Fiesta
Ford Fiesta: Der Ford Fiesta bewegte ganze Generationen von Fahranfängern – im Jahr 1976 kam er erstmals auf den Markt. Inzwischen rollt die achte Generation des Kleinwagens vom Band, doch es wird die Letzte sein: Im Sommer 2023 wird die Produktion des Ford Fiesta eingestellt. © Ford
Ein Opel Adam
Opel Adam: Der Zwerg aus Rüsselsheim war durchaus beliebt bei den Kunden – trotzdem war im Jahr 2019 für den Adam (benannt nach dem Firmengründer Adam Opel) Schluss. Grund war angeblich der Wechsel der Marke Opel von GM in den heutigen Stellantis-Konzern. © Opel

Funkschlüssel zur Sicherheit in den Kühlschrank legen? Experen raten davon ab

Den Funkschlüssel in den Kühlschrank zu legen, kann funktionieren – muss aber nicht. Um die Undurchlässigkeit für Funkstrahlen zu testen, müsste er direkt neben das Auto bewegt werden. Weil außerdem die Schlüssel-Batterie durch die Kälte an Leistung verlieren und die Elektronik durch die Feuchtigkeit beschädigt werden kann, rät der ADAC von dieser Methode ab. Problematisch kann es auch sein, wenn man seinen Keyless-Go-Schlüssel im Auto einsperrt – zumindest in manchen Fällen hilft eine Smartphone-App.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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