VonSebastian Oppenheimerschließen
Keyless-Go-Systeme machen Autofahren komfortabler – doch sie erhöhen auch die Diebstahl-Gefahr. Mit einigen Tipps können Sie Ihr Fahrzeug schützen.
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Autodiebstähle wieder deutlich angestiegen. Besonders Oberklasse-SUV sind bei den Langfingern begehrt. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich mit der Technik in den Fahrzeugen auch das Vorgehen der Kriminellen angepasst. Beispielsweise gelingt ihnen in manchen Fällen ein leichter Zugang über die Scheinwerfer, noch einfacher war es bei einigen Hyundai- und Kia-Modellen in den USA: eine simple Knack-Technik mittels eines USB-Kabels entfachte eine Social-Media-Klau-Challenge. Auch mittels Keyless-Go werden immer wieder Autos gestohlen – doch es gibt einige Tipps, mit denen man sich schützen kann.
Keyless-Go: Autodiebe verlängern durch Technik die Reichweite des Funksignals
Bei Keyless-Go handelt es sich um Systeme, bei denen sich das Auto ohne aktive Benutzung des Schlüssels öffnen und starten lässt – die meisten neuen Autos sind inzwischen damit ausgestattet. Allerdings lassen sich Fahrzeuge mit solchen „Komfort-Schlüsseln“ von Autodieben relativ leicht knacken, wenn diese über entsprechende Technik verfügen. Die Kriminellen müssen sich damit nur in der Nähe des Autoschlüssels aufhalten und können das Signal dann über mehrere Hundert Meter bis zu einem zweiten Gerät in der Nähe der Autotür verlängern. Dann lässt sich das Auto bequem öffnen.
ADAC: Viele Keyless-Go-Systeme nicht vor Angriffe mit Reichweiten-Verlängerer geschützt
Der ADAC testet immer wieder Autos und ihre Keyless-Go-Systeme auf Schwächen. Inzwischen wurden mehr als 600 Autos überpüft – und fast alle ließen sich laut dem Automobilclub problemlos öffnen. Lediglich rund acht Prozent der überprüften Autos ließen sich nicht überlisten und waren gegen den Angriff mit dem Reichweiten-Verlängerer geschützt.
Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von unserem Partner 24auto.de.
Schirmen Sie Ihren Funkschlüssel ab
Ein spezielles Abschirm-Etui (werblicher Link) für Keyless-Go-Schlüssel blockiert elektromagnetische Wellen. Diese Etuis enthalten Materialien, die die Funkwellen des Schlüssels abschirmen, um unbefugten Zugriff auf das Fahrzeug zu verhindern. Die Abschirmung reduziert die Reichweite der Funksignale und schützt so vor Diebstahl oder unbefugter Nutzung.
Folgende Maßnahmen gegen Autodiebstahl mit der Keyless-Go-Methode werden unter anderem vom ADAC und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes empfohlen:
- Keyless-System deaktivieren: Ein Blick in die Betriebsanleitung verrät, ob sich das Keyless-Schließsystem eines Autos deaktivieren lässt. Damit ist das Auto auf diesem Wege nicht mehr zu stehlen – andererseits muss der Autofahrer aber auch auf den Keyless-Komfort verzichten.
- Sicherer Aufbewahrungsort: Der Funkschlüssel sollte innerhalb von Gebäuden nach Möglichkeit nicht in der Nähe von Außentüren, Außenwänden und Fenstern aufbewahrt werden.
- Funkschlüssel abschirmen: Es gibt verschiedene Methoden, um einen Schlüssel abzuschirmen. Man kann ihn beispielsweise in Alufolie einwickeln, in einen Kochtopf legen oder in ein speziell dafür gemachtes Abschirm-Etui packen. Wichtig ist allerdings, zu testen, ob die Maßnahme auch wirklich funktioniert. Dafür muss man die Schlüssel mitsamt der Abschirmung nah ans Autobringen (weniger als ein Meter Abstand) und ausprobieren, ob sich das Auto dann (ohne Bedienung des Schlüssels) öffnen lässt.
Tschüss Auto-Zwerge: Zehn kleine Fahrzeuge, die aus Städten verschwinden




Funkschlüssel zur Sicherheit in den Kühlschrank legen? Experen raten davon ab
Den Funkschlüssel in den Kühlschrank zu legen, kann funktionieren – muss aber nicht. Um die Undurchlässigkeit für Funkstrahlen zu testen, müsste er direkt neben das Auto bewegt werden. Weil außerdem die Schlüssel-Batterie durch die Kälte an Leistung verlieren und die Elektronik durch die Feuchtigkeit beschädigt werden kann, rät der ADAC von dieser Methode ab. Problematisch kann es auch sein, wenn man seinen Keyless-Go-Schlüssel im Auto einsperrt – zumindest in manchen Fällen hilft eine Smartphone-App.
Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

