Stiftung Warentest

Salmonellen in Steaks nachgewiesen: Bekannte Marken sind Schlusslicht im Test 

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Stiftung Warentest untersucht Steaks aus dem Supermarkt. Das Ergebnis überrascht: Einige Produkte können überzeugen, andere sind mit Krankheitserregern belastet.

München – Ob Würstchen, Steaks oder doch pflanzliche Alternativen: Der Sommer lädt nicht nur zum Entspannen am See ein, sondern bringt beim Grillen die ganze Familie zusammen. Wer beim Grillen gegen einige Regeln verstößt, riskiert ein Bußgeld. Zur spontanen Grill-Party darf es für den ein oder anderen auch schon mal fertig mariniertes Fleisch aus dem Supermarkt sein. Dies hat das Verbrauchermagazin Stiftung Warentest jetzt untersucht – mit überraschendem Ergebnis.

Test von Grillfleisch bei Stiftung Warentest: Diese Steaks gehen als Sieger hervor

Das Magazin hat insgesamt zwölf Nackensteaks vom Schwein aus dem Einzelhandel geprüft. Untersucht wurden unter anderem Produkte von Rewe, Edeka, Aldi und Lidl unterschiedlicher Preisklassen. Insgesamt sieben Steaks schnitten mit der Note „gut“ ab, der Rest erhielt nur ein „befriedigend“. Vor allem drei Produkte konnten die Tester geschmacklich überzeugen.

Analysiert wurde nicht nur der Geschmack, sondern auch die Zusammensetzung zwischen Muskel­fleischeiweiß und Bindegewebe. Zudem prüften die Experten von Stiftung Warentest die Produkte auf eine mögliche Keimbelastung. Das sind die Sieger im Test:

ProduktNote
Kaufland Purland Let's BBQ Mexico Style mit PaprikamarinadeGut (2,1)
Norma Gut Bartenhof mit Schwarz­bier-MarinadeGut (2,1)
Rewe Bio (Bio) mit PaprikamarinadeGut (2,1)

Steaks bei Stiftung Warentest: Zwei Produkte mit Krankheitserregern entdeckt

In zwei Produkten wurden antibiotikaresistente Keime entdeckt, eines von ihnen mit Bio-Siegel. Nachgewiesen wurden Salmonellen und Listerien. Salmonellen können zur Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Durchfall und erhöhter Temperatur führen. Meist verschwinden die Symptome schnell wieder, informierte die Verbraucherzentrale. Zu schweren Krankheitsverläufen kommt es nur selten, dann vor allem bei Risikopersonen (Schwangere, Ältere, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen).

Ähnliche Beschwerden treten bei einer Listeriose auf, die besonders für ungeborene Babys eine große Gefahr darstellen kann, meldete das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Stiftung Warentest gibt jedoch Entwarnung. Es ließe sich kaum vermeiden, dass Verderb­niskeime auf Fleisch vorkommen. Beim Erhitzen würden aber alle Keime absterben. Die richtige Hygiene sei auch beim Grillen entscheidend, damit sich die Keime nicht weiter ausbreiten.

Grillfleisch im Test: Diese Produkte liegen bei Stiftung Warentest hinten

Diese Produkte landen auf den letzten Plätzen bei Stiftung Warentest:

ProduktNote
Rewe Wilhelm Brandenburg mit PaprikamarinadeBefriedigend (2,6)
Aldi Nord Gut Bio (Bio) mit PaprikamarinadeBefriedigend (3,5)
Netto Marken-Discount Barbeque mit Western-MarinadeBefriedigend (3,5)

Das Aldi-Bio-Steak konnte zwar im Geschmack mit der Note „sehr gut“ (1,5) punkten, versagte dagegen aber angesichts der entdeckten Listerien bei der mikrobiologischen Qualität. In dieser Kategorie bekam das Aldi-Steak nur ein „ausreichend“ (4,0). Das Schweinenackensteak der Netto-Eigenmarke erhielt in Sachen mikrobiologischen Qualität ebenfalls nur „ausreichend“. Hier wurden in einer von vier Packungen Salmonellen gefunden. Zuletzt wurden Spülmaschinen-Tabs bei Stiftung Warentest geprüft.

In einer Untersuchung von Stiftung Warentest wurden Bakterien wie Salmonellen auf dem Fleisch gefunden. (Symbolbild)

Steaks bei Stiftung Warentest: „Gutes Grill­fleisch gibt es schon für wenig Geld“

Insgesamt fällen die Experten von Stiftung Warentest ein gutes Urteil für die Nackensteaks aus dem Handel. „Gutes Grill­fleisch gibt es schon für wenig Geld“, resümierten die Tester. Allerdings stammten neun Produkte aus konventioneller Tierhaltung, drei Produkte waren Bio-Steaks. „Wem allerdings das Tier­wohl am Herzen liegt, der muss deutlich tiefer in die Tasche greifen“, betonte das Magazin. Aldi kündigte bereits an, künftig bei Frischfleisch auf Billigfleisch verzichten zu wollen.

Doch Vorsicht, damit dem Sommervergnügen nichts im Wege steht, sollten Sie kein geräuchertes oder gepökeltes Fleisch grillen. Auch beim Grillen am See oder im Park kann es manchmal Ärger geben. (kas)

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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