Viren setzen ihre Infektionskette fort. Gesundheitsspezialisten befürchten eine weitere Pandemie durch einen bestimmten Krankheitserreger.
Nach der Jahre andauernden Corona-Pandemie hat die Menschheit kaum Lust auf eine weitere globale Krankheitswelle. Leider kann man es sich in der Regel nicht aussuchen, wann sich ein neuer Erreger ausbreitet – und Experten sind sich bereits sicher zu wissen, welcher das sein wird.
Vogelgrippe mit hoher Todesrate: WHO warnt vor Ausbreitung auf Menschen
Eine weitere globale Pandemie wie die Corona-Pandemie scheint in Zeiten der Globalisierung vorprogrammiert zu sein und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass die zunehmende Ausbreitung des Vogelgrippevirus H5N1 dabei eine Rolle spielen wird. Das Virus befällt mittlerweile nämlich nicht mehr nur Vögel, sondern auch verschiedene andere Tierarten. Das führt zu einer weltweiten „Tierpandemie“, was die Gefahr einer Übertragung auf den Menschen erhöht. H5N1, das seit 2020 für den Tod von Millionen Geflügelvögeln verantwortlich ist, wurde inzwischen auch bei Wildvögeln, Säugetieren und sogar Kühen und Ziegen nachgewiesen.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass Menschen sich bereits bei infizierten Tieren anstecken konnten, und die Todesrate in diesen Fällen extrem hoch ist. Sie liegt bei 52 Prozent.
Zuletzt wurde laut Aerzteblatt.de ein Fall in Texas gemeldet, bei dem sich ein Mensch durch Milchvieh mit H5N1 infizierte – der erste bekannte Fall einer solchen Übertragung von einem Säugetier auf den Menschen. Die WHO fordert eine genauere Beobachtung des Virus, da es zunehmend neue Wirte sucht und sich potenziell für eine Übertragung von Mensch zu Mensch anpassen könnte.
Vogelgrippe ist anpassungsfähig: Experte warnt vor Mutationen
Auch der deutsche Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, Professor an der Universität Hamburg, sieht die Gefahr der Vogelgrippe in ihrer schnellen Anpassungsfähigkeit. „Die Viren haben die Fähigkeit, sich schnell zu verändern“, erklärte er gegenüber Bild.de. Auf diese Weise könnten Mutationen entstehen, die noch schneller und auch von Mensch zu Mensch übertragbar wären. „Viren brauchen Kontakte. Je häufiger sie Menschen infizieren, desto höher ist die Chance, dass sie sich noch besser an uns anpassen.“
Allerdings gibt der Virologe eine kleine Entwarnung, was die Vogelgrippe betrifft, weil diese schon viel erforscht ist und es bereits Impfungen gibt. „Beim Wettlauf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus lagen wir von Anfang an zurück. Anfangs wussten wir zu wenig über das Virus, Impfungen und Medikamente mussten erst entwickelt werden.“ Bei den Viren der Vogelgrippe sei das anders.
Erkältungsviren und Atemwegserkrankungen: Sie könnten eine neue Pandemie auslösen
Dramatischer wäre es laut Schmidt-Chanasit, wenn sich erneut ein unbekannter Erreger ausbreiten würde, der noch nicht erforscht ist. Dieser könnte zum Beispiel ein wenig bekannter oder sogar noch unentdeckter Virus aus dem Tierreich sein.
Und auch von anderen Atemwegserkrankungen geht eine Gefahr aus, da sie sich durch Übertragungswege wie Tröpfchen und Aerosole schnell verbreiten und somit ein hohes Potenzial für eine Pandemie haben. Im Winter sind verschiedene Viren dieser Art besonders aktiv, da das Immunsystem durch Kälte und trockene Heizungsluft geschwächt wird. Zu den häufigsten gehören Rhinoviren, Adenoviren, Influenzaviren und Parainfluenzaviren. Rhinoviren verursachen Erkältungen, während Adenoviren auch Bindehautentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen können. Influenzaviren verursachen die echte Grippe, und Parainfluenzaviren sind bei kleinen Kindern gefürchtet, da sie Krupp-Husten und Atemwegserkrankungen verursachen.
Diese Viren und Bakterien machen uns krank




Besonders gefährlich für Kinder sind laut dem Paul-Ehrlich-Institut das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), das schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann, und das Humane Metapneumovirus (hMPV), das ähnliche Symptome zeigt, aber weniger schwerwiegende Verläufe hat. Auch Coronaviren, darunter SARS-CoV-2, gehören laut Wdr.de ebenfalls zu den Erkältungsviren und machen 10 bis 15 Prozent aller Erkältungsfälle aus. Obwohl COVID-19 inzwischen milder verläuft, bleibt SARS-CoV-2 wegen neuer Varianten wie XEC weiterhin ein Thema.
Vor Erkältungen schützen: So gehen Sie Viren aus dem Weg
Um sich vor Erkältungsviren zu schützen, sind nach wie vor die einfachen Maßnahmen die effektivsten. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife reduziert die Übertragung von Viren erheblich. Das Vermeiden enger Kontakte zu Erkrankten sowie regelmäßiges Lüften in Innenräumen senken ebenfalls das Ansteckungsrisiko.
Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft stärken darüber hinaus das Immunsystem. Insbesondere in der Erkältungssaison sollten häufig berührte Oberflächen, wie Türklinken, regelmäßig gereinigt werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt außerdem Impfungen gegen Influenza und andere relevante Krankheiten als wirksame Prävention, besonders für Risikogruppen.
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