Tiefe Narkose

Trauriger Abschied vom Tier: Haben Katzen Schmerzen beim Einschläfern?

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Wenn das Leid der Katze zu groß ist, bleibt manchmal keine andere Möglichkeit, als das Tier einzuschläfern. Dabei wird die Katze in eine tiefe Narkose versetzt.

Die Entscheidung, eine Katze einschläfern zu lassen, zählt zu den traurigsten Momenten im Leben eines Tierbesitzers. Oftmals ist es nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt für den Abschied zu erkennen – was auch daran liegt, dass Katzen ihre Schmerzen bewusst verstecken. Aber auch wenn der Tierbesitzer um das Leid der Katze weiß, kann man oft nur schwer beurteilen, ob das Tier noch Freude am Leben hat oder ob der Tod eine Erlösung ist.

Entscheidung über das Einschläfern im Sinne der Katze treffen

Es handelt sich stets um eine Einzelfallentscheidung, die laut AniCura, einem Zusammenschluss von Tierkliniken und Tierarztpraxen, auf Basis einer umfassenden Kommunikation zwischen Tierarzt und Tierhalter erfolgen sollte. Mögliche Gründe, die für das Einschläfern einer Katze sprechen, sind den Experten zufolge:

Um der Katze die Ängste vor dem Einschläfern zu nehmen, sollte sich der Tierbesitzer möglichst ruhig verhalten.
  • Unheilbare Krankheiten mit hohem Leidensdruck
  • Starke Schmerzen, die nicht mit Medikamenten zu beheben sind
  • Schwere Unfallverletzungen
  • Fortgeschrittene Altersschwäche

Es gilt genau abzuwägen, welche Möglichkeiten im individuellen Fall zur Verfügung stehen und wie die Prognose für das Tier lautet. Der Leidensdruck der Katze sollte immer im Vordergrund stehen: Der Katzenhalter muss die Entscheidung über das Einschläfern deshalb unabhängig von seinen eigenen Gefühlen treffen, sondern allein zum Wohl der Katze handeln.

Was Sie im Vorfeld bedenken sollten

Da Katzen dazu neigen, ihren Leidensdruck zu kaschieren, ist ein feines Gespür aufseiten des Tierbesitzers gefragt. Zeigt das Tier plötzlich ein verändertes Verhalten oder frisst wenig bis gar nicht mehr, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Auch wenn die Katze sich oft versteckt, ist Vorsicht geboten. Sowohl in der freien Wildbahn als auch im Haus ziehen die Tiere sich zurück und trennen sich von ihrer Gruppe, um sich auf den Tod vorzubereiten.

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Haben Sie sich für das Einschläfern entschieden, sollten Sie sich im Vorfeld einige Gedanken machen. Etwa darüber, ob Sie die Katze bestatten oder vom Tierarzt an eine Tierkörperbeseitigungsanstalt weitergeben wollen. Überlegen auch, ob Sie bis zum Ende bei ihrem Tier sein möchten oder nicht. Am wichtigsten ist jedoch Ihr Verhalten dem Tier gegenüber. Sie sollten versuchen, Ruhe zu bewahren und Sicherheit auszustrahlen. Denn ihre eigene Stimmungslage kann sich auf das Tier übertragen und es ebenfalls in eine Stresssituation versetzen.

So läuft das Einschläfern ab

Der Fachausdruck für Einschläfern lautet Euthanasie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „guter Tod“. Damit ist in der Veterinärmedizin das sanfte, schmerzlose Einschläfern eines Tieres gemeint. Um der Katze vor dem Einschläfern mögliche Ängste zu nehmen, können Sie das Tier streicheln und vielleicht auf eine gewohnte Decke betten. Sie können auch den Kopf des Tieres festhalten oder auf ihren Schoß legen, rät Dr. Ute Busch. Der Prozess dauert etwa 15 bis 30 Minuten.

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Zu Beginn wird die Katze meist mit einem Beruhigungsmittel, einem sogenannten Sedativum oder Neuroleptikum, ruhiggestellt. Diese Spritze wird in einen Muskel der Katze gegeben und bewirkt, dass sie zunächst einschläft. Anschließend bekommt die Katze eine Narkose, wie für eine Operation. Das Narkotikum ist überdosiert und führt, nachdem das Tier ruhig eingeschlafen ist, zum Herzstillstand. In der tiefen Narkose spüren die Tiere nicht, dass die Wirkung der Überdosis – und damit der Tod – eintritt. Befürchtungen, dass Einschläfern mit Schmerzen verbunden sein könnte, sind daher unbegründet.

Die Katze spürt nichts mehr

Allerdings durchlaufen alle Tiere während der Narkose das sogenannte Exzitationsstadium. Dabei kann er vorkommen, dass die Katze anfängt zu krampfen, zu zucken oder Kot und Harn ablässt. Für den Tierhalter kann das zwar furchtbar aussehen, das Tier ist jedoch längst nicht mehr bei Bewusstsein und spürt davon nichts mehr, erläutert Dr. Ute Busch. Diese Bewegungen laufen rein mechanisch ab, ähnlich wie Reflexe.

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Egal ob Sie sich schlussendlich dazu entscheiden, Ihre Katze zu beerdigen oder sie in den Händen des Tierarztes zu lassen – der Verlust tut weh. Akzeptieren Sie, dass der Abschied von Ihrem Haustier ein Ausnahmezustand für Sie sein wird. Geben Sie sich Zeit, Ihre Trauer und Ihre Emotionen zu verarbeiten.

Rubriklistenbild: © ingimage/Imago

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