VonSebastian Oppenheimerschließen
Kaum jemand kauft ein Auto, ohne genau auf den Preis zu schauen. Doch entscheidend sind die Gesamtkosten – der ADAC hat die Antriebsarten verglichen.
Komfort, Fahrgefühl, Reichweite: Dies sind nur einige von zahlreichen Aspekten, die beim Kauf eines Autos eine Rolle spielen. Wichtig ist immer, sich im Vorfeld gründlich zu informieren – wer mit einem Elektroauto liebäugelt, kann sich unseren E-Auto-Guide für Einsteiger kostenlos als PDF herunterladen. Ein entscheidender Faktor ist aber Ende in fast jedem Fall der Preis: Selbst relativ kurze Ladezeiten und hohe Reichweiten können nicht jeden potenziellen E-Auto-Kunden überzeugen, wenn der Preis zu hoch ist. Vor allem auf längere Sicht sollte man sich jedoch nicht ausschließlich auf den Kaufpreis fixieren. Denn es kommen noch andere Faktoren hinzu: Was kostet das Tanken? Wie hoch sind die Wartungskosten? Und wie hoch ist der Wertverlust? Der ADAC hat nun die verschiedenen Antriebsarten miteinander verglichen.
Elektroauto für Einsteiger – die wichtigsten Fragen und Antworten
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Kostenvergleich: Welche Daten mit einflossen
Als Basis diente dem ADAC die eigene Autokosten-Datenbank. Für den Kostenvergleich über fünf Jahre und eine jährliche Kilometerleistung von 15.000 Kilometern wurden berücksichtigt:
- Wertverlust, Kosten für Ölwechsel, Inspektionen, übliche Verschleißteile und Reifenersatz
- Kraftstoff- und Ölnachfüllkosten
- Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung
- Aktuelle Kfz-Steuer (Steuerbefreiung von E-Autos wurde berücksichtigt)
Womit fährt es sich also nun am günstigsten? Elektroauto, Plug-in-Hybrid, Benziner oder Diesel? Wie so oft lautet die Antwort: Kommt darauf an. Allerdings zeigte sich in der Gesamtschau, dass bei Einbeziehung sämtlicher Kosten meist Benziner oder Diesel die Nase vorn hatten. Auch wenn E-Autos tendenziell günstiger werden, so sind sie in der Regel noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Ihre Kostennachteile sind momentan in erster Linie der große Wertverlust, sowie die teils hohen Ladekosten an öffentlichen Säulen. Allerdings ist auch schon wieder eine Förderung von E-Autos in Aussicht – ob die aber so ähnlich aussehen wird, wie der Ende 2023 gestrichene Umweltbonus ist bislang unklar.
Elektroauto: Extreme Unterschiede bei den Strompreisen
Beim Elektroauto unterscheiden sich die Preise für Strom wesentlich extremer als bei Benzin und Diesel an den Tankstellen – wir haben mal einige Beispiele für eine „Ladung“ Strom beim E-Auto ausgerechnet. Während das Laden an der heimischen Wallbox meist relativ günstig ist, kann es an öffentlichen Ladesäulen – vor allem an Schnellladesäulen – richtig teuer werden, was kürzlich auch der Automobilverband VDA scharf kritisierte. Auch der ADAC hat deshalb verschiedene Vergleichsrechnungen angestellt – je nachdem, was ein E-Auto-Besitzer für seinen Strom bezahlt.
Hoher Strompreis nagt an der Konkurrenzfähigkeit auf der Kostenseite von E-Autos
Dem Automobilclub zufolge gibt es ab der unteren Mittelklasse durchaus E-Fahrzeuge, die bei den Kosten besser abschneiden als ihre Verbrenner-Pendants. Sind die Anschaffungskosten eines E-Autos auf vergleichbarem Niveau mit eines Verbrenners, gewinnt normalerweise das E-Auto. Bei einem Strompreis von 60 Cent/kWh oder mehr sind Elektroautos aber nicht mehr konkurrenzfähig, was die Kosten angeht: Nur in 16 Prozent der untersuchten Modellpaarungen war man mit einem Stromer günstiger unterwegs als mit einem Diesel oder Benziner.
Je günstiger der Strompreis in der Berechnung, desto mehr E-Autos konnten den Vergleich gewinnen: Bei 45 Cent/kWh waren es 22 Prozent, bei 35 Cent/kWh 28 Prozent. Doch selbst bei extrem niedrigen Strompreisen von 18 Cent/kWh fährt man mit dem Verbrenner meist günstiger – nur in 36 Prozent der Fälle gewann das E-Auto den Vergleich. Die detaillierten Vergleichsaufstellungen zu den Modellen finden Sie auf der Website des ADAC.
Und was ist mit dem Plug-in-Hybrid?
Beim Plug-in-Hybrid ist die Kostenbilanz laut dem Automobilclub sehr stark vom Nutzungsprofil abhängig – deutlich stärker als bei E-Auto, Benziner oder Diesel. Je nachdem, wie der Plug-in-Hybrid im Alltag gefahren wird, ist entscheidend für den Verbrauch – hier sind die gewonnenen Werte nur ein grober Anhaltspunkt.
