Verändern Sie Ihr biologisches Alter: Tipps aus der Epigenetik für ein langes, gesundes Leben
VonJuliane Gutmann
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Professor Hartmut Geiger ist seit vielen Jahren in der Altersforschung aktiv. In einem Exklusiv-Interview enthüllt er die Rolle epigenetischer Faktoren.
Gene spielen eine wichtige Rolle bei der Vererbung von Eigenschaften wie Intelligenz. Aber auch die Krankheitsanfälligkeit wird über den genetischen Code beeinflusst. Dabei ist unser Genom nicht statisch, sondern wird durch Umwelteinflüsse und unseren Lebensstil stark beeinflusst. Diese Einflussfaktoren werden im Fachbereich der Epigenetik erforscht. „Vor rund 15 Jahren wurde klar, wie wichtig und zentral die Epigenetik im Bereich der Altersforschung ist. Seitdem verdichtet sich auch die belastbare Datenlage“, sagt Altersforscher Professor Hartmut Geiger vom Institut für Molekulare Medizin an der Universität Ulm im Exklusivinterview mit IPPEN.MEDIA.
Epigenetik kurz erklärt
Die Epigenetik, ein Zweig der Genetik, erforscht den Einfluss von Umwelteinflüssen auf die Regulation der Genaktivität und damit auf die menschliche Entwicklung. „Epi“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „nebenbei“.
Den Alterungsprozess verlangsamen durch Lebensstiländerungen
„Epigenetik kann vererbt werden. Man kann sagen, dass 50 bis 60 Prozent angeboren ist, der Rest wird durch Alterung, Medikamente, Ernährung, Sport und anderes Verhalten beeinflusst“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Altersforschung weiter. Im Interview verrät Geiger, wie wir unseren epigentischen Code und so auch den Alterungsprozess maßgeblich beeinflussen können.
Geiger zufolge können bis zu 50 Prozent des epigenetischen Codes durch gezielte Maßnahmen verändert werden. Als wichtigste Einflussfaktoren nennt der Altersforscher Ernährung, Bewegung und soziale Interaktionen:
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung eines gesunden epigenetischen Codes und kann den Alterungsprozess verlangsamen, wobei eine moderate und vielseitige Ernährung empfohlen wird. Eine Faustregel von Altersforscher Geiger: „Nicht zu viel, nicht zu wenig von allem“.
Regelmäßige körperliche Bewegung und Sport sind essenziell, um die Chance auf ein gesundes Altern zu erhöhen. Ein aktiver Lebensstil reduziert das Risiko für altersbedingte Krankheiten wie etwa Demenz, informiert die Alzheimer Forschung Initiative.
Soziale Interaktionen und ein starkes soziales Netzwerk tragen ebenfalls zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei, wobei Einsamkeit als negativ für die Gesundheit betrachtet wird und vermieden werden sollte. „Je mehr Kontakte man hat, desto besser“, so Geiger.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren nicht beantwortet werden.