Neue Renten-Idee

Regierung plant „Frühstart-Rente“: Zehn Euro pro Monat für Kinder

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Die Regierung will eine „Frühstart-Rente“ – ab sechs Jahren soll es monatlich zehn Euro vom Staat geben. Ab dem 18. Geburtstag soll dann bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei fürs Alter angelegt werden können.

Wer im Alter finanziell gut aufgestellt sein will, sollte rechtzeitig vorsorgen. Die neue Regierung möchte sogar richtig früh ansetzen: „Wir wollen für jedes Kind vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr, das eine Bildungseinrichtung in Deutschland besucht, pro Monat zehn Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot einzahlen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Starten soll die „Frühstart“-Rente schon 2026.

Regierung plant „Frühstart“-Rente ab 2026: Zehn Euro pro Monat bis zum 18. Geburtstag

Das Konzept: Ab dem 18. Lebensjahr soll jeder dann bis zum Renteneintritt durch private Einzahlungen bis zu einem jährlichen Höchstbetrag selbst weiter sparen können. Die Erträge aus dem Kapital sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei sein. Ausgezahlt wird es dann mit Erreichen der Regelaltersgrenze. Diese Grenze könnte sich übrigens immer weiter nach hinten verschieben: echo24.de berichtet, welchen Jahrgängen die Rente ab 70 drohen könnte.

Damit sollen junge Menschen für das Thema private Altersvorsorge sensibilisiert werden. Finanzielle Sorgen im Alter sind keine Seltenheit, viele Rentner gehören mit ihrem Einkommen zur Unterschicht und bewegen sich sogar unter der Armutsgrenze. Umso wichtiger ist es, für das Alter vorzusorgen.

Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei einfach zu vermitteln: „Fangt früh an mit kleinen Beträgen und lasst sie lange liegen.“ Dies sorge dafür, dass man im Alter ein vernünftiges finanzielles Polster habe.

Sparen fürs Alter soll sich lohnen: So viel Geld würde die Frühstart-Rente bringen

Merz machte deutlich, dass dies mehr sein soll als eine symbolische Förderung. „Wer das machen würde, und wir würden es vom Staat aus übernehmen bis zum 18. Lebensjahr, hat mit dem 18. Lebensjahr 2.100 Euro bereits auf dem Konto“, erläuterte er mit Blick auf eine mögliche jährliche Rendite von sechs Prozent. Wenn man dies bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren liegen lasse, ergäben sich ohne neue Einzahlungen 36.000 Euro. Wer als Erwachsener weiter selbst zehn Euro im Monat einzahle, käme am Ende auf mehr als 70.000 Euro.

Merz sagte, es gelte besonders jungen Menschen zu vermitteln, „dass sie sparen sollten, und vor allen Dingen, dass sich Sparen wirklich lohnt“. Das auf ein individuelles Konto für jedes Kind eingezahlte Geld solle für die Eltern, den Staat und auch die jungen Menschen selbst nicht zugänglich sein – sondern für diese erst später zum Eintritt in Rente.

Wer nach dem 18. Geburtstag 50 Euro statt zehn Euro im Monat einzahlt, könnte laut dem Unionsszenario mit jährlich sechs Prozent Rendite am Ende auf ein Kapital von etwa 200.000 Euro kommen.

Regierung will die „Frühstart-Rente“ einführen – so teuer wär das Projekt

Die AfD kritisiert den Plan als „Alibiprojekt“. Über die Zeit komme zu wenig Geld zusammen, meint Sozialpolitikerin Ulrike Schielke-Ziesing. Allerdings: Höhere Einzahlungen kämen den Staat teuer.

„Bei ungefähr 700.000 jungen Menschen pro Jahrgang kostet das sieben Millionen Euro monatlich für jeden Jahrgang“, sagte Merz zur Finanzierung. „Das addiert sich mit der Zeit natürlich auf. Aber das ist allemal günstiger als immer höhere Bundeszuschüsse für die Rentenversicherung.“

Generell soll sich in den nächsten Jahren einiges bei der Rente ändern – zu den Plänen gehören etwa die Aktivrente, die Mütterrente 3 und mehr. So plant etwa die CDU die „Aktivrente“, die allerdings auch Nachteile mit sich bringt. Um die Rentenkassen zu füllen, fordert die neue Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas außerdem, dass künftig auch Beamte und Selbstständige in die Rentenversicherung einzahlen sollen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/ Dreamstime

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