Auf Eiersuche

Gefährliche Schnecken erobern den Garten: Rosafarbene Eier als Warnsignal

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Sie sind deutlich kleiner als die bunten Ostereier, aber sie stellen eine größere Bedrohung dar: Bestimmte Eier, wie die der Apfelschnecken, sollten in Ihrem Garten nicht auftauchen. Erfahren Sie, wie Sie diese Plagegeister identifizieren können.

Es kann sein, dass Sie bei einem Spaziergang entlang eines Gewässers oder an Schilfgewächsen oder Steinen am eigenen Gartenteich auffällig gefärbte Gebilde finden: Zahlreiche pinkfarbene oder zartrosa Eier, die sich wie kleine hübsche Perlen an ihre Unterfläche schmiegen, haben sich als Vorboten einer invasiven Art entpuppt, die sich an heimischen Gewässern und Feuchtgebieten immer stärker ausbreiten könnte. Was steckt hinter diesen mysteriösen Eigelegen und welche Gefahren gehen davon aus?

Sechs Fakten über die gefährliche Apfelschnecke

Die rosa bis pink leuchtenden Eier der Apfelschnecke (Pomacea) sind nicht zu übersehen.
  • Pinkfarbene Eier, die an Wasserpflanzen oder Teichrändern haften, sind wahrscheinlich die Gelege der invasiven Apfelschnecken (Pomacea), die zur Gattung mit den größten Süßwasserschnecken weltweit zählen.
  • Apfelschnecken, ursprünglich aus Südamerika, gelten als gefräßige Schädlinge, die Pflanzen und Tiere der in Deutschland heimischen Arten dezimieren können. Ihre unkontrollierte Vermehrung bedroht so das ökologische Gleichgewicht hierzulande und könnte andere Arten ganz verdrängen.
  • Da sie, wie auf Feldern in Spanien geschehen, beispielsweise auch vor Reispflanzen keinen Halt machen, sind auch Ernten bedroht.
  • Die Bekämpfung der Gattung Pomacea ist schwierig und sie haben in diesen Breiten keine natürlichen Feinde.
  • Die Einfuhr und Verbreitung von Apfelschnecken der Gattung Pomacea ist EU-weit verboten – bisher geschah dies häufig über Aquarianer – Apfelschnecken sind beliebte Algenbeseitiger – und die Einfuhr von Aquarienpflanzen oder -steinen.
  • Über das Ausleeren von Aquarien in Teichen gelangen die Tiere zum Beispiel in die Umwelt.

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Der Fund von Apfelschnecken auf Feldern und in Wasserläufen in Deutschland oder der Verdacht darauf ist meldepflichtig. Zuständig sind hierfür die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer. Die Entdeckung pinker Eier im heimischen Teich mag zunächst faszinierend wirken, doch hinter der farbenfrohen Fassade lauert eine potenzielle Bedrohung für die örtliche Flora und Fauna. Daher sind ein frühzeitiges Erkennen, Entfernen und geeignete Gegenmaßnahmen entscheidend, um die Auswirkungen dieser invasiven Art einzudämmen und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Auch nach folgenden Eiern sollte man Ausschau halten

Sie haben Eier in Ihrem Garten entdeckt, die Sie zuvor noch nie gesehen haben oder die verdächtig aussehen? Auch Nützlinge wie der Marienkäfer und Schmetterlinge legen gelbe, grüne oder andersfarbige, teils auffällige Eier. Diese sollte man natürlich dort belassen, wo man sie findet. Wer sich nicht sicher ist, handelt lieber gar nicht, als voreilig. Bei folgenden Eiern ist aber ein Eingreifen ebenfalls sinnvoll:

  • Nacktschnecken: Wie winzige Styroporbällchen findet man beim Umgraben in Beeten, Blumenkübeln, unter Mulch oder Brettern öfter die Gelege von schädlichen Tieren wie der Ackerschnecke, der Garten-Wegschnecke und der Spanischen Wegschnecke – Ansammlungen von weiß-gelben, etwa zwei Millimeter großen Eiern.
  • Buchsbaumzünsler: Die winzigen Eier des Buchsbaumzünslers liegen an den Blattunterseiten des Buchsbaums und sind nur wenige Millimeter groß, blass und linsenförmig. Diese bekämpft man am besten durch Rückschnitt oder den vorbeugenden Einsatz von Schlupfwespen.
  • Zeckeneier: Vor allem unter Laub, Blumenkübeln, Holz oder Steinen findet man die hell- bis dunkelbraunen oder schwarzen, glänzenden Gelege des Holzbocks mit bis zu 2.000 Eiern. Diese sind kleiner als ein Streichholzkopf.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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