Natürliche Schneckenabwehr

Geheimtipp gegen Schnecken: So schützen Tierhaare vor den Schleimern

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Die schützende Schafwolle um die Pflanze darf keine Lücken aufweisen, sonst finden Schnecken einen Weg zum Futter.
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Kaum ein Garten ohne ein Schneckenproblem. Tierhaare sind eine natürliche Methode, um die Schädlinge wirksam zu bekämpfen. Außerdem sind sie wertvoller Dünger.

Schnecken sind ein bekanntes Problem in vielen Gärten. Sie fressen sich durch Salatköpfe und andere Pflanzen und hinterlassen dabei erhebliche Schäden. Doch es gibt eine ungewöhnliche, aber wirksame Lösung: Schafwolle. Diese natürliche Methode bietet nicht nur Schutz vor den schleimigen Plagegeistern, sondern bringt auch weitere Vorteile für die Gartenpflege mit sich – die Haare sind ein ökologischer Dünger, der den Boden verbessert. Wieso Schafwolle gegen die Schädlinge so wirksam ist und wie sie angewendet wird.

So wirkt Schafwolle gegen Schnecken

Schafwolle bildet eine natürliche Barriere, die Schnecken nur ungern überwinden. Der Grund: Um die Wolle zu überqueren, müssen Schnecken viel Schleim produzieren, was sie letztlich austrocknen kann. Daher meiden sie diesen Weg. Diese Funktion ist besonders effektiv, wenn die Wolle trocken bleibt, da Nässe die Wirksamkeit verringert. Ungewaschene Schurwolle gilt aufgrund ihres strengen Geruchs als besonders effektiv, da Schnecken einen ausgeprägten Geruchssinn haben. In erster Linie als Dünger dienende Schafwollpellets sind eine alternative Form zur Schneckenabwehr, doch sie gelten als weniger wirksam als die Wolle selbst.

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Für die Anwendung wird die Schafwolle leicht in den Boden gedrückt oder mit Erdhaken daran befestigt – die Schnecken sollten nicht beim nächsten Windstoß darunter hindurchkriechen können. Da Regenschauer die Abwehrfunktion der Wolle schwächen, empfiehlt es sich, die Wolle in überdachten Bereichen wie Gewächshäusern oder vor Regen geschützt auszulegen.

Woher bekommt man Schafwolle?

Sofern Sie keinen Schäfer haben, der direkt ums Eck wohnt, können Sie im gut sortierten Bau- und Gartenfachhandel auf der Suche nach unbehandelter Wolle und Schafwollpellets fündig werden. Auch manche Wollgeschäfte bieten das Naturprodukt an oder können es bestellen. Im Internet gibt es viele Kaufoptionen, auch für vorgefertigte Schneckenvliese aus Wolle. Die Kosten schwanken stark und liegen zwischen etwa fünf und 50 Euro für ein Kilo Rohwolle.

Gute und schlechte Nebenwirkungen von Schafwolle im Garten

Die Vorteile von Schafwolle liegen in ihrer einfachen Anwendung und der Doppelfunktion als Dünger und Schneckenabwehr. Schafwolle ist vollständig biologisch abbaubar und verbessert langfristig die Bodenstruktur, indem sie infolge ihrer Verrottung wertvolle Nährstoffe freisetzt. Sie dient als Mulchmaterial und speichert Wasser, was den Boden feucht hält und besonders bei sommerlicher Trockenheit von Vorteil ist.

Ein Nachteil ist der starke Geruch der Wolle, der manche Gärtner stören könnte. Auch die Kosten für Schafwollpellets sind relativ hoch. Ungewaschene Schafwolle ist effektiver, da sie nicht entfettet ist und den Schnecken besser widersteht. Ungeeignet ist Schafwolle für Pflanzen, die einen eher sauren Boden bevorzugen, wie Hortensien oder Azaleen, denn sie besitzt einen hohen pH-Wert. Größter Nachteil bleibt dennoch die nachlassende Wirksamkeit bei Regen.

Diese 12 Blumen und Stauden mögen Schnecken gar nicht

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) an Blüte des Blutweiderich (Lythrum salicaria), Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
Von Schmetterlingen geliebt, bei den Schleimern verpönt: Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) zählt zu den schneckenresistenten Stauden. © imagebroker/Imago
Löwenmäulchen (Antirrhinum majus)
Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) werden von Schnecken verschont. Vielleicht liegt es an ihrem furchteinschreckenden Namen – oder einfach an unappetitlichen Inhaltsstoffen. © Panthermedia/Imago
Duftgeranie Pelargonium quercifolium
Ob Duftgeranie, Storchschnabel oder Edelpelargonie – Geranien zählen zu den Lieblingsblumen der Deutschen, aber Schnecken sehen das nicht so.  © Manfred Ruckszio/Imago
Kalifonischer Mohn (Eschscholzia californica)
Mohngewächse, insbesondere Kalifonischer Mohn (Eschscholzia californica), werden in der Regel von Schnecken gemieden. © imagebroker/Imago
Roter Fingerhut in einem Garten
Fingerhut (Digitalis) enthält Giftstoffe, die Schnecken nicht gut bekommen. © Rene Traut/Imago
Goldmarie, Zweizahn (Bidens)
Die Goldmarie, auch Zweizahn (Bidens) genannt, steht nicht auf dem Speiseplan der Blumenfresser. © Depositphotos/Imago
Eisbegonie (begonia semperflorens)
Auch Kübelpflanzen sind normalerweise vor Schnecken nicht sicher. Begonien, wie zum Beispiel Eisbegonien, schon. © Zoonar/Imago
Schnecke auf gelber Rosenblüte
Eine Schnecke auf einer Rose ist ein seltener Anblick, die meisten Arten dieser Gattung werden von den Schädlingen verschmäht.  © Depositphotos/Imago
Frauenmantel (Alchemilla mollis)
Glück für den Gärtner, Pech für die Schnecke. Den Frauenmantel (Alchemilla mollis) lassen die Plagegeister in Ruhe. © Peter Widmann/Imago
Rankende Kapuzinerkresse (Tropaeolum)
Sind Sie auf der Suche nach einer blühenden Kletterpflanze, die von Schnecken gemieden wird? Dann greifen Sie zur Kapuzinerkresse (Tropaeolum), die den Tieren mit Senfölen und anderen Aromen den Appetit verdirbt. © Dreamstime/Imago
Bergastern (Aster amellus)
Auch Bergastern (Aster amellus) zählen zu den blühenden Stauden, die Schnecken in der Regel links liegen lassen. © Westend61/Imago
Biene an Blüte von Schleierkraut (Gypsophila paniculata)
Sobald das Schleierkraut (Gypsophila paniculata) über das Jugendstadium hinaus ist, wird die Staude für Schnecken uninteressant. © Depositphotos/Imago

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