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Warum funktioniert mein Schneckenring nicht? 4 häufige Anwendungsfehler

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Schneckenkragen sollen Jungpflanzen im Beet schützen. Oft überwinden die Schädlinge das Hindernis trotzdem. Die richtige Anwendung macht die Methode wirksamer.

Schneckenkragen oder Schneckenringe zählen zu den eigentlich sicheren Methoden, um Jungpflanzen im Beet vor den Schädlingen zu schützen. Die Plastik- oder Metallringe werden rund um das keimende Saatgut oder gleich bei der Pflanzung gesteckt, sodass die Gewächse von Beginn an für Schnecken nicht erreichbar sind. Der hohe, umgestülpte Kragen ist für die Tiere eine unüberwindbare Barriere. Eigentlich.

Doch oftmals berichten enttäuschte Hobbygärtner, dass die Schnecken offensichtlich einen Weg gefunden haben, das saftige Grün zu erreichen und anzufressen. Dafür gibt es Gründe, die häufig in einer falschen Anwendung des Hilfsmittels liegen. Die folgenden Fehler sollten Sie vermeiden.

1. Hohe Nachbarpflanzen

Schneckenkragen können eine wertvolle Hilfe gegen die Schädlinge sein, wenn man sie richtig anwendet.

Auch von oben führt ein Weg: Wird eine hochwachsende Pflanze zu dicht an den Schneckenkragen gesetzt, können die Schädlinge diese als Trittleiter nutzen und sich von dieser zum begehrten Futter „abseilen“. Wählen Sie einen ausreichenden Pflanzabstand und kontrollieren Sie regelmäßig, dass Nachbarpflanzen und Unkraut nicht zu weit herüber ranken. Achtung: Nicht nur Nachbarpflanzen, auch ein großer Stein oder eine Beetbegrenzung dienen als Brücke.

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2. Schneckenkragen sitzt zu tief

Um zu verhindern, dass der Schneckenring vom Winde verweht wird, stecken viele Hobbygärtner den Ring zu tief in die Erde. Wenn die Schnecken sich strecken, können Sie so direkt auf den Überhang kriechen und ins Innere gelangen. Drücken Sie den Plastikring daher nur fünf bis zehn Zentimeter tief ins Beet.

3. Schneckeneier im Beet

Manchmal muss eine Schnecke den Kragen gar nicht überwinden, um ans Ziel zu kommen: Wenn sie zuerst da war. Schnecken legen ihre Eier an allen möglichen Stellen ab, unter anderem direkt im Beet. Bevor Sie Saatgut ausbringen oder Jungpflanzen setzen, sollten Sie die Erde nach den weiß-gelben, etwa zwei Millimeter großen Eiern absuchen und diese entfernen. Erst dann wird der Schneckenkragen darüber gestülpt.

Diese 12 Blumen und Stauden mögen Schnecken gar nicht

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) an Blüte des Blutweiderich (Lythrum salicaria), Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
Von Schmetterlingen geliebt, bei den Schleimern verpönt: Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) zählt zu den schneckenresistenten Stauden. © imagebroker/Imago
Löwenmäulchen (Antirrhinum majus)
Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) werden von Schnecken verschont. Vielleicht liegt es an ihrem furchteinschreckenden Namen – oder einfach an unappetitlichen Inhaltsstoffen. © Panthermedia/Imago
Duftgeranie Pelargonium quercifolium
Ob Duftgeranie, Storchschnabel oder Edelpelargonie – Geranien zählen zu den Lieblingsblumen der Deutschen, aber Schnecken sehen das nicht so.  © Manfred Ruckszio/Imago
Kalifonischer Mohn (Eschscholzia californica)
Mohngewächse, insbesondere Kalifonischer Mohn (Eschscholzia californica), werden in der Regel von Schnecken gemieden. © imagebroker/Imago
Roter Fingerhut in einem Garten
Fingerhut (Digitalis) enthält Giftstoffe, die Schnecken nicht gut bekommen. © Rene Traut/Imago
Goldmarie, Zweizahn (Bidens)
Die Goldmarie, auch Zweizahn (Bidens) genannt, steht nicht auf dem Speiseplan der Blumenfresser. © Depositphotos/Imago
Eisbegonie (begonia semperflorens)
Auch Kübelpflanzen sind normalerweise vor Schnecken nicht sicher. Begonien, wie zum Beispiel Eisbegonien, schon. © Zoonar/Imago
Schnecke auf gelber Rosenblüte
Eine Schnecke auf einer Rose ist ein seltener Anblick, die meisten Arten dieser Gattung werden von den Schädlingen verschmäht.  © Depositphotos/Imago
Frauenmantel (Alchemilla mollis)
Glück für den Gärtner, Pech für die Schnecke. Den Frauenmantel (Alchemilla mollis) lassen die Plagegeister in Ruhe. © Peter Widmann/Imago
Rankende Kapuzinerkresse (Tropaeolum)
Sind Sie auf der Suche nach einer blühenden Kletterpflanze, die von Schnecken gemieden wird? Dann greifen Sie zur Kapuzinerkresse (Tropaeolum), die den Tieren mit Senfölen und anderen Aromen den Appetit verdirbt. © Dreamstime/Imago
Bergastern (Aster amellus)
Auch Bergastern (Aster amellus) zählen zu den blühenden Stauden, die Schnecken in der Regel links liegen lassen. © Westend61/Imago
Biene an Blüte von Schleierkraut (Gypsophila paniculata)
Sobald das Schleierkraut (Gypsophila paniculata) über das Jugendstadium hinaus ist, wird die Staude für Schnecken uninteressant. © Depositphotos/Imago

4. Die Pflanze ist zu groß

Ist die Pflanze schon zu hoch gewachsen und lässt ihre Blätter über den Schneckenrand fallen, können die Schnecken einfach daran hochkriechen. Schneckenringe dienen in erster Linie dazu, besonders fraßanfällige Jungpflanzen zu schützen. Diese schmecken den Schnecken am besten und haben noch nicht genug Abwehrstoffe oder kratzige Blätter gegen Schädlinge gebildet. Ist die Pflanze schon größer gewachsen, wird der Ring in der Regel nach etwa drei Wochen abgenommen, zumindest, solange er sich einfach abheben lässt. Dies verlängert auch die Haltbarkeit des Schneckenkragens.

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Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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