Koffein und Pflanzenstoffe

Krebs vorbeugen mit Kaffee: Koffein und Pflanzenstoffe schützen Leber, Darm, Niere und Haut

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Kaffee gilt als ultimativer Wachmacher. Für Mediziner interessanter sind allerdings seine krankheitsvorbeugenden Wirkungen.

Der tägliche Kaffee gehört für viele wie selbstverständlich mit dazu. Viele „Koffein-Junkies“ schwören auf die wach machende und euphorisierende Wirkung von Koffein. Wie bei den meisten anderen Genussmitteln gilt aber: Man sollte Koffein nicht überdosieren, weil sonst ein Koffeinschock droht. So kann ein Zuviel an Koffein Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Wahrnehmungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und erhöhte Atemfrequenz zur Folge haben, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Gesundheitliche Risiken können sich dem BfR zufolge bei Überschreitungen der Verzehrempfehlung von einer Portion pro Tag mit mehr als 200 Milligramm Koffein ergeben. In einer Tasse Filterkaffee (rund 200 ml) stecken rund 90 mg Koffein.

Doch konsumiert man Kaffee nicht im Übermaß, kann sich der Trank positiv auf unsere Gesundheit auswirken. So soll die euphorisierende Wirkung von Kaffee sogar einer Depression vorbeugen können. Außerdem weisen Forschungsergebnisse darauf hin, dass Kaffeetrinker seltener an Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt sowie Diabetes erkranken. Dies hat lebensverlängernde Wirkung.

Mit Kaffee gegen Krebs: Koffein und sekundäre Pflanzenstoffe schützen die Zellen

Auch das Krebsrisiko wird durch Substanzen im Kaffee positiv beeinflusst. So informiert das Ärzteblatt, dass Kaffeetrinker etwas seltener an Hautkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs erkranken als Abstinenzler. Besonders deutlich sei der Einfluss auf die Leber. Das Risiko einer Leberzirrhose war in epidemiologischen Studien um 55 Prozent gesenkt und auch Leberkrebs trat ganze 40 Prozent seltener auf, heißt es weiter.

Doch warum kann Kaffee vor Krebs schützen? Lange Zeit wurde angenommen, dass vor allem der Inhaltsstoff Koffein die krebsvorbeugende Wirkung entfaltet. Doch neuere Studien würden darauf hinweisen, dass auch andere pflanzliche Substanzen im Kaffee dafür verantwortlich sind, so eine Information des Deutschen Krebsforschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft.

Viele beschreiben den ersten Kaffee als wichtigstes Getränk des Tages. Einige Inhaltsstoffe beugen sogar Krankheiten vor.

Kaffee bietet dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Fachportal Medical Tribune zufolge Schutz vor folgenden Krebskrankheiten:

  • Leberkrebs
  • Nierenkrebs
  • Schwarzem und weißem Hautkrebs
  • Brustkrebs (bei Frauen vor den Wechseljahren)
  • Darmkrebs
  • Gebärmutterkrebs

Welche pflanzlichen Substanzen, die der Gesundheit gut tun, finden sich in Kaffee?

In Kaffee finden sich Antioxidantien. Diese Substanzen schützen den Körper vor freien Radikalen – bestimmten Stoffwechselprodukten, die chemisch hochreaktiv sind und Zellschäden verursachen können. Diese Schäden können die Zellen entarten lassen, was Krebs zur Folge haben kann. Antioxidantien aus der Nahrung sind zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe. In Kaffee sind das der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge vor allem Phenolsäuren.

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Kaffee: Welche 8 gesundheitlichen Vorteile als wissenschaftlich erwiesen gelten

Frau trinkt Kaffee und lächelt in die Kamera.
Kaffee macht wach und wirkt auf manche sogar euphorisierend. Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass der Trank aus der Kaffeebohne sogar Depressionen vorbeugen kann. Zwei bis drei Tassen täglich verringerten bei Frauen das Erkrankungsrisiko um 15 Prozent. Tranken sie mehr als drei Tassen, war das Risiko sogar um 20 Prozent geringer, heißt es vonseiten der Apotheken Umschau.  © Joseffson/Imago
Frau trägt Kaffeetasse.
Kaffee wird mit einem niedrigeren Diabetes-Risiko in Verbindung gebracht. Professor Chahan Yeretzian, Leiter des Coffee Excellence Centers an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erklärt im Interview mit der Apotheken Umschau, dass die gesundheitsfördernde Wirkung vor allem auf die in Kaffee enthaltenen Substanzen Koffein und Antioxidantien zurückzuführen ist. Letztere schützen vor freien Radikalen, die unsere Zellen angreifen und so sogar das Krebsrisiko erhöhen. Doch warum schützt Kaffee vor Diabetes? Woran genau das liegt, ist noch nicht völlig geklärt, informiert die Apotheken Umschau. Kaffee verbessere offenbar die Empfindlichkeit für das Hormon Insulin, infolge könne der Körper Zucker besser verarbeiten. Bestimmte Stoffe, die der Körper nach dem Genuss ausschüttet, wirken zudem gefäßschützend und entzündungshemmend, heißt es weiter.  © Imago
Mann sitzt am Arbeitsplatz, eine Kaffeetasse steht auf dem Tisch.
Kaffee hemmt sogar die Aktivität von Coronaviren – allerdings bislang nur im Laborversuch. Trotzdem sollen die potenziell antiviral wirksamen Effekte von Kaffee in dieser Aufzählung einen Platz finden. Professor Nikolai Kuhnert von der Jacobs University und sein Team hatten im Labor untersucht, wie Inhaltsstoffe von Kaffee und Coronaviren miteinander interagieren. Sie fanden dabei heraus, dass eine chemische Verbindung in der Kaffeebohne die Fähigkeit des Spike-Proteins von Coronaviren hemmt, an die sogenannten ACE-2-Rezeptoren in menschlichen Zellen anzudocken. Die Schlussfolgerung der Forschenden: Kaffee könnte Corona-Infektionen verhindern. Um diese These zu beweisen, fehlt allerdings noch ein klinischer Versuch am Menschen.  © Jose Luis Carrascosa/Imago
Tasse Kaffee und Gebäck
Kaffee wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus: so das Ergebnis einer Studie von ungarischen Forschern. Ein Team der Semmelweis-Universität in Budapest um Dr. Judit Simon vom Herz- und Gefäßzentrum der Universität untersuchte, ab wie vielen Tassen Kaffee pro Tag eine lebensverlängernde Wirkung einsetzt. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass bis zu drei Tassen Kaffee täglich mit einem geringeren Risiko für Schlaganfälle und tödliche Herzkrankheiten verbunden sind.  © Annie Hall/Imago
Frau trinkt Kaffee
Kaffee ohne Zucker habe sich in einer großen Metaanalyse als effizienter Schutzfaktor für die Leber erwiesen, wird Professor Dr. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen, von der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zitiert. Eine Menge von drei bis fünf Tassen Kaffee täglich gilt als besonders empfehlenswert, so die PZ. Sie vertragen Koffein nicht sonderlich gut? Dann greifen Sie zur koffeinfreien Alternative: Auch diese Art von Kaffee entfaltet leberschützende Wirkung.  © Julia Bradley/Imago
Zwei Frauen frühstücken.
Ein Espresso zum Frühstück? Ja, gerne – wenn es nach der leberschützenden Wirkung von Kaffee geht. Eine groß angelegte italienische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Substanzen im Kaffee vor Leberkrebs schützen können. Ein Team um Carlo LaVecchia vom pharmakologischen Forschungsinstitut „Mario Negri“ in Mailand hatte untersucht, wie sich Kaffeetrinken auf das Leberkrebs-Risiko auswirkt. Wie das Ärzteblatt berichtete, kam es in der Gruppe der Kaffeetrinker ganze 40 Prozent seltener zu Leberkrebs. Der Erklärungsansatz der Forschenden: Eine Reihe von bioaktiven Substanzen in Kaffee wirkt sich in Summe protektiv auf die Leber aus.  © William Perugini/Imago
Zwei Tassen Kaffee von oben, Milchschaum ist verziert
Das Demenzrisiko soll durch regelmäßigen Kaffeegenuss sinken. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Yuan Zhang von der School of Public Health an der Tianjin Medical University in Tianjin, China. „Wir fanden heraus, dass Kaffee- und Teekonsum einzeln oder in Kombination mit einem geringeren Schlaganfall- und Demenzrisiko verbunden sind“, so eine Erkenntnis der chinesisch-US-amerikanischen Forschergruppe. Das Demenzrisiko war bei Menschen, die zwei- bis dreimal täglich Kaffee tranken, sogar um bis zu 28 Prozent geringer als bei Studienteilnehmern, die keinen Kaffee tranken. © Manfred Segerer/Imago
Frauen prosten sich mit Kaffeetassen zu.
Bei Kopfschmerzen kann ein Espresso wahre Wunder wirken. Denn das enthaltene Koffein hat schmerzstillende Wirkung. Daher wird Koffein in Kombipräparaten gegen Kopfschmerzen genutzt. Darin enthalten, steigert Koffein den schmerzlindernden Effekt von ASS und Paracetamol um bis zu 70 Prozent, informiert die Apotheken Umschau.  © Jake Jakab/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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