Weichteilsarkome

Weichteilkrebs – tödliche Diagnose oder gut heilbar?

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Wer mögliche Anzeichen eines Weichteiltumors bei sich beobachtet, sollte schnell zum Arzt gehen. Denn je früher die Diagnose, desto größer die Heilungschancen.

Weichteiltumore können in fast jedem Körperbereich auftreten und sind meistens gutartig. Nur selten entwickeln sich bösartige Tumore, sogenannte Weichteilsarkome. Weichteilkrebs macht etwa zwei Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Erwachsenen in Deutschland aus und ist damit eine seltene Krebsart. Bei Kindern ist der Krebs mit sieben bis zehn Prozent etwas häufiger. Männer sind öfter von Weichteilkrebs betroffen als Frauen und die Prognose ist eher ungünstig. Lesen Sie alles zu Symptomen, Diganose und Behandlung. 

Weichteilkrebs – das sind die Symptome

Weichteilsarkome können in den Muskeln und im Bindegewebe auftreten (Symbobild).

„Weichteilsarkom“ ist ein Sammelbegriff für etwa 50 verschiedene Krebsarten, wie die Deutsche Krebsgesellschaft informiert. Sie können nahezu überall im Weichteilgewebe des Menschen auftreten, konkret im: 

  • Fettgewebe
  • Bindegewebe
  • Nervengewebe
  • oder in der Muskulatur

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Am häufigsten entsteht Weichteilkrebs bei Erwachsenen am Bein (etwa 40 Prozent der Fälle), gefolgt vom Rumpf, den Armen und dem Kopf-Hals-Bereich. Bei Kindern sind meist der Rumpf, die Arme und die Beine betroffen, wobei bösartige Weichteiltumore bei ihnen vor allem in den Muskeln vorkommen. Erstes Anzeichen ist eine Schwellung. Tritt sie in Verbindung mit anderen Symptomen auf, könnte ein Weichteiltumor dahinterstecken:

  • die Schwellung wird innerhalb von Wochen bis Monaten größer
  • die Stelle schmerzt
  • die Muskeln in Armen oder Beinen sind angeschwollen
  • die geschwollene Stelle ist größer als fünf cm

Ein Risikofaktor für Krebs ist außerdem das Alter. Menschen über 50 sollten deshalb bei möglichen Symptomen besonders vorsichtig sein. Gleiches gilt für Menschen, die rauchen und regelmäßig Alkohol trinken. Auch Menschen mit Übergewicht haben ein erhöhtes Krebsrisiko.

So erfolgt die Diagnose bei Weichteilkrebs

Wer mögliche Anzeichen für Weichteilkrebs bei sich beobachtet, sollte zum Arzt gehen. Denn wie auch bei anderen Krebsarten ist es wichtig, einen Weichteiltumor frühzeitig zu erkennen: Je früher die Diagnose, desto höher die Chance auf eine wirksame Therapie und Heilung, informiert die Schweizer Krebsliga.

Zunächst tastet der Arzt die betroffene Stelle sowie Lymphknoten und gegebenfalls andere Organe ab. Für die Diagnose muss immer auch ein Teil des Gewebes entnommen werden. Solche sogenannten Biopsien werden in speziellen Sarkomzentren durchgeführt. Zusätzlich können Ärzte mit Hilfe von Ultraschall, Röntgen, CT und MRT kontrollieren, ob der Weichteilkrebs schon gestreut hat. Wichtig sind diese bildgebende Verfahren auch bei Weichteilkrebs im Bauch oder im Becken. Denn dort löst er meist keine spezifischen Beschwerden aus und wird erst spät erkannt.

So kann Weichteilkrebs behandelt werden

Da Sarkome komplexe und seltene Krankheiten sind, gehören sie in die Hände von Spezialisten eines Sarkomzentrums. Dort werden individuelle Behandlungspläne erstellt. Der wichtigste Behandlungsschritt bei Weichteilkrebs ist eine Operation, bei der Chirurgen den Tumor möglichst vollständig entfernen. Darüber hinaus können eine Strahlentherapie und die Behandlung mit Medikamenten (Chemotherapien) durchgeführt werden.

Die Therapieschritte können parallel oder auch nacheinander erfolgen, je nach Stadium des Weichteilkrebses. Ist die Krankheit so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, setzt die palliative Behandlung ein. Sie kann die Lebensqualität verbessern und Schmerzen lindern.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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