VonNatascha Bergerschließen
Ein Bürgergeld-Empfänger will auf TikTok durchstarten. In einer TV-Show zeigt er, wie er es aus der Arbeitslosigkeit herausschaffen möchten – und das Jobcenter davon überzeugt.
Mannheim – Der Weg in die Selbstständigkeit kann hart sein und ist oft von vielen bürokratischen Hindernissen geprägt. Um der eigene Chef zu werden, nehmen viele Menschen in Deutschland das jedoch gern in Kauf. So auch Pascal, der Zuschauern der RTLZWEI-Sendung „Hartz und herzlich“ bereits bekannt sein dürfte. Der 22-Jährige und seine Mutter Petra möchten raus aus der Arbeitslosigkeit und nicht mehr auf Bürgergeld angewiesen sein. Das Ziel: Als Influencer auf TikTok Geld verdienen.
Bei „Hartz und herzlich“ werden verschiedene Bürgergeld-Empfänger bei ihrem Alltag begleitet. So auch Petra, Pascal und Selina. Die Familie wohnt in einer Sozialsiedlung in Mannheim, den sogenannten Benz-Baracken. In der RTLZWEI-Doku-Soap können Zuschauer schon länger verfolgen, wie die dreiköpfige Familie trotz Bürgergeld oder Hartz IV am Existenzminimum lebt.
Bürgergeld-Empfänger will auf TikTok durchstarten
Pascal arbeitete zuletzt als Lagerist – da er sich jedoch krankmeldete und trotzdem auf Social Media zu sehen war, wurde er noch in der Probezeit gekündigt. Nun möchte Pascal auf TikTok durchstarten. Dafür holte er sich bereits Hilfe von einem berühmten TikToker. Zuerst muss er davon jedoch das Jobcenter überzeugen. Denn eigentlich nimmt der 22-Jährige gerade an einem berufsfördernden Maßnahme teil.
Bürgergeld-Empfänger muss Jobcenter von seiner TikTok-Karriere überzeugen
In einer neuen Folge von „Hartz und herzlich“ erzählt Pascal von seinem letzten Besuch beim Arbeitsamt. Die Angestellte im Jobcenter schien erst nicht begeistert von Pascals Idee, seine berufsfördernde Maßnahme abzubrechen, um auf Social Media berühmt zu werden. „Dann habe ich denen meine Argumente gebracht: Dass ich mein eigener Herr bin bei dieser Social-Media-Plattform“, so der Bürgergeld-Empfänger, der seine Pläne schon öfter verteidigen musste.
Es sei besser, wenn das Jobcenter ihn nun unterstütze und er so sein „eigene Sache durchziehen“ könne. Die Frau habe ihm daraufhin ein Formular mitgegeben, mit dem die Familie einen Gründerzuschuss beantragen kann. Klar ist für Pascal und Mutter Petra aber auch: Eine andere Einnahmequelle neben TikTok wäre sinnvoll. „Wir wollen einfach nur ein normales Leben führen als Leute, die selbst Einnahmen haben und nicht mehr vom Amt leben“, sagt Mutter Petra, die seit über 10 Jahren arbeitslos ist.
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Weg vom Bürgergeld: Pascal und Petra melden bei „Hartz und herzlich“ ein Kleingewerbe an
Um mit TikTok richtig durchstarten zu können, gehen Pascal und Petra zum Gewerbeamt. Jeder Name auf dem Gewerbeschein kostet 25 Euro – viel Geld für die beiden Bürgergeld-Empfänger. Für den Traum von Influencer-Sein würden sie nun in „den sauren Apfel beißen“, sagt Petra. Nachdem die beiden den Gewerbeschein ausgestellt bekommen haben, steht noch einiges auf der To-do-Liste der Familie aus Mannheim: Anmelden beim Finanzamt, eine neue Ordnerstruktur schaffen und einen Business-Plan aufstellen. Petra und Pascal hoffen am Ende auf eine Beihilfe von 300 Euro im Monat, die ihnen den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern soll.
Traum von der TikTok-Karriere: Bürgergeld-Empfänger wollen nicht mehr arbeitslos sein
Auch Tochter Selina ist angetan von dem Plan ihres großen Bruders, auf TikTok berühmt zu werden. Die 18-Jährige hat eine geistige Behinderung und absolviert gerade ein Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen. Dort gefällt es der „Hartz und herzlich“-Bekanntheit jedoch nicht sonderlich gut. Sie würde lieber eine andere Ausbildung machen, erfüllt jedoch einige schulische Voraussetzungen nicht.
Doch egal wo sie arbeite, TikTok wolle sie zu ihrem ersten Standbein machen. „Das habe ich meinem Bruder zu verdanken, der hat mir das schön eingeredet“, sagt die 18-Jährige. Pascal erklärt ihr daraufhin: „Wenn TikTok nicht läuft, müssen wir trotzdem arbeiten gehen.“ Eine andere „Hartz und herzlich“-Familie setzt auf originelle Spar-Tricks.
Mutter Petra hat neben der TikTok-Karriere auch noch einen anderen Traum: Als DJ am Ballermann auf Mallorca durchstarten. „Da wäre ich gleich dabei“, sagt die Langzeitarbeitslose. Selina findet auch diesen Plan „auf jeden Fall besser als arbeiten“. Wie der Einstieg in die Selbstständigkeit bei der „Hartz und herzlich“-Familie laufen wird, ist sicherlich bei einem nächsten Besuch des RTLZWEI-Teams in Mannheim zu sehen. (nbe)
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