VonLaura Wittstruckschließen
Zum Sommerende präsentiert der Hibiskus im Garten vielfach Samenkapseln. Dann stellt sich die Frage: Dran lassen oder abtrennen?
Im September neigt sich die Blütezeit des Hibiskus im Garten zu Ende. Wer welke Blüten nicht sofort entfernt hat, entdeckt jetzt reife Samenkapseln am Strauch- oder Garteneibisch. Doch wie gehen Sie mit diesen jetzt am besten um?
Wann sind Eibisch-Samen reif?
Zu Beginn sind die Samenkapseln des Hibiskus gar nicht so leicht von seinen Knospen zu unterscheiden. Beide sind grün und eher kugelig. Doch während sich aus den Knospen farbenfrohe Blüten bilden, verfärben sich die Kapseln mit der Zeit braun und trocknen aus. Im Inneren reifen gleichzeitig die eigentlichen Samen heran. Ist die Samenkapsel reif, öffnet sie sich und diese kommen zum Vorschein. Eibisch-Samen sind klein, leicht borstig und besitzen eine harte Schale. Sie schützt das kostbare Innere, macht am Ende aber auch die Keimung schwieriger.
Hibiskus Kapseln abschneiden oder am Strauch lassen?
Um Samen zu produzieren, braucht jede Pflanze Energie – sie fehlt dann an anderer Stelle, etwa für die Blütenbildung. Während der Saison macht es also Sinn, diesem Prozess beim Eibisch vorzubeugen. Dafür entfernen Sie regelmäßig welke Blüten, sodass sich aus dem Fruchtstand keine Kapseln entwickeln. Der eigentliche Hibiskus-Rückschnitt steht dagegen erst im Frühjahr an. In Ausnahmefällen ist es aber auch möglich, das Gehölz im Herbst zurückzuschneiden.
Ist die Kapsel erst einmal da, hat die Pflanze ihre Kraft bereits hineingesteckt – sie nun abzuschneiden ändert zu diesem Zeitpunkt nichts mehr. Ob Sie sie entfernen oder nicht, hängt jetzt also von anderen Überlegungen ab.
Bilden auch Zimmerhibisken Samen?
Es gibt einige Hibiskus-Arten, die in Deutschland im Garten gut wachsen: vorausgesetzt, Sie haben drei typische Fehler beim Pflanzen vermieden. Zu den gut gedeihenden Arten gehören der Garten- oder der Straucheibisch. Bei Zimmerpflanzen handelt es sich dagegen meist um den Chinesischen Roseneibisch. Dieser bildet normalerweise keine Samenkapseln aus. Der Grund: Zimmerhibisken sind in der Regel Hybriden und als solche unfruchtbar. In der Wohnung fehlen außerdem ausreichend Insekten als natürliche Bestäuber.
Grundsätzlich gilt: Samenkapseln, die am Hibiskus im Garten bleiben, platzen irgendwann auf und verteilen ihren Inhalt auf der Erde. Je nachdem, wie gut die Keimung klappt, wachsen dann unter dem Strauch zahlreiche Jungpflanzen. Wer das kontrollieren will, sollte die Samenkapseln also ernten bzw. abschneiden. Dann können Sie sie entweder entsorgen oder daraus gezielt Keimlinge heranziehen.
Hibiskus vermehren: lieber nicht über Samen
Wer den Hibiskus vermehren will, hat verschiedene Möglichkeiten. Die Variante mit Samen ist dabei eher kompliziert. Viele von ihnen keimen selbst unter optimalen Bedingungen nicht, und auch die Jungpflanzen sind später sehr anspruchsvoll. Zudem entstehen aus Samen keine exakten Klone der Mutterpflanze. Da es sich in der Regel um Hybriden handelt, setzt sich beim Nachwuchs jeweils eine andere Kreuzung durch – das Ergebnis bleibt also immer eine Überraschung. Einfacher funktioniert das Ganze über Stecklinge.
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