Von Staude bis Topfpflanze

Exotischer Hibiskus: Alles über Pflege, Standort und Rückschnitt für volle Blütenpracht

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Der Hibiskus mit seinen farbenfrohen und großen Blüten ist eine beliebte Zimmer- und Gartenpflanze. Je nach Art gibt es Besonderheiten bei der Pflege.

Ein Hauch von Tropenfeeling für zu Hause: Der Hibiskus, auch Eibisch, stammt ursprünglich aus fernen Ländern. Mittlerweile ist er jedoch von heimischen Fensterbänken und Gärten nicht mehr wegzudenken. Vor allem seine großen, filigranen Blüten bezaubern Gärtner auf der ganzen Welt. In Hawaii hat es der Hibiskus so sogar zur offiziellen Staatsblume geschafft. Wer seinen Hibiskus gut pflegt, kann sich über eine große Blütenpracht freuen.

Hibiskusarten – vom Roseneibisch zum Staudenhibiskus

Der Hibiskus gehört zur Familie der Malvengewächse. Die Gattung stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens. Laut der Freien Universität Berlin gelangte der Hibiskus etwa um das Jahr 1730 nach Europa. Seit etwa 100 Jahren wird er gezielt gezüchtet – insbesondere etwa in England oder Hawaii. So gibt es heute ungefähr 500 Hibiskus-Arten, in allen möglichen Farben. Von Blau bis Gelb oder Violett bezaubern die exotischen Hingucker. Zu einer der beliebtesten Arten zählt der Chinesische Rosen-Eibisch (Hibiscus rosa-sinensis): Wer eine Zimmerpflanze sucht, findet in der Regel Exemplare dieser Art im Gartencenter. Doch auch für den Garten eignen sich einige Hibiskus-Arten. Winterharte Exoten sind etwa der Strauch- oder der Garten-Eibisch. Der Stauden-Hibiskus hält ebenfalls niedrige Temperaturen aus – und ist eine der Eibisch-Arten mit XXL Blüten.

Der Chinesische Rosen-Eibisch ist eine der beliebtesten Hibiskus-Arten (Symbolbild).

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Hibiskus richtig pflegen: in Topf oder Garten

Ob im Topf auf der Fensterbank oder als Strauch im Garten – der Hibiskus stellt immer gleich Ansprüche an den Boden. Wohl fühlt er sich in durchlässiger, lockerer Erde. Diese sollte nährstoffreich und nicht zu trocken sein. Für den Hibiskus draußen ist ein lehmiger Boden optimal. Wächst der Hibiskus im Topf, genügt hochwertige Blumenerde, am besten gemischt mit etwas Sand. Denn: Der Hibiskus braucht zwar gerade im Wachstum viel Wasser, da er sonst seine Blüten abwirft. Staunässe verträgt er jedoch gar nicht. Am besten blüht der Hibiskus an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. 

Hibiskus düngen

Düngen sollten Gärtner den Hibiskus im Garten im Frühjahr und Sommer – im Herbst und Winter ist dies nicht notwendig. Für die Zimmer-Variante ist Flüssigdünger eine gute Variante. Bekommt der Hibiskus zu wenig Dünger, sind gelbe Blätter eine häufige Folge.

Ob winterhart oder zart besaitet: So überwintern alle Hibiskus-Arten  

Im Sommer verzaubert der Chinesische Rosen-Eibisch Balkon und Terrasse. Doch niedrigere Temperaturen verträgt er nicht gut – ebenso wie andere nicht-winterharte Arten wie der Kletterhibiskus. Dem BR zufolge kommen sie nur mit Temperaturen bis 12 Grad zurecht. Schon ab Anfang Oktober sollten die Eibische deshalb ein wärmeres Quartier beziehen dürfen. Gut dafür geeignet ist beispielsweise ein Wintergarten. Hier darf es für den Hibiskus auch mal etwas kälter als die Zimmertemperatur sein. Wichtig ist jedoch ein heller Standort. Bevor Sie die Pflanze ins Innere holen, sollten Sie sie zudem auf mögliche Schädlinge oder Krankheiten untersuchen. Während der kalten Monate reicht es, den Hibiskus mäßig zu gießen. Doch wann dürfen Rosen-Eibisch und Co wieder nach draußen? Hier empfiehlt es sich, zu warten, bis vom Nachtfrost keine Gefahr mehr ausgeht.

Im Topf auf der Terrasse ist der Hibiskus ein Blickfang: doch ab dem Herbst sollte er nach drinnen umziehen.

Winterharte Sorten kommen dagegen mit Minustemperaturen gut zurecht – zumindest, wenn die Pflanzen schon älter sind. Junge Exemplare sollten laut Utopia.de aber zusätzlichen Schutz bekommen. Damit sie im Beet keine kalten Füße bzw. Wurzeln bekommen, können Sie dieses mit Tannenzweigen, Mulch oder trockenem Laub bedecken. Wächst etwa der Garten-Eibisch im Topf, lässt sich dieser mit Strohmatten schützen. Wichtig ist auch, dass die Pflanze nicht auf dem kalten, unter Umständen gefrorenen Boden, steht. Hier schafft ein Holzuntersetzer oder eine Styroporplatte Abhilfe. 

Hibiskus schneiden – der richtige Zeitpunkt

Von Zeit zu Zeit sollten Gärtner beim Hibiskus die Schere anlegen. Nur so können Sie sich über eine große Blütenpracht freuen. Das gilt laut NDR insbesondere für den Garten-Eibisch. Als Zeitpunkt empfiehlt sich die Übergangszeit zwischen Winter und Frühjahr. In jedem Fall sollten Sie Jungtriebe entfernen, die über den Winter erfroren sind. Gleiches gilt für Totholz und Triebe, die nach innen wachsen. In Ausnahmefällen ist ein Rückschnitt auch im Herbst möglich. Wer seinen Hibiskus vermehren will, kann die Triebe auch als Stecklinge verwenden.

Ältere, dicht wachsenden Pflanzen sollten Sie zusätzlich ausdünnen. Dafür entfernen Sie einen Teil der Triebe, die bereits im Vorjahr geblüht haben. Denn: Die Blüten der exotischen Schönheiten bilden sich an den neuen Trieben aus. Alte Pflanzen, die etwa eine unschöne Wuchsform entwickelt haben, vertragen einen noch radikaleren Rückschnitt. Zur Verjüngung werden diese bis zu den älteren, verholzten Teilen zurückgestutzt. Bis er wieder zu seiner vollen Schönheit zurückfindet, braucht der Hibiskus dann jedoch etwas Zeit. Wer im Jahr des Schnitts noch auf Blüten hofft, kann enttäuscht werden.

Hibiskustee – welche Arten sind ungiftig?

Der Hibiskus gilt laut der Giftzentrale Bonn als ungiftig. Auch im Handel entdeckt man häufige eingelegte Hibiskusblüten oder verschiedene Tees. Doch lassen diese sich mit der eigenen Zimmerpflanze selbst herstellen? Jein: Hier kommt es auf die jeweilige Art an. Manche Arten sind zwar nicht schädlich, schmecken tun sie dennoch nicht sonderlich gut. Lecker sind dagegen etwa der Sumpfeibisch, Hibiscus moscheutos oder auch der Chinesische Roseneibisch. 

Rubriklistenbild: © A. Hartl/ IMAGO

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