VonMaximilian Gangschließen
Es gibt immer mehr Unwetterereignisse bei uns. Die daraus resultierenden Schäden können im Extremfall existenzbedrohend sein. Wie kann man sich schützen?
Hamm – Die vergangenen Monate haben gezeigt: Wetterextreme setzen Deutschland zunehmend zu. Ob die Mega-Hitze, die die Menschen in Ihren Häusern schwitzen lässt oder der heftige Starkregen, der innerhalb von wenigen Stunden dutzende Keller unter Wasser setzt. In so manchem Fall kann das nicht nur gesundheits-, sondern auch existenzbedrohend sein. Um sich davor zu schützen, ist insbesondere die Vorbereitung wichtig. Doch was kann man als Hausbesitzer überhaupt tun?
Für viele Hausbesitzer sind die Extremwetterereignisse ein „ungeahntes Risiko“, schreibt die Bausparkasse Schwäbisch Hall in einer Mitteilung. Dabei wird die Gefahr zunehmend größer, wie unter anderem Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen belegen: Noch im Juli zog ein Unwetter über das Münsterland hinweg, und hinterließ eine Schneise der Verwüstung in der Region. Im August beschert eine extreme Hitze zahlreichen Menschen die ein oder andere schlaflose Nacht.
Extreme Hitze: Wie man die Temperaturen im Innenraum niedrig hält
Um auch bei Temperaturen jenseits der 30 Grad einen gesunden Schlafrhythmus einhalten zu können, sollte bereits bei der Bauplanung an den entsprechenden Wärmeschutz gedacht werden. Eine gute Dämmung wirkt auch im Sommer wahre Wunder, in dem sie die heiße Luft draußen halten. „Je schwerer die Dämmstoffe, zum Beispiel Holzfaser oder Steinwolle, desto stärker ist der Effekt“, erklärt Armin Wallrapp, Architekt bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall.
Auch die Wahl des Baumaterials kann entscheidend beim Wärmeschutz sein: Materialien, wie Ziegel, Kalkstein, Holz oder Stroh wirken wärmeregulierend, und erlauben trotz Mega-Hitze vor der Tür eine angenehme Temperatur im Innenraum. Wer stattdessen auf Beton, Glas oder Stahl setzt, muss damit rechnen, dass die Thermometer-Anzeige im Schlafzimmer hochschnellt. Auch Fenster mit Sonnenschutzverglasung sowie eine Verschattung durch Rollladen oder Markisen können helfen.
Keller ist die „größte Schwachstelle“ bei Unwettern und Starkregen
Auch bei Unwettern spielen Dämmung und Abdichtung des Hauses eine entscheidende Rolle. Besonders vollgelaufene Keller hat die Bausparkasse als „größte Schwachstelle“ ausgemacht. Bei Neubauten steht und fällt der Schutz mit der Wahl der Abdichtung. Hausbesitzer sollten dabei auch die Mehrkosten für eine wasserundurchlässige Beschichtung des Untergeschosses in Kauf nehmen. Diese belasten den Geldbeutel zwar zunächst mehr, doch langfristig zahlt es sich aus.
Zur Dämmung ist der Einsatz von hochwassersicherem, formstabilem Material ratsam. „Weitere Maßnahmen, um das Eindringen von Wasser in die Immobilie zu verhindern, sind Hochwasserschutzfenster, deren Flügel sich nur nach außen öffnen lassen, sowie überstehende Dächer, ein Regenwassersystem, das große Wassermengen zuverlässig ableitet, und eingebaute Rückstauverschlüsse, die das Abwasser nur vom Haus in den Kanal fließen lassen und nicht umgekehrt“, so Wallrapp.
Wie man Haus und Garten vor Sturm & Orkan schützen kann
Während Starkregen insbesondere die unteren Geschosse des Hauses in Mitleidenschaft zieht, setzen Sturm und Orkan vor allem dem Dach zu. „Hier gilt: Die Dachdeckung mit Sturmhaken und ausreichender Vernagelung sichern und den Dachstuhl durch zusätzliche Befestigungen vor dem Abheben bei starken Orkanböen schützen“, so die Experten der Schwäbisch Hall. Im oder um den Garten sollte regelmäßig der Baumbestand auf die Sturmsicherheit überprüft werden.
Welche Versicherung greift bei unwetterbedingten Wasserschäden?
Prävention verringert zwar die Gefahr, doch gänzlich sicher ist man bei Extremwettern auch mit der besten Vorbereitung nicht. Für solche Fälle sind Versicherungen entscheidend. Doch welche Versicherung braucht man – und welche nicht? Sturm-, Hagel- oder Schäden nach einem Blitzeinschlag sichern Gebäude- und Hausratsversicherung ab. Wasserschäden sind jedoch nur dann abgedeckt, wenn es sich um einen Leitungswasserschaden handelt, beispielsweise nach einem Rohrbruch.
Bei Überschwemmungen greift in einigen Fällen eine Elementarschadenversicherung, so die Bausparkasse. Diese deckt Schäden, die durch einen Uferübertriff von Gewässern oder bei Überschwemmungen durch Starkregen entstehen. Nicht versichert ist hingegen Grundwasser, das unterirdisch ins Gebäude eindringt – zumindest meistens. „Vermischt sich das Grundwasser jedoch mit Oberflächenwasser und überfluten diese Wassermassen gemeinsam den Keller, ist der Schaden versichert.“
Wenn Wasser aus den Ableitungsrohren in das Haus eindringt, muss das meist explizit mitversichert sein. Bei Erdbeben oder Erdrutschen, wie es sie zuletzt auch in NRW gab, greift der Schutz nur dann, wenn das Ereignis naturbedingt ist. Schäden durch Kohleabbau oder Bautätigkeiten sind also nicht von der Elementarschadenversicherung gedeckt. Ein Schneedruckschaden ist nur dann versichert, wenn das Dach durch die Schneelast eingestürzt ist. Vorausgesetzt, der Schnee fällt nicht von Bäumen.
Welche Versicherung sollte man als Hausbesitzer abschließen?
Doch welche Versicherungen sollte man als Hausbesitzer nun abschließen? Die Bausparkasse Schwäbisch Hall rät in jedem Fall zu einer Hausratsversicherung sowie einer Wohngebäudeversicherung. „Damit Hausbesitzer beim nächsten Unwetter nicht aus allen Wolken fallen, sollten beide Versicherungen durch eine Elementarversicherung ergänzt werden.“ Wichtig: Aspekte, wie unter anderem Überschwemmung in Ufernähe, Rückstau, Erdrutsch sollten in den Versicherungsbedingungen berücksichtigt werden.
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