VonJulia Cuprakowaschließen
In Deutschland wird das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben. Doch für einige Berufsgruppen ist das kaum machbar. Die Belastungen sind oft zu hoch.
Das Thema eines höheren Renteneintrittsalters wird in Deutschland immer wieder diskutiert. Doch besonders für bestimmte Berufsgruppen ist ein späteres Arbeiten oft kaum möglich. Körperliche Belastungen, Schichtarbeit oder spezielle Arbeitsbedingungen machen es vielen Arbeitnehmern schwer, über das reguläre Rentenalter hinaus im Job zu bleiben. echo24.de beleuchtet, welche Berufsgruppen besonders von der späteren Rente betroffen sind und warum ein höheres Renteneintrittsalter für sie oft keine realistische Option darstellt.
Höheres Rentenalter – eine Herausforderung für viele Senioren
In Deutschland steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre – festgelegt im sogenannten Altersgrenzenanpassungsgesetz, wie ARAG berichtet. Für Personen des Jahrgangs 1964 bedeutet das: Das 67. Lebensjahr wird 2031 erreicht, und erst ab diesem Zeitpunkt ist ein abschlagsfreier Renteneintritt möglich.
Doch damit geben sich weder Wissenschaftler noch manche Politiker zufrieden. Wie echo24.de berichtet, fordern Forscher für Beamte ein um 5,5 Jahre längeres Arbeiten – begründet mit deren überdurchschnittlich hoher Lebenserwartung. Würde die Altersgrenze tatsächlich auf 70 Jahre steigen, könnten Frauen bei aktueller Lebenserwartung im Durchschnitt nur noch 13,5 Jahre Rente genießen, Männer sogar lediglich 8,9 Jahre. Für einige Berufsgruppen bestünde zudem das Risiko, die Rente überhaupt nicht mehr zu erreichen.
Frührente als Ausweg: Warum ein späterer Renteneintritt für viele Berufsgruppen unrealistisch ist
Für einige Berufsgruppen ist es nahezu unmöglich, ein höheres Renteneintrittsalter tatsächlich zu erreichen. Hauptursachen sind hohe körperliche und teilweise auch psychische Belastungen, kombiniert mit speziellen arbeitsmarkt- und gesundheitsbedingten Herausforderungen. Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Berufen das Erreichen des hohen Rentenalters besonders unrealistisch ist:
- Körperlich belastende Berufe: Handwerker, Bau- und Ausbauberufe, Maurer, Dachdecker, Fliesenleger, Beschäftigte in der Fleischverarbeitung sowie im Gartenbau stoßen beim Arbeiten bis 67 häufig an gesundheitliche Grenzen. In vielen Fällen ist ein höheres Renteneintrittsalter in diesen Branchen daher kaum realisierbar.
- Gesundheits- und Pflegeberufe: Pflegekräfte und medizinisches Personal sind häufig hoher körperlicher und psychischer Belastung ausgesetzt, was in vielen Fällen einen vorzeitigen Ruhestand begünstigt.
- Reinigungsberufe und Gastronomie: Beschäftigte in diesen Branchen sind oft starken körperlichen Belastungen und ungünstigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, was häufig zu einer verkürzten Lebensarbeitszeit führt.
- Sicherheitsberufe: Feuerwehrleute, Polizeikräfte und andere Beschäftigte im Sicherheitsdienst treten oft früher in den Ruhestand – teils aufgrund hoher körperlicher und psychischer Belastung, teils durch spezielle gesetzliche Regelungen.
(Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Augsburger-Allgemeine)
In Deutschland besteht grundsätzlich die Möglichkeit, vorzeitig in Rente zu gehen – insbesondere für bestimmte Berufsgruppen. Allerdings müssen Betroffene in diesem Fall häufig spürbare Abschläge hinnehmen. Dabei fällt die Rente im europäischen Vergleich ohnehin eher niedrig aus. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, ist eine Umschulung oder ein Wechsel in weniger belastende Tätigkeiten im fortgeschrittenen Alter meist kaum realistisch. Für einige Berufsgruppen bleibt daher oft nur der Weg in den vorzeitigen Ruhestand.
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