VonKirsten Lemkeschließen
Ihr Hund schnarcht? Was entzückend erscheint, könnte ernste Ursachen haben. Wann ein schnarchender Hund ein Fall für den Tierarzt ist.
Viele Hundebesitzer finden es niedlich, wenn Ihr Hund schnarcht. Nicht in jedem Fall ist ein schnarchender Hund gleich ein Fall für den Tierarzt. Doch Schnarchen kann im Zweifel auf eine ernste Erkrankung hindeuten.
Warum schnarchen Hunde überhaupt?
Schnarchen entsteht, wenn die Atemwege des Hundes blockiert sind und die Luft somit nicht mehr freie Bahn hat. Was man als Schnarchen hört, sind Vibrationen, die entstehen, wenn die Luft sich ihren Weg sucht. Manchmal reicht es schon, wenn der Hund falsch liegt. Meistens ändert der Hund seine Schlafposition irgendwann von selbst, sodass er besser Luft bekommt. Tut er das nicht, können Sie Ihren Hund vorsichtig anstupsen. Jedoch sollten Sie ihn dabei nicht erschrecken.
Solange ein Hund nur hin und wieder im Schlaf schnarcht und ansonsten topfit ist, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Anders sieht es allerdings aus, wenn weitere Symptome hinzukommen oder der Hund auch im wachen Zustand Probleme hat, Luft zu bekommen. Übrigens schlafen auch Hunde schlechter, wenn sie Sorgen haben.
Schnarchen beim Hund kann mehrere Ursachen haben
Die Kleintierklinik Ettlingen klärt auf ihrer Webseite über dieses Phänomen auf. Demnach kann ein eingeatmeter Fremdkörper für das Schnarchen verantwortlich sein. Weil das schnell gefährlich werden kann, sollte man bei dem Verdacht, dass der Hund einen Fremdkörper eingeatmet hat, schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen.
Auch Pilzerkrankungen der Nase können sich in Schnarchen äußern. Hat der Hund eitrigen Nasenausfluss, ist das ein weiteres Indiz für eine Pilzinfektion, die in jedem Fall behandelt werden muss. Fängt ein alter Hund plötzlich an zu schnarchen, kann ein Tumor im Bereich der Atemwege der Grund dafür sein.
Schnarchen als Symptom bei akuten Erkrankungen
Beim Menschen gehen Erkältungen oft mit Schnarchen einher. Auch Hunde können sich erkälten und dabei Probleme mit den Atemwegen haben. Auch eine chronische Nasenschleimhautentzündung, Asthma, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung können die Ursache für Schnarchen beim Hund sein.
Zeigt der Hund neben dem Schnarchen weitere Symptome wie verfärbte Schleimhäute, eine flache Atmung, Schwäche oder wird gar bewusstlos, handelt es sich um einen Notfall, der sofort tiermedizinisch behandelt werden muss. Auch eine Herzerkrankung kann Grund für das Schnarchen sein. Ebenso kann Übergewicht Herz und Atemwege belasten und dazu führen, dass ein Hund schnarcht.
Schnarchen und Röcheln als Rasseproblem
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Manche Rassen haben aufgrund ihrer Anatomie Probleme beim Atmen. Bei der sogenannten Brachyzephalie, also Kurzköpfigkeit, sind die Atemwege verengt, das Gaumensegel verlängert und verdickt sowie der Kehlkopf verändert, was Atemprobleme und auch Schnarchen zur Folge hat. Dieses Phänomen ist medizinisch unter dem Namen Brachyzephales Atemnot-Syndrom bekannt und eine Folge von Überzüchtung.
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Wenn Ihr Hund im Schlaf schnarcht, sollten Sie ihn gut beobachten und aufmerksam bleiben, ob weitere Symptome auftreten. In jedem Fall kann ein Besuch beim Tierarzt Klarheit bringen.
