VonSebastian Oppenheimerschließen
In kurzer Zeit möglichst viel Reichweite nachtanken – das wünscht sich wohl jeder E-Auto-Fahrer. Der ADAC hat nun getestet, welche Stromer das am besten können.
Vor einigen Jahren waren Elektroautos noch Exoten auf den Straßen, inzwischen gehören sie fest zum Alltag. Aber es gibt immer noch viele Menschen, die sich keinen Stromer kaufen wollen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Laut einer Reddit-Umfrage gehören der hohe Preis für E-Autos sowie mangelnden Lademöglichkeiten dazu. Auch die teils relativ lange Ladedauer schreckt viele vom Kauf eines Stromers ab – etwa Rallye-Legende Walter Röhrl, wie er kürzlich erklärte. Wer es als E-Autofahrer eilig hat, freut sich über Schnellladestationen. Doch welche Elektroautos tanken dort am schnellsten Strom? Der ADAC hat es getestet.
E-Auto schnellladen: Auf eine stabile Ladekurve kommt es an
Je größer die Ladeleistung eines Elektroautos, beziehungsweise der Ladesäule, desto schneller ist ein E-Auto wieder mit Strom befüllt. Während manche Stromer lediglich mit bis zu 50 kW laden, schafft beispielsweise ein Audi e-tron GT bis zu 270 kW Ladeleistung. Allerdings kommt es nicht nur auf die maximale Ladeleistung, sondern auf die Ladekurve an. Wenn nur kurz eine Spitzenleistung erreicht wird, ist das nicht so gut, wie wenn ein Stromer über einen möglichst langen Zeitraum mit einer hohen Leistung lädt. Ähnlich wie bei der Reichweite ist der entscheidende Faktor beim Laden eines Akkus die Temperatur. Optimal lädt eine Batterie bei ihrer sogenannten „Wohlfühltemperatur“. Ist der Akku zu kalt oder wird er zu heiß, reduziert das Lademanagement die Ladeleistung – und der Ladevorgang dauert länger.
Elektroautos für die Langstrecke: ADAC testet Schnellladefähigkeit von Stromern
Der ADAC hat sich nun die Langstreckentauglichkeit von E-Autos angeschaut. Entscheidend war im Test des Automobilclubs, in welcher Zeit an der Ladesäule ein Stromer wie viel „Reichweite“ nachtanken kann. Dabei spielt auch der Verbrauch eines E-Autos eine Rolle: So lud das Tesla Model 3 beispielsweise im Schnitt mit 106 kW in 30 Minuten Strom für 332 Kilometer, während ein Porsche Taycan – der mit der doppelten Leistung lud – nur Strom für rund 20 Kilometer mehr laden konnte. An der Spitze landete der Hyundai Ioniq 6 2WD (77,4 kWh): Er tankte mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 190 kW in 30 Minuten Strom für 492 Kilometer nach.
Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas




Hier sind die Top-5-Modelle im Test, die komplette Liste gibt es auf der Website des ADAC.
| Modell | Max. Ladeleistung / durchschnittl. Ladeleistung / km in 30 min |
|---|---|
| 1. Hyundai Ioniq 6 2WD (77,4 kWh) | 236 kW / 190 kW / 492 km |
| 2. Mercedes EQS 450+ | 208 kW / 166 kW / 423 km |
| 3. Hyundai Ioniq 5 2WD (77 kWh) | 223 kW / 194 kW / 408 km |
| 4. Mercedes EQE 350+ | 172 kW / 145 kW / 400 km |
| 5. Mercedes EQS 580 | 206 kW / 168 kW / 395 km |
In Zukunft soll das Laden aber noch viel schneller vonstattengehen. Der Hersteller CATL hat einen neuen Akku entwickelt, der in nur zehn Minuten genug Strom für 400 Kilometer laden soll. Und auch ein britisches Start-up namens Nyobolt verspricht einen Super-Akku, der in sechs Minuten voll geladen sein soll. Schon im Jahr 2024 soll die neue Batterietechnik in Produktion gehen.
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