VonAndreas Knoblochschließen
Der Preis für Espresso in Südtirol nimmt kontinuierlich zu. Italienische Fachleute haben eine Prognose für Oktober 2024 abgegeben.
München – Im September 2024, wenn das Oktoberfest in München in vollem Gange ist, werden viele Gäste feststellen, dass sie tiefer in Tasche greifen als erwartet. Der Grund dafür ist, dass auf dem Oktoberfest eine bedeutende Preisgrenze überschritten wurde. In einigen Zelten kostet das Bier nun 15 Euro. Es ist daher beruhigend zu wissen, dass ein beliebtes Frühstücksgetränk wie Espresso noch relativ günstig ist, wenn man den Tag in Italien entspannt beginnen möchte. Doch auch hier könnte eine wichtige Preisgrenze überschritten werden. Nicht 15 Euro, aber für Espresso-Liebhaber könnte es genauso ärgerlich sein wie eine allgemeine Steigerung.
„Der internationale Markt ist außer Kontrolle“: Espresso in Italien könnte 2,50 Euro kosten
Es wurde bereits mehrfach über eine mögliche Erhöhung des Espresso-Preises berichtet, ebenso wie über Preiserhöhungen für Cappuccino. Doch dieses Mal prognostiziert der Besitzer eines Lokals in Südtirol, dass eine wichtige Preisgrenze überschritten werden könnte. „Der internationale Markt für Kaffee ist seit dem Frühjahr 2024 außer Kontrolle“, sagt Luca Torta, der Besitzer eines Cafés in Trient, gegenüber Südtirol News. Trient, gelegen zwischen Bozen und dem Gardasee nahe dem beliebten Lago di Caldonazzo, ist auch für deutsche Urlauber ein beliebtes Reiseziel.
Die Espresso-Trinker könnten vom Endpreis geschockt sein. „Leider könnten wir in einem Jahr zwischen zwei und 2,50 Euro für einen Espresso bezahlen müssen“, warnt Torta. Valentin Hofer, Besitzer einer Kaffeerösterei in Südtirol, erklärte kürzlich den Grund dafür. „In den Anbauländern gab es Frost, in Vietnam Trockenheit. Damit sterben die Kaffeepflanzen, Kaffee fehlt also – und das treibt den Preis.“ In der Provinz Trient könnte die 2,50-Euro-Grenze bereits im Oktober 2024 erreicht werden. Es galt die ungeschriebene Regel, dass ein Espresso nicht mehr als ein Euro kosten darf – allerdings nur für den „Caffè al Banco“.
In Südtirol steigen die Preise generell – „Zeigt nur die touristische Nachfrage an“
Auch die Südtiroler Zeitung stol.it berichtet über die steigenden Preise. „Man muss nicht befürchten, dass die Teuerungsrate wieder auf hohe Niveaus ansteigen wird“, sagt Luciano Partacini. Er ist Direktor des Amtes für Wirtschaftsinformation beim Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) der Handelskammer Bozen. Im Gastgewerbe gab es die größte Preissteigerung. Im Jahresvergleich stiegen die Preise um 6,1 Prozent, wie das Portal weiter berichtet. „Das beweist am Ende nur, dass die touristische Nachfrage hoch ist“, so Patriciani, der weiter ausführt, wer am stärksten betroffen ist: „In erster Linie im Gastgewerbe die Urlauber. Man denke zum Beispiel an die höheren Übernachtungspreise, die von den Gästen getragen werden müssen.“
Patriciani hat noch eine schlechte Nachricht für alle Südtirol-Fans. „Während Kosten italienweit zurückgegangen sind, sind sie in Südtirol nach oben geklettert“, sagt der Direktor über die Wohnnebenkosten. Nicht nur Espresso-Liebhaber, auch Cappuccino-Fans mussten tiefer in die Tasche greifen. Vor allem in Bozen wurden höhere Preise gemeldet.
Ein Ranking hat einen überraschenden zweiten Platz für Italien-Urlauber ergeben. Und die Alien-Garnele bereitet Sorgen am Gardasee, ebenso wie ein „noch nie dagewesene Phänomen“ in Ligurien. (ank)
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