VonRichard Stroblschließen
Für einen Strand-Platz in Italien müssen Urlauber 2024 vielerorts mehr Geld ausgeben. Das ergab eine neue Preis-Studie. Ein Touristen-Ort ist dabei besonders teuer.
Mailand – Türkis-blaues Meer, warmer Sand unter den Füßen, ein Schatten-spendender Schirm ideal positioniert und eine Liege in Nähe zum kühlen Nass, um die Seele baumeln zu lassen. Im Sommer 2024 wird es wieder Tausende deutsche Urlauber nach Italien ziehen, die genau von diesem Traumbild angelockt werden. Doch auch in diesem Jahr müssen Einheimische wie Touristen an den Stränden Italiens tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr.
Diese Vorahnung bestätigt nun eine Studie des italienischen Verbraucherverbandes Altroconsumo. Darin wurden die Preise für Strandplätze in zehn Städten und insgesamt 211 Strandeinrichtungen geprüft. Im Ergebnis müssen wir im Durchschnitt knapp vier Prozent mehr ausgeben, um einen Platz an der italienischen Strand-Sonne genießen zu können. Allerdings gibt es große preisliche Unterschiede zwischen den einzelnen Orten.
Italien-Urlauber müssen mehr zahlen: Preise für Strand-Plätze steigen auch 2024
Genau vor diesen Unterschieden beim Preis warnt auch Altroconsumo in der am 5. Juni 2024 veröffentlichten Studie. Urlauber sollten sich also genau überlegen, ob sie ihre Ferien in Rimini oder etwa Viareggio verbringen. Geprüft wurden zehn Städte, an die es traditionell auch viele deutsche Urlauber zieht. Mit dabei waren Lignano, Rimini, Senigallia, Viareggio, Palinuro, Alassio, Gallipoli, Alghero, Taormina und Giardini Naxos sowie Anzio. In diesen Städten wurden anonym 211 Betriebe kontaktiert, um einen Strandplatz für eine Woche Anfang August – also zur Hochsaison, zu buchen.
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Im Durchschnitt kostet der Spaß 2024 nach Angaben des Verbraucherverbandes 226 Euro für die erste Liegenreihe und eine Woche. Der Preis sinkt, wenn man sich mit einem Platz weiter entfernt vom Meer begnügt. Schon in Reihe zwei zahlt man im Durchschnitt nur noch 210 Euro, in der dritten 199 Euro und in der vierten schon nur noch 186 Euro.
Italiens Strand-Preise steigen: Teuer-Hotspot im Norden – andere Orte überraschend
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gibt es dann einige Überraschungen. So gab es der Studie nach in Lignano, Taormina und Giardini Naxos im Vergleich zum Vorjahr keinen Preisanstieg. In Alghero und Gallipoli stieg der Preis um zwei Prozent, in Alassio, Anzio und Palinuro um drei Prozent, in Rimini um vier Prozent und in Viareggio um fünf Prozent. Spitzenreiter hier ist Senigallia, wo man acht Prozent mehr bezahlen muss – was in etwa der Inflationsrate in Italien entspricht. Interessanterweise bleibt Senigallia trotz der Teuerung der billigste Strand-Standort im Vergleich zu den übrigen.
Der Verbraucherverband erkennt in den Preissteigerungen allgemein einen „langsamen und konstanten Trend“. So steigen die Preise zwar, jedoch abnehmend stark: So waren die Liegenpreise 2022 um zehn Prozent gestiegen, im Jahr 2023 dann „nur“ noch um fünf Prozent und in diesem Jahr um die genannten vier Prozent.
Doch wo ist der Strand-Platz denn nun am billigsten und wo am teuersten? Wie schon gesagt, zahlt man in den verglichenen Städten in Senigallia am wenigsten. Eine der ersten vier Liegenreihen kostet pro Woche Anfang August im Schnitt 145 Euro. Es folgen Rimini (150 Euro) und Lignano (153 Euro). Am tiefsten muss man in der ligurischen Stadt Alassio in die Tasche greifen. Hier kostet ein Liegenplatz im Schnitt 340 Euro. Auf Platz zwei landet mit etwas größerem Abstand Gallipoli in Apulien (275 Euro). Es folgt Alghero mit 220 Euro.
Nach Meinung des Verbraucherverbandes zahlen die Urlauber aktuell die Zeche für das Chaos um die Konzessionen für die Badeanstalten an den Stränden. Demnach bräuchte es mehr Wettbewerb, um die Preise zu senken. Aktuell soll Italien das System zur Vergabe der Konzessionen nach EU-Vorgabe neu regeln. Dies ist allerdings noch nicht geschehen. In dieser Lage bleiben die Genehmigungen vorerst bei den alten Betreibern. Das habe Auswirkungen auf die Preise, „die jedes Jahr teurer und elitärer werden“. Dem Verband zufolge sei es deshalb wichtig, bald zu einer Lösung in der Patt-Situation um die Konzessionen zu kommen. (rjs)

