Katze adoptieren

Vier Punkte, die Sie beachten sollten, wenn Sie eine Tierheim-Katze aufnehmen

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Wer eine Katze adoptieren möchte, muss einige Dinge beachten. Tierheime geben nämlich nicht jedem ihre Schützlinge mit.

Sie haben sich entschlossen, eine Katze aufzunehmen? Als zukünftiger Katzenbesitzer stehen Sie nun vor der Wahl: Tierheim oder Züchter? Dabei hat es viele Vorteile, eine Katze aus der Tierrettung zu nehmen: Ältere Tiere sind oft schon sozialisiert und erzogen. Sie wurden tierärztlich untersucht, gechipt und je nach Alter bereits kastriert. Und natürlich tun Sie auch etwas Gutes, indem Sie einer Tierheim-Katze ein neues Zuhause geben. Bevor Sie jetzt aber losziehen, sollten Sie einige Punkte beachten, die bei der Katzen-Adoption auf Sie zukommen.

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Punkt 1: Sie können nicht einfach irgendeine Katze aussuchen

Ein Tierheim ist kein Supermarkt – Sie können nicht einfach auftauchen und ein Tier auswählen. Bevor Sie sich als neuer Katzenbesitzer qualifizieren, möchte das Tierheim wissen, ob Sie es auch wirklich ernst meinen: „Bei einem Kennenlerntermin fragen wir verschiedene Dinge ab“, erklärt Dr. Eva-Maria Natzer, Leiterin des Tierheims München, auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. „Das betrifft vor allem die Haltung: Wo soll das Tier gehalten werden? Wie viele Personen sind im Haushalt? Wann ist jemand zu Hause, wann muss das Tier alleine bleiben?“

Ein Tierheim ist kein Supermarkt – Sie müssen erst zeigen, dass Sie es mit dem Tier ernst meinen. (Symbolbild)

Möchten Sie Ihre Katze in der Wohnung halten, will das Tierheim wissen, ob Ihr Balkon bereits vernetzt ist oder ob es gar häusliche Beschränkungen gibt, die verhindern, dass Ihre Katze nach draußen kann. Die Mitarbeitenden machen sich auch ein Bild davon, ob der Interessent sich über das Finanzielle im Klaren ist. „Man muss ja nicht nur mit Kosten für die Anschaffung und das Futter rechnen. Unter Umständen fallen ja auch Gebühren für den Tierarzt an.“

Das Tierheim schaut dann mit Ihnen gemeinsam, welche Katze zu Ihren Lebensumständen passt. Übrigens gibt es auch Tiere, die nur mit ihrem besten Freund abgegeben werden. Denn Katzen sind entgegen der landläufigen Meinung keine Einzelgänger.

Punkt 2: Sie dürfen Ihre Katze aus dem Tierheim nicht gleich mitnehmen

„Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Interessenten mehrfach ins Tierheim kommen und sich mit dem Tier beschäftigen. Sie sollen den Charakter der Katze kennenlernen und ihre Bedürfnisse verstehen“, erklärt Dr. Natzer. Bis Sie Ihre Katze dann wirklich bei sich aufnehmen können, braucht es daher mehrere Tierheimbesuche. „Aber die meisten Leute machen das gerne. Das steigert die Vorfreude.“ Eine kleine Ausnahme gibt es, wenn Sie bereits eine Katze besitzen und Sie nicht sicher sind, ob Ihr neuer Stubentiger sich mit dem vorhandenen Mitbewohner versteht. In diesem Fall darf die Katze eventuell bei Ihnen „probewohnen“.

Auch nach der Adoption bleibt das Tierheim mit Ihnen in Kontakt. „Bei uns gibt es einen unangekündigten Besuch von einem Kontrolleur, etwa in den ersten drei bis vier Monaten“, erklärt Dr. Natzer. „Wir wollen schauen, wie die Katze gehalten wird und ob es Probleme gibt. Falls es doch nicht passt, ist die emotionale Bindung bis dahin noch nicht so hoch.“

Katzensprache verstehen: Zehn Signale, die zeigen, dass Ihre Katze Sie liebt

1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein.
1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Im Allgemeinen gelten Katzen als sehr intelligent.
2. Zeichen: Schnurrt eine Katze beim Schmusen, ist das ein eindeutiger „Liebesbeweis“. (Symbolfoto) © Westend61/Imago
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied.
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied. (Symbolbild) © Ardea/Imago
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert.
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert. (Symbolbild) © Westend61/Imago
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher.
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild)
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild)
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild) © Imaginechina-Tuchong/Imago
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste.
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste. (Symbolbild) © Westend61/Imago
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad.
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad. (Symbolbild) © Westend61/Imago
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht.
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Punkt 3: Eine Katze zu adoptieren kostet Geld

Tierheime sind froh, ihre Tiere loszuwerden? Natürlich wünschen sich die Mitarbeitenden, dass ihre Schützlinge ein neues Zuhause finden. Dennoch können Sie sich Ihre neue Katze nicht einfach kostenlos abholen. Die meisten Tierheime verlangen eine Schutzgebühr zwischen 50 und 200 Euro pro Katze. Diese hilft zum einen dabei, die laufenden Kosten abzudecken – so wurde die Katze bereits tierärztlich versorgt, geimpft und vielleicht sogar kastriert. Zum anderen sollen so auch halbherzige Käufer abgeschreckt werden, die vielleicht kurze Zeit später keine Lust mehr auf das Tier haben.

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Punkt 4: Ihre Tierheim-Katze braucht Zeit, um sich einzugewöhnen

Tierheime vermitteln Katzen jeden Alters – von neugierigen Kitten bis zu betagten Senioren. Junge Kätzchen werden sich in der Regel schnell an das Leben bei Ihnen anpassen. Ältere Tiere brauchen aber meist Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen – gerade wenn das Tier bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat. Rechnen Sie also damit, dass es dauern kann, bis Sie einen neuen Freund gewonnen haben. So fällt der Katze der Umzug leichter:

  • Lassen Sie sich eine vertraute Decke, das bekannte Futter und Streu vom Tierheim mitgeben.
  • Stellen Sie den Katzenkorb zu Hause in einem möglichst ruhigen Raum ab und schließen Sie die Zimmertür. Für den Anfang muss das Tier nicht die ganze Wohnung erforschen. Öffnen Sie nun den Korb und geben Sie der Katze die Möglichkeit, herauszukommen, wenn sie sich sicher fühlt.
  • Stellen Sie Futter, Wasser und Katzenklo in der Nähe auf. Hat sich die Katze eingewöhnt, dürfen diese Dinge an ihre endgültigen Orte umziehen.
  • Sorgen Sie für Rückzugsorte im Raum – aber sichern Sie enge Ritzen, in die sich die Katze quetschen und dabei verletzen könnte.
  • Die Katze kommt zu Ihnen – nicht andersrum. Bieten Sie ihr aus Distanz Leckerlis oder ein Spielzeug an, beispielsweise eine Katzenangel. Blinzeln Sie sie langsam an. Das signalisiert: Ich bin dein Freund. Streicheln Sie die neue Katze erst, wenn sie von sich aus zu Ihnen kommt und Sie mit dem Köpfchen anstößt.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Lightpoet/IMAGO

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