Hitze im Sommer

Welche Vierbeiner können eigentlich schwitzen? Wie kühlen sich Vögel oder Pferde ab?

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Wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke knacken, kommen nicht nur wir ins Schwitzen. Doch wie ist das im Tierreich? Rinnt Vögeln, Katzen und Pferden auch der Schweiß?

Obwohl es lästig erscheint, ist das Schwitzen eine clevere Erfindung des Körpers. Denn der Schweiß bewahrt den Organismus vor Überhitzung. Die Schweißdrüsen in der Haut geben Wasser ab, das schließlich verdunstet. Dabei nimmt es Wärmeenergie auf und reguliert so die Körpertemperatur herunter. Doch wie gehen Tiere mit der Hitze im Sommer um?

Um den Schweiß von der Pferdehaut zu waschen, hilft eine kühle Dusche im Sommer. (Symbolbild)

Einen vergleichbaren Mechanismus wie der Mensch besitzen nur wenige Tiere. Pferde beispielsweise können ebenfalls schweißgebadet sein, wenn es richtig heiß oder das Training sehr intensiv ist. Denn die Paarhufer sind mit ähnlich vielen Schweißdrüsen ausgestattet wie Menschen. Durch die effektive Thermoregulation können Rennpferde auch lange Distanzen bei hoher Geschwindigkeit zurücklegen. Übrigens: Auch Kamele, Bären und Raubtiere haben Schweißdrüsen und können schwitzen.

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Keine Schweißdrüsen: Hunde, Katzen und Vögel hecheln bei Hitze

Mangels Schweißdrüsen kühlen viele Tiere ihren Organismus durch Hecheln herunter. Dazu gehören:

  • Hunde: Sobald es ihnen zu warm wird, fangen Hunde an zu hecheln. Über ihre Zunge verdunstet das Wasser an der Luft. „Über die Verdunstungskälte wird dann das Blut in der Zunge gekühlt und dieses kühlt wiederum den Körper“, erklärt Tierexperte Dr. Stefan K. Hetz, Fachreferent für Heimtiere im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), gegenüber RND.de.
  • Katzen: Katzen können zwar schwitzen, besitzen aber nur wenige Schweißdrüsen an haarlosen Körperstellen wie Kinn, Lippen und Anus. Daher regulieren Samtpfoten ihre Körpertemperatur ebenfalls über das Hecheln mit geöffnetem Maul.
  • Vögel: Viele Vögel geben Wärme ab, indem sie beim Ein- und Ausatmen ihren Schnabel öffnen. „Durch die Luftsäcke im Vogelkörper, die wie Blasebälge wirken können, ist dieses Hecheln sehr effektiv“, so Hetz.
  • Kaninchen: Bei Hitze strecken sich Kaninchen lang auf dem Boden aus und hecheln. Überschüssige Wärme leiten die Nager außerdem über die Erde ab, indem sie sich in eine selbst gebuddelte Kuhle legen. Diesen Mechanismus bezeichnet man als Konduktion.

Hund, Katze, Maus und Pferd: So viel kosten die beliebtesten Haustiere im Laufe ihres Lebens

Ein Beagle liegt auf der Seite schlafend auf einem grauen Sofa.
Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren. Im Portemonnaie machen sich besonders die Kosten für Tierarztbesuche, beziehungsweise die Kranken- und OP-Versicherung, sowie Futterkosten und die Hundesteuer bemerkbar. Große Hunde fressen zwar mehr als kleine, leben aber auch meist nicht so lange. Bei einer Lebenserwartung von zehn Jahren kostet der beste Freund des Menschen insgesamt rund 14.400 Euro. © IMAGO/imageBROKER
Eine getigerte Katze liegt seitlich auf dem Tisch und schleckt sich über die Nase.
Die Katze ist der absolute Spitzenreiter unter den Haustieren, was die Beliebtheit angeht. Rassekatzen sind dabei deutlich teurer als Tiere aus einem privaten Wurf oder aus dem Tierheim. Am meisten Geld geben Katzenbesitzer jedoch für Futter, den Tierarzt – beziehungsweise die Kranken- und OP-Versicherung des Vierbeiners – sowie für Katzenstreu aus. Ein Katzenleben von 15 Jahren kostet somit knapp 16.000 Euro. © IMAGO/Cavan Images
Ein schwarzes Pferd galoppiert über die Weide.
Dass Pferde teuer sind, ist kein Geheimnis. Allein die Anschaffungskosten von durchschnittlich 8.000 Euro sind enorm. Den Großteil der laufenden Kosten machen allerdings die Stallmiete sowie die Kosten für den Tierarzt, beziehungsweise die Kranken- und OP-Versicherung aus. Auch die Grundausstattung für ein Pferd ist teuer. Allein ein neuer Sattel kann 2.000 Euro und mehr kosten. Hinzu kommt, dass Pferde mit durchschnittlich 20 Jahren auch besonders alt werden. Im Laufe seines Lebens kommen Kosten von rund 150.000 Euro zusammen. © IMAGO / Panthermedia
Ein hellbraunes Kaninchen mit Schlappohren sitzt auf einem grünen Teppich und frisst ein Blatt.
Die Kosten, die für ein Kaninchen entstehen, sollte man nicht unterschätzen: frisches Futter, Einstreu und Tierarztkosten machen den Großteil der Endsumme aus. Aber auch die Erstausstattung ist teuer, denn Kaninchen brauchen ein großes Gehege. Unterm Strich kostet ein Kaninchen, das acht Jahre alt wird, seinen Halter 12.300 Euro. Da man Kaninchen auf keinen Fall allein halten sollte, kommen die Kosten für das Zweittier noch hinzu. Der Blog kaninchenwiese.de kalkuliert 18.000 Euro für zwei Tiere. © IMAGO/Panthermedia
Ein dreifarbiges Meerschweinchen sitzt im Gras.
Meerschweinchen brauchen ähnlich wie Kaninchen ein großes Gehege mit sauberer Einstreu und täglich frisches Futter. Das schlägt sich im Geldbeutel der Halter nieder. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von sieben Jahren kostet dieses Haustier rund 8.500 Euro. Auch Meerschweinchen wollen mindestens zu zweit leben. Der Blog meerschweinchenwiese.de rechnet mit Kosten von 10.000 Euro für zwei Tiere. © IMAGO/Depositphotos
Ein Dsungarischer Zwerghamster sitzt neben einem bunten Laufrad.
Hamster gehören zu den eher günstigeren Haustieren – was jedoch nicht bedeutet, dass sie anspruchslos sind. Sie brauchen ein großes Gehege mit vielen Buddel- und Versteckmöglichkeiten und täglich frisches Futter. Diese Posten machen den Großteil der Kosten für den Halter aus. Durchschnittlich werden Hamster drei Jahre alt. In dieser Zeit kosten sie etwa 1.600 Euro. © IMAGO/Dreamstime
Zwei gelbe Wellensittiche sitzen nebeneinander auf einem Ast.
Wer Vögel als Haustiere hält, muss ihnen viel Platz zur Verfügung stellen. Eine Voliere, in der die Tiere eine gewisse Strecke fliegen können, kostet ab 400 Euro aufwärts. Tatsächlich machen aber Futter und Einstreu den Großteil der Kosten eines Vogellebens aus. Ein Wellensittich wird beispielsweise acht Jahre alt und kostet seinen Halter in dieser Zeit 3.300 Euro. Weil Wellensittiche nie allein leben sollten, kommen Kosten für ein Zweittier hinzu. © IMAGO/imageBROKER
Eine Königspython liegt auf einem Holzstamm.
Schlangen gehören definitiv zu den exotischeren Haustieren – stehen bei Liebhabern aber hoch im Kurs. Besonders die Stromkosten für den Betrieb des Terrariums kann man mit rund zehn Euro pro Monat berechnen. Am teuersten ist aber das Futter für die eleganten Reptilien, sie fressen kleine Säugetiere und Vögel. Eine Königspython wird beispielsweise zehn Jahre alt und schlägt in dieser Zeit mit rund 5.600 Euro zu Buche. © IMAGO/imageBROKER
Ein oranger Goldfisch schwimmt durch sein Aquarium.
Wer sich für Fische als Haustiere entscheidet, muss für ein geeignetes Aquarium tief in die Tasche greifen. Je nachdem, wie viele Fische man halten möchte, kostet das plus Erstausstattung 200 Euro aufwärts. Ein Goldfisch kann locker zehn Jahre und älter werden. Dafür zahlt sein Halter etwa 3.500 Euro. Da man aber meist mehrere Fische in einem Aquarium hält, kommen die Kosten für die weiteren Tiere hinzu. © IMAGO/imageBROKER
Eine weiße Maus schaut aus einer Papprolle.
Mäuse erfreuen sich in der Heimtier-Szene immer größerer Beliebtheit. Einen großen Posten in der Haltung macht das geeignete Gehege aus. Denn Mäuse brauchen im Verhältnis zu ihrer geringen Körpergröße viel Platz zum Rennen, Klettern und Buddeln. Am teuersten ist jedoch die Ernährung der kleinen Nager. Für Futter und Einstreu sollte man circa 30 Euro pro Monat rechnen. Mäuse können drei Jahre alt werden und kosten ihren Halter dabei circa 1.600 Euro. Da sie am liebsten in kleinen Gruppen leben, kommen auch hier die Kosten für die weiteren Tiere hinzu. © IMAGO/imageBROKER

Fische und Störche haben ausgeklügelte Kühlungsmechanismen

Fische gehören zu den wechselwarmen Tieren. Ihre Körpertemperatur passt sich der Außentemperatur automatisch an. Daher können sie weder schwitzen noch erfrieren. „Über die Kiemen, die für die Atmung eine große Menge Wasser bewegen müssen und wie eine Zentralheizung oder Kühlung wirken, gleichen sich die Temperaturen von Körper und Wasser schnell aus. Wenn es zu warm wird, suchen Fische Wasser mit kühleren Temperaturen auf“, erklärt Hetz.

Andere Tierarten haben sich dagegen erstaunliche Methoden zu eigen gemacht, um ihren Organismus vor Hitze zu schützen. „Störche koten ab und zu auf die Beine, damit das verdunstende Wasser das Blut in den Beinen kühlt“, weiß der Tierexperte. Kängurus benetzen ihr Fell dagegen mit Speichel, um von der Verdunstungskälte des Wassers zu profitieren – ein Mechanismus, der besonders bei niedriger Luftfeuchte wirkungsvoll ist.

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