Warum hecheln Hunde? Was normal ist und wann Sie sich Sorgen machen sollten
VonSophie Kluß
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Menschen schwitzen, Hunde hecheln – dieses Prinzip kennen die meisten. Doch was ist, wenn der Hund mit dem Hecheln nicht mehr aufhört? Wann Sie zum Tierarzt sollten.
Wenn es draußen sehr warm ist oder Ihr Hund sich beim Spielen ausgetobt hat, ist es nicht ungewöhnlich, dass er hechelt. Hunde kühlen sich auf diese Weise ab, da sie im Gegensatz zum Menschen kaum Schweißdrüsen besitzen. Durch starkes Hecheln regulieren die Vierbeiner ihre Körpertemperatur, um nicht zu überhitzen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist in diesem Fall wichtig und sollte auch durch Kontrolle des Urins überprüft werden.
Doch auch Hunderassen mit dem brachyzephalen obstruktiven Atemwegssyndrom (BOAS) hecheln stark. Dazu gehören beispielsweise der Boston Terrier, die Französische und die Englische Bulldogge sowie Mops und Boxer. Die brachyzephalen (kurzköpfigen) Rassen hecheln häufig stärker als Hunde mit einer längeren Schnauze. Aufgrund ihrer zuchtbedingt verengten und verkürzten Atemwege bekommen diese Hunde nicht nur schlechter Luft, sondern können auch schlechter abkühlen und hecheln deshalb mehr.
Ein dritter Grund, weshalb Hunde auffallend hecheln, ohne dass Sie sich Sorgen machen müssen, ist Freude oder Aufregung. Bei manchen Vierbeinern kann große Begeisterung dazu führen, dass sie hecheln und möglicherweise sabbern. In diesem Fall können Hundehalter das Hecheln als normales Verhalten einstufen und müssen nicht tätig werden.
Hund hechelt stark – bei welchen Anzeichen Sie aufmerksam werden sollten
Die Temperatur ist angenehm und Ihr Hund hat sich auch nicht vor Kurzem körperlich angestrengt? Wenn er trotzdem stark hechelt, sollten Sie aufmerksam werden. (Symbolbild)
Hechelt Ihr Hund auch im entspannten Zustand ohne erkennbaren Grund mehr oder schneller als gewöhnlich, sollten Sie ihn zunächst beobachten. Wirkt er außerdem auffallend nervös, könnten folgende Auslöser der Grund für sein intensives Hecheln sein:
Angst, Aufregung, Stress: Auch Gähnen, Unruhe, Winseln, häufiges Lefzenlecken, Zittern und Verstecken kann darauf hindeuten, dass Ihr Hund Angst hat oder gestresst ist.
Schmerzen und Unwohlsein: Hechelt Ihr Hund auch im Ruhezustand auffallend stark, hat er wahrscheinlich Schmerzen. Zieht er sich zurück, verweigert Futter, möchte nicht berührt werden oder lahmt gar, sollten Sie ihn umgehend zum Tierarzt bringen.
Krankheiten und Infektionen: Fallen Ihnen weitere besorgniserregende Symptome wie etwa vermehrter Durst, Gewichtsabnahme oder -zunahme, Probleme mit dem Fell, blasse Schleimhäute, schnelle Erschöpfung, Husten oder Fieber auf, sollten Sie Ihren Hund schnellstmöglich zum Tierarzt bringen. Auch wenn Sie neben dem Hecheln nichts Ungewöhnliches bemerken, Sie aber unsicher sind, ist der Gang zum Arzt empfehlenswert.
Vergiftung: Neben dem starken Hecheln, spricht auch nervöse Unruhe, Zittern und vermehrtes Speicheln sowie Durchfall und Erbrechen für eine Vergiftung, beispielsweise durch den Verzehr von Schokolade, Zwiebeln oder Trauben (auch Rosinen). Auch chemische Putzmittel können für Hunde giftig sein. Bringen Sie Ihren Hund dringend zum nächsten Tierarzt – es besteht Lebensgefahr. Kohletabletten für den Hund in der Hausapotheke zu haben, ist aus diesem Grund unverzichtbar. Sie binden Giftstoffe im Körper und verzögern, dass diese in den Blutkreislauf gelangen. So können Sie wertvolle Minuten gewinnen, während Sie Ihren Vierbeiner zum Tierarzt bringen.
Ein Besuch beim Tierarzt wird Klarheit bringen. Im Anschluss an eine Untersuchung wird er eine Diagnose stellen und entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist. Auch im Fall von Angst und Stress beim Hund wird Ihnen der Tiermediziner wichtige Informationen an die Hand geben, wie Sie Ihrem Vierbeiner helfen können.
Weitere Gründe, warum Hunde auch im Ruhezustand hecheln
Auch Hunde mit Übergewicht hecheln im Ruhezustand und schon bei geringer körperlicher Belastung stark. Ist das bei Ihrem Vierbeiner der Fall, sollten Sie ihn unbedingt auf Diät setzen, da es zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann, wenn Hunde zu dick sind.
Genau wie übergewichtige Hunde hecheln auch trächtige Hündinnen ab einem gewissen Zeitpunkt möglicherweise mehr als gewohnt – nämlich dann, wenn die Geburt kurz bevor steht. Fällt Ihnen jedoch weit vor dem Geburtstermin auf, dass die schwangere Hundedame stark hechelt, sollten Sie das von einem Tierarzt abklären lassen.
Auch nächtliches Hecheln sollte nicht ignoriert werden, ist jedoch oftmals kein Grund zur Sorge. Können Sie die oben genannten Punkte ausschließen, hat der Hund vor dem Schlafengehen wahrscheinlich einfach zu viel gefressen – oder es ist ihm zu warm. Beiden Möglichkeiten können Sie gut vorbeugen, sodass starkes Hecheln in der Nacht bald der Vergangenheit angehört.