Millionen Rentner besorgt

Kritik an Aktivrente: Wird 24.000-Euro-Bonus der Merz-Regierung zur Steuerfalle?

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Die Aktivrente der Merz-Regierung wurde Millionen von Rentnern als steuerfrei verkauft. Doch jetzt droht der Zusatzverdienst zur Steuerfalle zu werden.

Die von der Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) beschlossene Aktivrente kommt, jedoch scheint sie noch mit einigen Fragezeichen versehen. Ab Januar 2026 sollen sich Rentner bis zu 2000 Euro monatlich durch Arbeit hinzuverdienen dürfen – und das sogar steuerfrei. So hieß es zumindest bisher immer… 

Rentnern, die dank Aktivrente bis zu 2000 Euro monatlich dazuverdienen, droht eine Steuer-Falle. (Symbolbild)

Aktivrente der Bundesregierung droht eine Steuer-Falle zu werden

Doch in einem Referentenentwurf zur Aktivrente, der bild.de vorliegt, klingen plötzlich ganz andere Töne an. Darin soll sich eine fiese Falle verstecken. Fakt ist: Die Aktivrente soll schon bald gesetzlich verankert werden. Am Donnerstag, dem 9. Oktober, verkündete die Koalition hier eine Einigung. Gleichzeitig sickerte jedoch durch, dass Rentner, die weiterhin arbeiten, um etwa ihre Altersarmut zu bekämpfen, künftig mehr Steuern zahlen sollen als bislang.

Demnach sei zwar der Zusatzverdienst, wie von der Merz-Regierung versprochen, steuerfrei. Da der Lohn für diesen Job jedoch vom zuständigen Finanzamt auf die Rente gepackt wird, erhöhen sich entsprechend die anfallenden Steuern auf die Rente.

Dieser sogenannte „Progressionsvorbehalt“ bedeutet, dass gewisse steuerfreie Einkünfte den Steuersatz erhöhen können. Andererseits können bestimmte negative Einkünfte, wie ausländische Verluste, den inländischen Steuersatz senken.

Die Aktivrente ist ein bedeutender Schritt in der Rentenpolitik 2026 und bietet neue Chancen – aber genauso wie die Rente mit 70 auch Diskussionsstoff für Betroffene und Gesellschaft. Aber eines ist klar: Für einige Rentner gibt es im Dezember Extrageld und Nachzahlungen für 17 Monate.

So viele Steuern drohen Rentnern durch die Aktivrente

Die drohende Steuerlast für arbeitende Rentner hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) für bild.de durchgerechnet: Demnach könnte die finanzielle Belastung um jährlich Tausende Euro steigen. Heißt konkret: Ein Ruheständler mit einer monatlichen Rente von 1500 Euro müsste künftig bis zu 2928 Euro Steuern pro Jahr berappen. Dies wäre eine Vervierfachung der Steuern, die er ohne Job bezahlen müsste.

Entsprechend mehr Steuern werden es bei höherer Rente. Bei 2000 Euro Rente im Monat wären dies bereits bis zu 3920 Euro im Jahr – satte 2260 Euro mehr als gänzlich ohne Zusatzverdienst durch Aktivrente. Was für Verärgerung sorgen dürfte: Sogar bis dato komplett steuerfreie Rentner, die monatlich bis zu 1000 Euro Rente beziehen, hätten plötzlich eine Steuerlast von maximal 2048 Euro zu stemmen.

Laut bild.de sei Koalitionspartner CDU stinksauer, fordert eine dringende Anpassung das Entwurfs durch SPD-Finanzminister Lars Klingbeil. Steuerfrei müsse steuerfrei bleiben. Immerhin: Ein überarbeiteter Gesetzentwurf zur Aktivrente werde in Kürze präsentiert, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums gegenüber bild.de erklärte.

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