VonStella Henrichschließen
Ikea will erschwinglich für die breite Masse bleiben. Dafür sollen die Preise für 800 Artikel purzeln. Darunter auch Preise für beliebte Regale und Schränke.
Kassel - Geld ist nicht alles, doch wer genug davon hat, gibt anderen gern etwas ab. Heißt es zumindest. Ob dieses altruistische Motiv bei den Schweden jetzt eine Rolle spielt, lässt sich nicht sagen. Eines jedenfalls steht fest: Im Geschäftsjahr 2022/2023 verbuchte das Einrichtungshaus einen Rekorderlös. Grund genug, sich bei seinen Kundinnen und Kunden einmal mehr zu bedanken.
Bereits im Oktober hatten die Schweden verkündet, dass das beliebte Billy-Regal in diesem Jahr um 20 Prozent billiger geworden ist. Jetzt sollen auch die Preise von 800 Artikeln wieder sinken. Ikea Deutschland-Chef Walter Kadnar spricht sogar „vom Verwirklichen einer Vision“, berichtet businessinider.de.
Die Preise von mehr als 800 Artikeln sollen im kommenden Jahr bei Ikea sinken
Mehr als 800 Artikel sollen noch in diesem Jahr und im kommenden Jahr günstiger werden. Darunter Regale und Schränke, ebenso auch Küchen. Wie viel die Preise nach unten gehen, darüber schweigt der Manager noch. Verrät aber bereits soviel: „Unser Wachstum ermöglicht es uns, in eine echte Preisoffensive einzusteigen und dafür im mittleren dreistelligen Millionenbereich zu investieren“, so businessinsider.de weiter.
Sein Unternehmen wolle vielen Menschen einen besseren Alltag ermöglichen - vor allem denjenigen, „für die das Preis-Leistungsverhältnis höchste Priorität hat“, erklärte Kadnar in einem auf der Ikea-Webseite bereits im Mai 2023 veröffentlichtem Interview, in dem er auf die Entwicklung der Ikea-Preise befragt wurde. Nun macht Ikea tatsächlich Ernst damit.
Große Preissenkung bei Ikea - PAX, KALLAX und METOD werden wieder günstiger
Deutschland ist für die Schweden der wichtigste Absatzmarkt. Dahinter folgen USA, Frankreich und Großbritannien. Ikea erzielte hierzulande einen Umsatzrekord von fast 6,4 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr (2022/2023). Das ist ein Plus von 13,3 Prozent. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher kletterte um elf Prozent auf 81,8 Millionen in den insgesamt 54 Einrichtungshäusern. Auch das Online-Geschäft brummte. Rund 5,6 Millionen Menschen kauften online ihre Lampen, Stühle, Tische und Betten ein. Damit trägt das Online-Geschäft inzwischen knapp ein Viertel zum Umsatz bei.
Unser Wachstum ermöglicht es uns, in eine echte Preisoffensive einzusteigen und dafür im mittleren dreistelligen Millionenbereich zu investieren.
Mit dem Start ins neue Geschäftsjahr investiert Ikea nun nach eigenen Angaben „massiv in seine Preise“ mit dem Ziel, rund 800 Artikel - darunter auch die Topseller PAX (Schrank), KALLAX (Regal) und METOD (Küchenmöbel) „zu niedrigeren Preisen anzubieten“. Zuvor waren die Preise infolge gestiegener Kosten für Rohstoffe und Energie um durchschnittlich neun Prozent erhöht worden, berichtet chip.de.
Große Preissenkung bei Ikea - Planungssicherheit für Verbraucherinnen unnd Verbraucher
Welche weiteren Produkte von den angekündigten Preissenkungen im Einzelnen profitieren, darauf wollte Ikea auf Anfrage von hna.de von IPPEN.MEDIA nicht antworten. Als Argument nannte Kadnar bislang „Wettbewerbsgründe“. Andere Anbieter könnten die Preissenkungen dann vorwegnehmen, zitiert sueddeutsche.de den Manager. Eine Sprecherin des Unternehmens verweist nun lediglich darauf, dass Kundinnen und Kunden sich auf der Ikea-Seite „Neuer niedriger Preis“ umsehen könnten.
Doch irgendwann sollte ein angekündigtes Preissenkungsversprechen konkreter werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Budget für eine neue Einrichtung besser planen können. Schließlich hat Walter Kadnar in dem besagten Interview ebenso angekündigt, dass „wir auch weiterhin unsere Preise in regelmäßigen Abständen prüfen und anpassen“. Denn die wirtschaftlichen Herausforderungen seien nach wie vor groß. Gemeint sind damit die gestiegenen Einkaufspreise für das Sortiment sowie für Energie und Transport. Daran dürfte sich trotz erfolgreicher Bilanz sicherlich wenig geändert haben.
Große Preissenkung bei Ikea - Auch Supermärkte und Discounter locken mit günstigeren Preisen
Auch Supermärkte und Discounter locken die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Wochen mit Preissenkungen in die Läden. Lidl senkte radikal die Preise bestimmter Produkte - darunter auch Eigenmarken. Aldi zog mit und senkte die Preise ebenfalls drastisch.
Es ist ein echter Preiskampf im Lebensmittelhandel entfacht, bei dem sich die Händler zu unterbieten versuchen. Die jüngsten Preissenkungen in den Wurstsortimenten des Lebensmittelhandels wurden von Lidl und Kaufland eingeleitet. Doch nicht immer ist diese Preisentwicklung zum Wohle von Konsumentinnen und Konsumenten, wie diverse Preis-Streitigkeiten zwischen Handel und Herstellern immer wieder offenbaren. (sthe)
Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/imago

