VonVivian Wergschließen
Gute Nachrichten für Verbraucher: Supermärkte und Discounter drehen an der Preisschraube – jetzt senkt Aldi Süd erneut die Preise für beliebte Lebensmittel.
Kassel – Es waren harte Zeiten für preisbewusste Einkäufer. Der Ausbruch des Ukraine-Krieges, die anhaltende Energiekrise und hohe Inflation bereiteten der deutschen Bevölkerung zunehmend Sorge. Stetig steigende Lebensmittelpreise sorgten zusätzlich für Verunsicherung und Frustration. Denn Verbraucher mussten im Zuge der erhöhten Preise beim Einkaufen immer tiefer in die Tasche greifen. Discounter haben die Preise für Wurst und Schinken mehrfach enorm angezogen.
Doch das scheint sich das allmählich zu ändern. In den letzten Monaten zeichnete sich ein positiver Trend ab: immer wieder verkündeten Supermärkte wie Rewe und Edeka sowie Discounter wie Aldi, Lidl und Kaufland Preissenkungen bestimmter Produkte an. Nun senken sie erneut reihenweise ihre Preise bei vielen Produkten.
Preissenkungen beim Discounter: Diese Produkte werden bei Aldi Süd günstiger
Wie Focus berichtet, sinken die Erzeugerpreise auf den niedrigsten Stand seit Januar 2021. Das sei wichtig, denn dieser Preisfaktor zeige an, wie sich die „Inflation in den kommenden Monaten entwickeln wird und wie viel die Unternehmen für die Herstellung ihrer Produkte bezahlen“. Diese Produkte werden am Montag (24. Juli) bei Aldi Süd zu einem günstigeren Preis angeboten:
- Der Preis für die 200-ml-Tube Senf der Aldi-Eigenmarke sinkt von 79 Cent auf 49 Cent. Das entspricht einer Ersparnis von 37 Prozent.
- Die 335-g-Packung der Toastbrötchen der Marke „Goldähren“ kostet dann 79 Cent statt bisher 99 Cent, was eine Preisreduzierung von 20 Prozent bedeutet.
- Der Preis für eine 0,75-Liter-Flasche Weißer Burgunder QbA sinkt von 2,99 Euro auf 2,49 Euro. Das macht eine Ersparnis von 16 Prozent aus.
- Bei den Bio-Mini-Schinkenknackern wird der Preis von 4,49 Euro auf 3,99 Euro gesenkt. Verbraucherinnen und Verbraucher sparen 11 Prozent.
- Der Preis für die 100-Gramm-Packung Bio-Farmerschinken sinkt von 2,99 Euro auf 2,89 Euro. Haushalte sparen zehn Cent oder drei Prozent auf den aktuellen Wert.
Aldi gilt als wichtiger Preisgeber. Denn fallen beim Discounter die Preise, ziehen die Mitbewerber automatisch nach. Nachdem die Supermärkte und Discounter zunächst zahlreiche Molkereiprodukte vergünstigt hatten, machte Lidl kürzlich insgesamt 39 Artikel aus dem Eigenmarkensortiment dauerhaft günstiger und sorgte damit für eine schöne Überraschung an den Supermarktkassen. Aldi Süd gab im Juni in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie 2023 bereits über 1000 Produkte reduziert habe.
Preissenkungen bei Aldi, Lidl & Co. sorgen für Entlastungen bei Verbrauchern
Nachdem Nahrungsmittel laut Statistischem Bundesamt (StBA) im vergangenen Jahr im Schnitt 14,9 Prozent, vereinzelt jedoch bis zu erschreckende 25,3 Prozent (Molkereiprodukte und Eier) teurer geworden sind, scheint sich die Preisspirale aktuell wieder etwas zu entspannen. Verbraucher finden derzeit bei Lidl, Kaufland, Aldi Süd, Aldi Nord und Norma günstigere Preise für Tiefkühlkost, Haushaltswaren und Reinigungsmittel. Das größte Sparpotenzial sei laut Focus bei den Eigenmarken der Lebensmittelhändler.
Lidl, Aldi, Edeka und Co. – das steckt hinter den Abkürzungen der Namen




Diese Produktkategorien sind betroffen:
- Geschirrspülmittelkonzentrat (von 1,15 Euro jetzt 95 Cent)
- Kalk-Tabs (von 3,45 Euro nun 3,25 Euro)
- Geschirrreiniger (von 3,15 Euro jetzt 2,95 Euro)
- Rohrreiniger (von 1,49 Euro jetzt 1,25 Euro)
- Glasreiniger (von 1,25 Euro nun 95 Cent)
- Waschmittel Caps (von 4,95 Euro jetzt 4,45 Euro)
- Quelle: Focus.de
Zusätzlich reduzierte Aldi Süd noch die Preise für Schwammtücher, feuchtes Toilettenpapier, Taschentücher und Haushaltsrollen.
Preissturz bei Aldi, Lidl & Co.: Experte hält eine Preiswende im Supermarkt dennoch für unwahrscheinlich
Obwohl immer wieder zahlreiche Preissenkungen bei Supermärkten und Discountern zu beobachten sind, können nach Einschätzung von Volkswirten Verbraucher nicht auf eine durchgreifende Entspannung bei den Preisen hoffen. Grund seien dafür die weiter gestiegenen Rohstoff-, Transport-, Energie-, Produktions- und Personalkosten. Folglich haben viele Hersteller Focus zufolge in den Konditionenverhandlungen Preiserhöhungen gefordert.
„Die Unternehmen haben einen Großteil ihrer gestiegenen Kosten bereits an die Kunden weitergegeben, gleichzeitig hat die Nachfrage nachgelassen“, zitiert der Focus den Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. (Vivian Werg)
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