Supersportwagen

McLaren Artura Spider: Rennmaschine mit Hybrid-Antrieb

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In drei Sekunden von 0 auf 100: Im McLaren Artura Spider pochen zwei Antriebs-Herzen. E-Maschine und Verbrenner leisten 700 PS und 720 Nm Drehmoment.

Ja, was ist denn da los? Wir drücken auf den Startknopf. Stille, absolute Stille! Dabei sitzen wir in einem waschechten, scharf aussehenden Supersportwagen aus dem Hause McLaren. Da röhrt nichts aus den beiden dicken Endrohren am Heck, und auch die sechs Zylinder im 3,0-Liter-Biturbo-V6-Benziner machen keinen Mucks. Wir tasten nach dem Gaspedal – und siehe da, der Wagen, er rollt und rollt. Hybrid heißt das Zauberwort, das alles erklärt. Auch ganz konventionelle Autos wie etwa den Skoda Kodiaq oder den Toyota C-HR gibt es als Hybrid. Neben dem obligatorischen Verbrenner arbeitet klammheimlich noch ein E-Motor mit. Beim McLaren sitzt er im Getriebe. So eine Elektro-Maschine ist in vielerlei Hinsicht durchaus sinnig. Erstens fällt der Nachbar beim Starten nicht gleich aus dem Bett. Zweitens spart man sich einen Gang und damit Gewicht, weil das Rückwärtsfahren das E-Aggregat übernimmt. Und drittens hat es durchaus seinen Reiz, ein luftiges Cabriolet leise wie der flüsternde Wind zu bewegen.

Auf den Straßen von Monaco fühlt sich ein McLaren wie zu Hause - kein Wunder, hier tritt die britische Sportwagenmarke ja auch beim Grand-Prix an.

McLaren Artura Spider: 95 PS starker E-Motor wird aus 7,4 kW-Batterie gespeist

Dieser Artura ist nämlich ein echter Spider. In elf Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h öffnet sich das feste Verdeck und gibt den blauen Himmel frei. Standesgemäß azurblau ist er bei dem Ausflug ins südfranzösische Hinterland. Allerdings endet die Entdeckung der Stille abrupt da, wo Leistung gefragt ist. Wenn der Fahrer auf die Tube drückt, erwacht der Motor brüllend aus dem Schlaf. Theoretisch könnte sich der Hybrid-Artura rein elektrisch 33 Kilometer weit bewegen. Aber eigentlich ist der 95 PS und starke E-Motor, der sich aus einer 7,4 kWh großen Batterie (aufgeladen in 2,5 Stunden) speist, mehr als Leistungsoptimierer gedacht. So wie auch bei der neuen 911er-Generation von Porsche.

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In 8,4 Sekunden von Null auf Tempo 200

Gemeinsam sind sie stark – sehr stark. 700 PS und 720 Nm Drehmoment, da ist Tempo 100 innerhalb von drei Sekunden erreicht. Damit ist der Artura schneller als zum Beispiel der neue Porsche Macan Turbo (3,3s). In 8,4 Sekunden landet die (digitale) Nadel bei Tempo 200. Konnten und wollten wir so nicht nachprüfen, in Frankreich gilt ja ein ordentlich kontrolliertes Tempo-Limit auf den Autobahnen. Und auch die Endgeschwindigkeit von 330 km/h lag außerhalb des Möglichen. Gott sei Dank. Das Verdeck bringt zusätzliches Gewicht in den Wagen. Im Vergleich zum Coupé wiegt das Artura-Cabrio 62 Kilogramm mehr – macht insgesamt aber trotzdem nur 1.560 Kilogramm.

Fast schon spartanisch präsentiert sich das Interieur des McLaren Artura Spiders. Aber das passt ja auch zu einem puristischen Sportwagen. Hier steht das Fahren im Mittelpunkt.

Burn-out auf Knopfdruck: „Spinning Wheel Pull-Away“ kostet aber viel Gummi

Geringes Gewicht, 700 PS, Mittel-Motor zwischen Kabine und Hinterachse – richtig, da fehlt noch etwas, damit die Sportwagenherzen noch höherschlagen. Der Heckantrieb. Selbstverständlich drückt dieser McLaren seine Kraft hinten auf die Straße, unterstützt vom elektronischen Sperrdifferenzial. Der Artura krallt sich förmlich in den Asphalt, Traktion hat der Sportwagen in jeder Lebenslage. Es sei denn, man möchte einen filmreifen Start hinlegen. Den gibt es nämlich auf Knopfdruck. Die Funktion heißt „Spinning Wheel Pull-Away“. Sie lässt die Reifen beim Beschleunigen aus dem Stand heraus voll durchdrehen. Bringt maximale Aufmerksamkeit, kostet ordentlich Gummi und Reifen.

Dezenter ist da der überarbeitete Auspuffsound. Eigentlich sollte er dramatischer klingen als beim Coupé, ein echtes Crescendo hinlegen. Wir fanden ihn angenehm. Der Artura donnert nicht, er grollt eher, so wie der Himmel vor dem Gewitter. Er trompetet nicht, sondern hört sich satt wie ein Waldhorn an. Wer diese Art von Philharmonie schätzt, fährt die kleine Heckscheibe runter und holt sich so den Original-Sound. Wem das noch nicht genügt, bestellt sich noch ein Zusatzlautsprecher mit einer Liveübertragung aus dem Motor.

Der V6-Benziner sitzt direkt hinter der Fahrkabine und noch vor der Hinterachse. Man spricht von Mittelmotor-Konzept. Dadurch ist das Gewicht zwischen vorne und hinten perfekt verteilt.

McLaren Artura Spider: Vielleicht so komfortabel wie noch kein McLaren zuvor

Braucht es alles nicht in unseren Augen und Ohren – denn der Artura Spider ist eigentlich ein Auto für Ladys und Gentlemen. Weil er so komfortabel ist wie vielleicht noch kein McLaren davor. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum Beispiel die Sportsitze, die auch nach langer Fahrt noch bequem sind. Oder, dass trotz des geöffneten Verdecks Windstille herrscht. Und natürlich tragen die adaptiven Dämpfer, die ebenfalls überarbeitet wurden, das entscheidende Scherflein für das komfortable Dahingleiten bei. Wir würden sogar sagen, in dieser Disziplin schlägt der Artura Spider sogar seinen ärgsten Konkurrenten, den Maserati MC 20 Cielo.

Das sind die Formel-1-Autos der Saison 2024

Red Bull fährt in der Formel-1-Saison 2024 im RB20.
Red Bull um Titelverteidiger Max Verstappen geht in der Formel-1-Saison 2024 im RB20 an den Start. © Screenshot X / redbullracing
Die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz junior gehen im neuen SF-24 an den Start.
Die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz junior gehen im neuen SF-24 an den Start. © Screenshot X / ScuderiaFerrari
Im neuen W15 will Mercedes mit seinen Piloten Lewis Hamilton und George Russell wieder vorne angreifen.
Im neuen W15 will Mercedes mit seinen Piloten Lewis Hamilton und George Russell wieder vorne angreifen. © Screenshot X / Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team
Das Auto von McLaren heißt MCL38
Das Formel-1-Auto von McLaren für die Saison 2024 heißt MCL38. © Screenshot X / McLarenF1
Die Fahrer von Aston Martin gehen im AMR24 an den Start.
Die Fahrer von Aston Martin gehen im AMR24 an den Start. © Screenshot X / AstonMartinF1
Alpine geht mit dem A524 in die Saison 2024.
Alpine geht mit dem A524 in die Saison 2024. © Screenshot X / AlpineF1Team
Der FW46 vom Team Williams erstrahlt in einer Kombination aus Blau und Schwarz.
Der FW46 vom Team Williams erstrahlt in einer Kombination aus Blau und Schwarz.  © Screenshot X / WilliamsRacing
Neue Farben beim Team Sauber: Der C44 erstrahlt in auffälligem Grün.
Neue Farben beim Team Sauber: Der C44 erstrahlt in auffälligem Grün. © Screenshot X / stakef1team
Die Racing Bulls gehen mit dem VCARB 01 in die Formel-1-Saison 2024.
Die Racing Bulls gehen mit dem VCARB 01 in die Formel-1-Saison 2024. © Scrrenshot X / visacashapprb
Team Haas um den deutschen Fahrer Nico Hülkenberg geht im VF-24 in die neue Saison.
Team Haas um den deutschen Fahrer Nico Hülkenberg geht im VF-24 in die neue Saison 2024. © Screenshot X / HaasF1Team

In dem britischen Gentleman steckt aber auch ein Biest. Wer von den drei Fahrmodi „Komfort“, „Sport“ und „Track“ letztere wählt, bekommt eine reinrassige Fahrmaschine mit einem harten und kompromisslosen Fahrwerk. Die Lenkung ist direkt und präzise, reagiert schon beim geringsten Einschlag. Man carvt und kurvt nicht. Ist der Rhythmus erst gefunden, tanzt der Artura fast von selbst durch die Kurven. Wie bei einem eng gesteckten Slalom. Beim Beschleunigen merkt man, wie fein abgestimmt new und old school zusammenarbeiten. Das Elektro-Aggregat schiebt gerade in den Drehzahlbereichen an, in denen der Benziner noch schwach auf der Brust ist und die Turbos Luft holen. Ab 4.000 U/min übernimmt der Verbrenner die Verantwortung und sägt sich schon fast linear bis 8.500 U/min durch. Fühlt sich herrlich an – auch wenn es herrlich unvernünftig ist.

Supersportwagen mit Understatement: In der Farbe Blau wirkt der McLaren Artura Spider fast schon dezent, findet Autor Rudolf Bögel.

Unser Fazit zum McLaren Artura Spider

Spaß kostet meistens Geld und großer Spaß großes Geld: So ist das auch mit den Autos. Wer mit dem Neue-Deutsche-Welle-Ohrwurm „Ich will Spaß“ (Markus) zum McLaren-Händler geht und sich das neue Super-Sportwagen-Cabrio Artura Spider holen will, der sollte mindestens 273.000 Euro auf dem Konto haben. Denn ab dieser Summe geht der Spaß erst richtig los. Für die meisten anderen ist dieses Sümmchen ein echter Spaßverderber. Leider. (Rudolf Bögel)

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