Mercedes auf deutschen Straßen bald mit türkisem Licht unterwegs – das steckt dahinter
VonSebastian Oppenheimer
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Rot, orange, weiß: Autos leuchten außen in verschiedenen Farben. Bei Mercedes kommt nun eine neue dazu: Türkis. Wozu ist das gut?
Von Robotaxis ohne Lenkrad sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Am weitesten fortgeschritten beim Thema autonomen Fahren ist hierzulande Mercedes: Seit 2022 dürfen die Fahrzeuge mit dem Stern auf der Haube autonom nach Level 3 fahren. Das Besondere: Wenn das Fahrzeug übernimmt, darf sich bei dieser Automatisierungsstufe der Fahrer anderen Dingen widmen: also Lesen oder Nachrichten auf dem Smartphone schreiben. Zunächst war dies nur bis zu einem Tempo von 60 km/h erlaubt – seit kurzem darf der sogenannte „Drive Pilot“ bis zu einer Geschwindigkeit von 95 km/h übernehmen. Zumindest auf der rechten Autobahnspur und so lange ein Fahrzeug vorausfährt. Nun bekommen die Level-3-Autos eine zusätzliche Leuchten-Farbe – zunächst einmal aber nur zu Testzwecken.
„Markierungsleuchten“ in Türkis: Ein Hinweis für andere Verkehrsteilnehmer
Damit auch die anderen Verkehrsteilnehmer wissen, dass das Fahrzeug gerade autonom unterwegs ist, werden nicht nur Scheinwerfer und Heckleuchten um türkise LEDs ergänzt – auch in den seitlichen Blinkern und den Außenspiegeln werden sie integriert. In Deutschland ist Mercedes laut eigenen Angaben der erste Hersteller, der eine Genehmigung für die sogenannten „Markierungsleuchten“ erhalten hat. Diese gilt bundesweit für Erprobungszwecke – und ist zunächst bis Juli 2028 befristet.
Türkise LEDs bei Level-3-Fahrzeugen von Mercedes: Wichtig für Polizei und Verkehrsbehörden
Durch die türkisen Leuchten sollen beispielsweise auch Verkehrsbehörden und die Polizei leicht erkennen können, ab der Fahrer sich gerade anderen Tätigkeiten widmen darf. Die Idee mit der neuen Farbe im Zusammenhang mit autonomem Fahren gibt es übrigens nicht nur für Fahrzeuge: Auch bei Ampeln könnte es in Zukunft Änderungen geben: Forscher empfehlen eine vierte Ampelfarbe.
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Warum der Stuttgarter Autobauer sich für die Farbe Türkis entschieden hat
Die Farbe Türkis hat Mercedes nach eigenen Angaben aus zwei Gründen gewählt: Zum einen unterscheidet sich die Farbe deutlich von allen bestehenden Fahrzeugbeleuchtungen – und auch von Ampeln oder Warnleuchten. Dadurch wird die Verwechslungsgefahr deutlich reduziert. Außerdem werde die Farbe schnell und zuverlässig von anderen Verkehrsteilnehmern erkennt. Laut dem Hersteller hätten Studien gezeigt, dass Türkis die optimale Farbe für automatisiertes Fahren sei: Sowohl bei physiologischen als auch bei psychologischen Faktoren schnitt Türkis besser ab als andere Farben.