Warum Katzen Möbel zerkratzen – und was Halter dagegen tun können
VonSophie Kluß
schließen
Sie toben sich an Möbeln aus, zerkratzen das Sofa oder zerfleddern Teppiche. Warum manche Katzen das machen und ob Halter es verhindern können, erfahren Sie hier.
Gerade erst sind Sie mit dem Aufbauen des neuen Wohnzimmerschranks fertig geworden und schon schleicht Ihre Katze in einem unbemerkten Moment herbei und jagt ihre Krallen tief in das teure Möbelstück. Was viele Katzenhalter regelmäßig verzweifeln lässt, hat einen Grund, wie ein Forschungsteam der Universität Ankara im Rahmen einer aktuellen Studie herausgefunden hat. In ihrem Beitrag, der im Fachmagazin Frontiers in Veterinary Science veröffentlicht wurde, verraten die Forscher außerdem, welche Faktoren das zerstörerische Verhalten befeuern und wie Katzenhalter ihre wild gewordenen Stubentiger bremsen können.
Warum kratzen Katzen so gerne an Möbelstücken? Studie gibt Aufschluss
Um mehr über das weitverbreitete Verhalten bei Katzen herauszufinden, haben die Wissenschaftler 1.200 Katzenbesitzer aus Frankreich zum Kratzverhalten ihrer Tiere befragt und konnten anhand der Antworten folgende Faktoren identifizieren, die einen Einfluss auf das ungewollte Kratzen von Hauskatzen haben:
Nachtaktivität: Nicht nur zu intensives Spielen, sondern auch nächtliche Spielrunden sind kontraproduktiv und können der Katze Stress bereiten, den sie möglicherweise beim Möbelkratzen wieder abbaut.
Kinder im Haushalt können das Stresslevel von Katzen und damit das Kratzrisiko ebenfalls erhöhen.
Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.
Forschungsteam gibt Tipps, um unerwünschtes Kratzen zu reduzieren
Im Rahmen ihrer Erkenntnisse geben die Wissenschaftler den Katzenbesitzern auch gleich Tipps an die Hand, wie sich die unerwünschte Kratzerei in den Griff kriegen lässt. Mit folgenden Ratschlägen können Sie wildgewordenen Krallenkriegern Herr werden:
„Regelmäßige und kurze, interaktive Spieleinheiten und eine geeignete Spielzeugauswahl können Stress abbauen und somit unerwünschtes Kratzverhalten reduzieren“
Position des Kratzbaums: Nicht nur, dass ein Kratzbaum vorhanden sein sollte, an dem sich die Stubentiger abreagieren können, ist ausschlaggebend. Auch seine Position spielt eine wichtige Rolle: Am sinnvollsten seien laut der Deutschen Presse-Agentur „Stellen im Zuhause, bei denen die Katze auf ihren Revierrundgängen ohnehin regelmäßig vorbeikommt. Ein prominenter Ort im Wohnzimmer oder auch in der Nähe des Lieblingsschlafplatzes könnte also besser geeignet sein als eine versteckte Ecke.“
Spielroutinen sind laut den Fachleuten besser als ein einmaliges wildes Austoben. „Regelmäßige und kurze, interaktive Spieleinheiten und eine geeignete Spielzeugauswahl können Stress abbauen und somit unerwünschtes Kratzverhalten reduzieren“, heißt es in der Studie.
„Sichere Rückzugsorte, erhöht gelegene Beobachtungsplätze und reichlich Spielmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, kann ebenfalls dazu beitragen, Stress abzubauen und die Katze zu eher konstruktiven Aktivitäten zu bewegen“, rät die Erstautorin der Studie, Yasemin Salgirli Demirbas von der Universität Ankara.
Das Erstaunliche: Zwar können Katzenbesitzer das unerwünschte Verhalten ihrer Stubentiger in kontrollierte Bahnen lenken, ganz abstellen lässt sich das Kratzen bei bestimmten Katzen-Kandidaten jedoch nicht. Denn bei ihren Untersuchungen kamen die Forscher ebenfalls zu dem Schluss, dass die Kratz-Vorliebe ein Teil der Persönlichkeit mancher Miezen ist. Ob das Verhalten Ihrer Katze noch normal oder bereits bedenklich ist, können Sie hier nachlesen.