Kratzende Krallenkrieger

Warum Katzen Möbel zerkratzen – und was Halter dagegen tun können

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Sie toben sich an Möbeln aus, zerkratzen das Sofa oder zerfleddern Teppiche. Warum manche Katzen das machen und ob Halter es verhindern können, erfahren Sie hier.

Gerade erst sind Sie mit dem Aufbauen des neuen Wohnzimmerschranks fertig geworden und schon schleicht Ihre Katze in einem unbemerkten Moment herbei und jagt ihre Krallen tief in das teure Möbelstück. Was viele Katzenhalter regelmäßig verzweifeln lässt, hat einen Grund, wie ein Forschungsteam der Universität Ankara im Rahmen einer aktuellen Studie herausgefunden hat. In ihrem Beitrag, der im Fachmagazin Frontiers in Veterinary Science veröffentlicht wurde, verraten die Forscher außerdem, welche Faktoren das zerstörerische Verhalten befeuern und wie Katzenhalter ihre wild gewordenen Stubentiger bremsen können.

Warum kratzen Katzen so gerne an Möbelstücken? Studie gibt Aufschluss

Noch gibt sich diese Katze handzahm … (Symbolbild)

Um mehr über das weitverbreitete Verhalten bei Katzen herauszufinden, haben die Wissenschaftler 1.200 Katzenbesitzer aus Frankreich zum Kratzverhalten ihrer Tiere befragt und konnten anhand der Antworten folgende Faktoren identifizieren, die einen Einfluss auf das ungewollte Kratzen von Hauskatzen haben:

  • Stresslevel: Gestresste Katzen kratzen eher als entspannte Tiere.
  • Falsches Spielverhalten: Eine zu geringe Spielzeit kann dafür sorgen, dass sich Katzen aus Langeweile an den Möbeln austoben. Aber auch ein zu hohes Aktivitätslevel kann Stress für die Stubentiger bedeuten.
  • Nachtaktivität: Nicht nur zu intensives Spielen, sondern auch nächtliche Spielrunden sind kontraproduktiv und können der Katze Stress bereiten, den sie möglicherweise beim Möbelkratzen wieder abbaut.
  • Kinder im Haushalt können das Stresslevel von Katzen und damit das Kratzrisiko ebenfalls erhöhen.

Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.

Eine schlafende Katze.
Auch wenn sie dabei besonders niedlich und hübsch aussehen, hassen es Katzen, beim Schlafen gestört zu werden. Sie benötigen täglich ausreichend Schlaf, um mit ihrer Energie zu haushalten sowie zur Kontrolle des Stoffwechsels. Genauso wenig schätzen die Stubentiger es im Übrigen, wenn man sie beim Fressen stört. © VWPics/Imago
Eine Katze – man sieht nur ihre Beine – sitzt vor zwei aufeinandergestapelten Mandarinen.
Katzen haben ein feines Näschen und können manche beißenden oder stechenden Gerüche nicht ausstehen. Dazu gehören ätherische Öle, der Geruch bestimmter Lebensmittel oder manche Küchendüfte. Zitrusaromen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Essig schlagen manche Katzen direkt in die Flucht. Auch einige Zimmerpflanzen, Blumen oder die ätherischen Düfte von Tannennadeln empfinden Katzen als extrem unangenehm. Der Vorteil: Die meisten der verhassten Pflanzen könnten bei Verzehr giftig sein. Menschengemachte Gerüche wie Haushaltsreiniger und Parfums sind für Katzen überwiegend zu stark und werden daher als störend empfunden. © Pond5 Images/Imago
Ein Babykätzchen versteckt sich.
Neben ihrem feinen Näschen besitzen Katzen auch ein extrem empfindliches Gehör. Damit reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Wird es um sie herum plötzlich laut, können sie nicht zuordnen, weshalb das passiert. Aus diesem Grund ertragen sie keine lauten Geräusche – sogar Streit kann für sie zur Belastung werden. © Panthermedia/Imago
Eine Katze kuschelt sich an eine Frau, die gerade Yoga macht.
Streicheln, kuscheln, anfassen – für Katzen ist das nicht immer ein Genuss. Erfahrene Katzenbesitzer wissen, dass die Stubentiger hin und wieder empfindlich auf Berührungen reagieren können. Lassen Sie die Mieze ihre eigenen Regeln machen und warten Sie am besten darauf, dass sie zu Ihnen kommt. Streicht sie um Ihre Beine oder stupst Sie mit dem Näschen an, möchte sie gestreichelt werden. © Zoonar/Imago
Eine Katze sitzt vor einer geschlossenen Holztüre.
Katzen mögen keine Frustration. Dazu gehören nicht nur verschlossene Türen, sondern auch Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können. Bleibt die Belohnung aus oder wird der Jagdtrieb nicht befriedigt, ist es mit der guten Laune vorbei. Verschlossene Türen hingegen widersprechen der neugierigen Natur von Katzen. Hören sie dann auch noch Geräusche dahinter, wie beispielsweise von ihren Besitzern, kann der Katzenjammer schnell groß werden. © Danita Delimont/Imago
Ein Katzenbaby und ein Entenbaby beschnuppern sich.
Die meisten Katzenbesitzer meinen es gut, wenn sie ihren Tieren tief in die Augen blicken. Was sie dabei nicht wissen, ist, dass Katzen das Angestarrt werden als Bedrohung wahrnehmen. Aus Sicht einer Katze ist es höflich, sie nur kurz anzuschauen. Geheimtipp: Möchten Sie Ihrem Liebling sagen, dass Sie ihn lieben, blinzeln Sie ihn langsam, aber kurz an. © Image Source/Imago
Zwei schwarze Katzen beäugen einen Saugroboter misstrauisch.
Katzen können Staubsauger nicht ausstehen. Sie empfinden ihn nicht nur als zu laut, sondern auch als unberechenbar. Kein Wunder: Er bewegt sich durch das ganze Haus und damit, ohne zu fragen, durch ihr Revier. Er reinigt ihre Lieblingsplätze, aus ihrer Sicht, ohne Grund. Nur wirklich gelassene Artgenossen ertragen den saugenden Mitbewohner. © Westend61/Imago
Eine Katze sitzt mit großen Augen auf einem Menschenarm.
Eine Sache, die fast alle Katzenbesitzer tun, die jedoch für die meisten Katzen ein Graus ist: Die geliebten Haustiere hochheben und sie auf dem Arm tragen. Die gelassenen Exemplare lassen die Tortur über sich ergehen, viele wehren sich jedoch vehement dagegen. Der Grund ist eigentlich offensichtlich. Oftmals werden Katzen in dieser Position dazu gezwungen, ihren empfindlichen Bauch zu präsentieren. Sie sind dann verletzlich und empfinden das Getragen werden als unangenehm. © blickwinkel/Imago
Einer Katze wird ein Duschkopf über ihren Kopf gehalten.
Es stimmt, dass viele Katzen wasserscheu sind. Baden ist für diese Tiere aber nicht nur eine reine Qual, sondern in den meisten Fällen auch unnötig. Genauso verhält es sich, wenn ein verärgerter Nachbar den Wasserschlauch auf die Stubentiger hält. Allerdings ist es möglich, junge Kätzchen frühzeitig an Wasser zu gewöhnen. Ob Baden dann notwendig ist, sollten sich Katzenhalter dennoch gut überlegen, denn für gewöhnlich halten sich die Tiere selbst am besten sauber. In Ausnahmefällen wie Verletzungen oder Alterserscheinungen kann ein Bad jedoch eine sinnvolle Ausnahme darstellen. © YAY Images/Imago
Eine Katze leckt ihre Pfoten mit der Zunge.
Katzen sind sehr reinlich und mögen es auch in ihrer Umgebung am liebsten sauber und gepflegt. Altes Futter oder ein schmutziges Katzenklo können die Samtpfoten daher gar nicht leiden. Taucht in der Katzentoilette also ein Häufchen auf, entfernen Sie es besser und stellen damit sicher, dass Ihre Katze auch beim nächsten Bedürfnis ihr Klo und keinen anderen Ort in der Wohnung wählt. © YAY Images/Imago

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Forschungsteam gibt Tipps, um unerwünschtes Kratzen zu reduzieren

Im Rahmen ihrer Erkenntnisse geben die Wissenschaftler den Katzenbesitzern auch gleich Tipps an die Hand, wie sich die unerwünschte Kratzerei in den Griff kriegen lässt. Mit folgenden Ratschlägen können Sie wildgewordenen Krallenkriegern Herr werden:

„Regelmäßige und kurze, interaktive Spieleinheiten und eine geeignete Spielzeugauswahl können Stress abbauen und somit unerwünschtes Kratzverhalten reduzieren“

Studie im Fachmagazin Frontiers in Veterinary Science
  • Position des Kratzbaums: Nicht nur, dass ein Kratzbaum vorhanden sein sollte, an dem sich die Stubentiger abreagieren können, ist ausschlaggebend. Auch seine Position spielt eine wichtige Rolle: Am sinnvollsten seien laut der Deutschen Presse-Agentur „Stellen im Zuhause, bei denen die Katze auf ihren Revierrundgängen ohnehin regelmäßig vorbeikommt. Ein prominenter Ort im Wohnzimmer oder auch in der Nähe des Lieblingsschlafplatzes könnte also besser geeignet sein als eine versteckte Ecke.“
  • Spielroutinen sind laut den Fachleuten besser als ein einmaliges wildes Austoben. „Regelmäßige und kurze, interaktive Spieleinheiten und eine geeignete Spielzeugauswahl können Stress abbauen und somit unerwünschtes Kratzverhalten reduzieren“, heißt es in der Studie.
  • Sichere Rückzugsorte, erhöht gelegene Beobachtungsplätze und reichlich Spielmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, kann ebenfalls dazu beitragen, Stress abzubauen und die Katze zu eher konstruktiven Aktivitäten zu bewegen“, rät die Erstautorin der Studie, Yasemin Salgirli Demirbas von der Universität Ankara.

Das Erstaunliche: Zwar können Katzenbesitzer das unerwünschte Verhalten ihrer Stubentiger in kontrollierte Bahnen lenken, ganz abstellen lässt sich das Kratzen bei bestimmten Katzen-Kandidaten jedoch nicht. Denn bei ihren Untersuchungen kamen die Forscher ebenfalls zu dem Schluss, dass die Kratz-Vorliebe ein Teil der Persönlichkeit mancher Miezen ist. Ob das Verhalten Ihrer Katze noch normal oder bereits bedenklich ist, können Sie hier nachlesen.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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