Juckende Stiche

Insektenplage im Sommer: Welche Menschen stechen Mücken am meisten?

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Mücken sind eine Plage im Sommer, die manche Menschen mehr betrifft als andere.

Mücken stechen besonders gerne eine bestimmte Art von Menschen. Körpergerüche und Blutgruppen spielen dabei eine Rolle.

Da hat man sich so auf den Sommer gefreut, auf laue Sommernächte und gemütliche Grillabende, und dabei völlig vergessen: Die Mücken haben daran genau so viel Spaß. Die nervigen Insekten sind hierzulande zwar nicht unbedingt gefährlich, können allerdings für unangenehm juckende Stiche sorgen. Und dann gibt es immer diese Menschen, die davon schlichtweg gar nicht betroffen sind, weil die Mücken sie nicht stechen. Woran das liegt.

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Insektenplage: Was für Tiere sind Mücken und warum stechen sie uns?

Stechmücken, wissenschaftlich auch Culicidae genannt, sind eine Familie von Insekten in der Ordnung der Zweiflügler und weltweit verbreitet. Es gibt mehr als 3.000 verschiedene Arten. Mücken sind vor allem in warmen und feuchten Gebieten aktiv, da sie dort ideale Bedingungen für die Vermehrung finden. Manche können Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber und das Zika-Virus übertragen – insbesondere in Indien, Indonesien, Thailand, Malaysia, Afrika sowie Südamerika. Gerade die krankmachende Tigermücke breitet sich jedoch immer weiter in Europa aus und kann auch das Risiko einer Infektion in Deutschland erhöhen.

Während sich männliche Mücken von Nektar und anderen Pflanzensäften ernähren, brauchen Mückenweibchen Proteine und Eisen, die sich in menschlichem Blut befinden, um ihre Eier zu entwickeln sowie Nachwuchs zu produzieren.

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Manche Menschen haben mehr Pech: Wen stechen Mücken am meisten?

Sticht eine weibliche Mücke zu, injiziert sie ihren Speichel, der gerinnungshemmende Substanzen enthält. Zudem kann sie so das Blut leichter aufsaugen. Dieser Speichel löst oft eine allergische Reaktion in der menschlichen Haut aus, die zu Juckreiz und Schwellungen führt, und sich optisch als der bekannte Mückenstich abzeichnet.

Mücken sind sehr wählerisch bei der Wahl ihrer Opfer und nutzen verschiedene Sinne, um ihre Beute zu finden. Nicht alle Menschen sind gleich attraktiv für sie. Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle, wer häufiger gestochen wird. Laut einer Studie, die 2023 in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, werden Mücken von spezifischen Gerüchen und chemischen Signalen angezogen. Diese Gerüche werden durch die Haut und den Atem der Menschen freigesetzt. Zudem reagieren Mücken auf visuelle Reize und die Körperwärme ihrer Opfer.

Wie Dr. Hanan Adib-Tezer, Oberärztin für Dermatologie und Allergologie der Helios Klinik in Wiesbaden, gegenüber Helios Gesundheit erklärte, sind deshalb schwangere Frauen und Menschen mit einem hohen Body-Mass-Index (BMI) besonders beliebte Ziele für Mücken. Der Grund dafür liegt in der erhöhten Körpertemperatur und der vermehrten Kohlendioxidabgabe dieser Personen. Kohlendioxid ist ein starker Anziehungspunkt für Mücken, da es ihnen hilft, ihre Blutmahlzeiten zu lokalisieren.

Auch genetische Faktoren spielen laut Geo eine Rolle. Die individuelle Zusammensetzung der Hautbakterien, also die auf der Haut lebenden Mikroorganismen, beeinflusst, wie attraktiv ein Mensch für Mücken ist. Zudem kann die Blutgruppe eines Menschen beeinflussen, wie attraktiv eine Person für Mücken ist. Personen mit der Blutgruppe 0 sollen häufiger gestochen werden als jene mit den Blutgruppen A oder B. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Rolle von Schweiß, da Mücken besonders von Menschen angezogen werden, die stark schwitzen. Der Schweiß enthält Milchsäure, Ammoniak und andere Stoffwechselprodukte, die für Mücken unwiderstehlich sind.

Von welchen anderen Gerüchen werden Mücken angezogen?

Mücken orientieren sich also stark an Körpergerüchen, um ihre Beute zu finden, aber auch andere Düfte wirken besonders anziehend auf Stechmücken.

Bestimmte Lebensmittel, die man zu sich nimmt, können die Anziehungskraft auf Mücken ebenfalls beeinflussen. Menschen, die viel Bier trinken, werden zum Beispiel häufiger gestochen. Der Konsum von Bier verändert den Körpergeruch, was Mücken anzieht. Laut Helios Gesundheit wirken sich auch Parfums und Deodorants auf das Verhalten der Mücken auf. Stark duftende Kosmetika können Mücken entweder anziehen oder abstoßen, abhängig von den enthaltenen Duftstoffen.

Risiken: Wie gefährlich sind Mückenstiche in Deutschland?

In Deutschland sind Mückenstiche in der Regel harmlos und führen meist nur zu lästigem Juckreiz sowie Hautschwellungen. Dennoch können sie unter bestimmten Umständen auch ernstere Gesundheitsrisiken darstellen, wie allergischen Reaktionen mit. Allergiker sind demnach stärker gefährdet.

Zehn Mücken und Bremsenarten, um die Sie einen großen Bogen machen sollten

Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)
Die zu den Hausmücken zählende Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist eine der häufigsten Arten in Deutschland. Sie kann vermutlich Viren von Vögeln auf den Menschen übertragen. © Westend61/Imago
Kriebelmücke auf Grashalm
Sie sieht aus wie eine Fliege: Spätestens, wenn eine der 57 Kriebelmückenarten in Deutschland schmerzhaft zubeißt, erkennt man seinen Irrtum. Es folgen starker Juckreiz, Schwellungen oder sogar Blutergüsse.  © Pond5 Images/Imago
Zwei Tigermücken auf Haut, eine mit Blut vollgesaugt
Die invasive Tigermücke wurde erstmals im Jahr 2007 in Deutschland nachgewiesen. Heute gibt es sie schon in mehreren Bundesländern. Sie trägt eine schwarz-weiße Musterung mit fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen – und kann das Chikungunya- und Dengue-Virus auf den Menschen übertragen. © agefotostock/Imago
Ringelmücke Culiseta annulata an Blüte
Die sehr häufige Ringelmücke (Culiseta annulata) wird mit ihren etwa 13 Millimetern Körpergröße und den weißen Streifen oft mit der Tigermücke verwechselt. Ihr Stich ist sehr schmerzhaft. © blickwinkel/Imago
Asiatische Buschmuecke, Japanischer Buschmoskito Aedes japonicus
Ursprünglich in Asien heimisch, ist der Japanische Buschmoskito (Aedes japonicus) seit 2008 auch in Deutschland etabliert. Die Mücke könnte das West-Nil-Virus, das Dengue- und das Chikungunya-Virus übertragen. © blickwinkel/Imago
Stechmücke Aedes vexans
Die auch „Rheinschnake“ genannte Stechmücke Aedes vexans tritt in Feuchtgebieten und bei Überschwemmungen massenhaft auf. Sie kann das West-Nil-Virus übertragen. © blickwinkel/Imago
Gnitze, Bartmücke ( Ceratopogonidae ) auf Blatt
Die dämmerungs- und nachtaktiven Gnitzen (Bartmücken) sind mit etwa drei Millimetern sehr klein, mit rund 200 Arten in Deutschland aber auch sehr zahlreich. Stiche sind ziemlich schmerzhaft. © STAR-MEDIA / Imago
Pferdebremse (Tabanus sudeticus) sitzt auf einem Blatt
Eigentlich sieht die Pferdebremse (Tabanus sudeticus) eher unscheinbar aus. Aber ebenso wie die Rinderbremse kann sie mit ihren großen Mundwerkzeugen sehr empfindlich stechen. Erst entstehen Quaddeln, dann eine stark juckende Rötung. © IMAGO/M. Woike
Regenbremse (Haematopota pluvialis)
Die Regenbremse (Haematopota pluvialis) ist hierzulande die häufigste Bremsenart. Theoretisch kann sie Borreliose übertragen, daher sollte man Einstichstellen im Auge behalten. © Karina Hessland/Imago
Goldaugenbremse (Chrysops relictus)
An ihren schillernden Augen erkennt man die Goldaugenbremse (Chrysops relictus) recht gut. Sie bevorzugt beim Stechen die Hals- und Kopfregion. Juckende Stellen nicht aufkratzen! © Pond5 Images/Imago

Mit vermehrten Reisen in tropische Reiseländer und im Hinblick auf klimatische Veränderungen könnte sich die Asiatische Tigermücke mit krankmachenden Erregern auch in Deutschland ansiedeln und verstärkt ausbreiten. Zwar sind diese Fälle in Deutschland bisher selten, aber die Verbreitung dieser Mückenart könnte das Risiko zukünftig erhöhen. Daher ist es wichtig, sich auch in Deutschland vor Mückenstichen zu schützen und aufmerksam zu bleiben, um mögliche Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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