Zeckenspray, Tabletten, Halsband, Shampoo oder Spot-on – beim Kampf gegen Zecken haben Hundebesitzer die Qual der Wahl. Welches Produkt passt zu Ihrem Hund?
Strahlend blauer Himmel und saftig grüne Sommerwiesen. Das freut leider nicht bloß Ihren Vierbeiner, sondern auch viele garstige Achtbeiner. Gerade in hohem Gras lauern jede Menge Zecken, die es auf Ihren flauschigen Kameraden abgesehen haben. Durch Klimawandel und deutlich mildere Winter nimmt die Zeckenplage in unseren Breitengraden stetig zu – selbst in urbanen Gebieten. Dabei können Zecken viele gefährliche Krankheiten auf Ihr Tier übertragen, unter anderem:
- Borreliose
- Anaplasmose
- Babesiose
- Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
- Erlichiose
Gerade Borrelien sind recht häufig und gefährlich. Sie können sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper des Tieres ausbreiten und dann wichtige Organe und das Nervensystem schädigen. Aber auch die seltene FSME und andere Krankheiten können zu chronischen Leiden, entzündeten Nerven und Gelenken oder sogar zum Tod führen. Darum ist es besonders wichtig, die Blutsauger möglichst schnell zu entfernen. Noch besser ist es aber, präventiv zu handeln. Denn es gibt eine ganze Reihe von Mitteln und Methoden, um Ihren vierbeinigen Freund vor den unliebsamen Zeckenbissen zu schützen.
Spot-on-Produkte für Hunde
Zu den beliebtesten Anti-Zeckenmitteln gehören die einfach anzuwendenden Spot-ons. Diese Präparate werden in kleinen Mengen mit einer Pipette auf die Haut des Tieres aufgetragen. Am besten zwischen den Schultern und dem Schwanzansatz, wo der Hund das Mittel nicht ablecken kann. Die systemischen Wirkstoffe dringen in die Blutbahn ein und verteilen sich darüber in allen Hautgefäßen. Sobald eine Zecke Ihren felligen Freund beißt, tötet der Wirkstoff sie ab. Zeckensprays und Shampoos funktionieren auf ähnliche Weise, haben jedoch den Nachteil, dass sie sich nicht selbstständig verteilen – also müssen Sie das gesamte Fell des Hundes mit dem Mittel behandeln.
Vorteile:
- sehr einfache Anwendung
- wirkt relativ lange und effektiv
Nachteile:
- Nebenwirkungen sind möglich.
- Nach dem Auftragen darf der Hund einige Tage nicht ins Wasser.
- Die Stellen dürfen eine Weile nicht gekrault oder von Tieren abgeschleckt werden.
Zeckentablette für Ihren Hund
Tabletten gegen Zecken verabreichen Sie Ihrem Hund einfach mit dem Futter. Am besten getarnt in einem Leckerli – so freut sich Ihr Tier sogar über die Medizin. Wenn die Mittel durch den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf gelangen, wirken sie auf der Haut am gesamten Körper. Die Tabletten halten dabei je nach Wirkstoff mehrere Wochen oder sogar Monate vor.
Vorteile:
- sehr leicht anzuwenden
- Hund darf zu jeder Zeit ins Wasser
- keine Rückstände im Fell
- wirkt sehr lange und sicher
Nachteile:
- Nebenwirkungen wie Zittern und Erbrechen sind möglich
Zeckenhalsband für Hunde
Zeckenhalsbänder funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Spot-on-Präparate. Sie müssen dabei nichts weiter tun, als Ihrem treuen Begleiter das Halsband umzulegen. An dessen Innenseite befinden sich Poren, die den Wirkstoff kontinuierlich an die Haut des Tieres abgeben. Achten Sie lediglich darauf, dass das Halsband eng, aber nicht zu eng anliegt. Es sollten noch zwei Finger zwischen Hund und Halsband passen.
Vorteile:
- Muss einfach nur angelegt werden.
- Hält meist eine ganze Zeckensaison.
Nachteile:
- Sollte vor dem Baden abgenommen werden.
- Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
- Nach Kraulen im Nacken besser die Hände waschen.
Natürliche Mittel gegen Zecken
Im Internet kursieren immer wieder diverse natürliche Hausmittel gegen Zecken. So kommen ätherische Öle, Kokosöl oder Ketten aus Bernstein völlig ohne Chemie aus. Außerdem sind sie in der Regel günstig und verursachen kaum Müll. Doch ihre Wirksamkeit konnte bisher leider nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Wenn Sie in einem Zeckenrisikogebiet wohnen, wenden Sie sich deshalb lieber an den Tierarzt Ihres Vertrauens.
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