VonJonah Reuleschließen
Wenn der Deutsche Wetterdienst vor einem Orkan warnt, wird es sehr stürmisch und gefährlich. Was steckt hinter dem Wetterphänomen und wie verhält man sich richtig?
Kassel – Orkane sorgen auch in Deutschland immer wieder für extreme Wetterverhältnisse. Das Unwetter bringt dabei sehr starke Winde mit sich, die für die Menschen vor Ort ungemütlich und gefährlich werden können. Während Gewitter meist im Sommer vorkommen, treten die Stürme in Europa vor allem zwischen Herbst und Frühling auf. Sie können auch mit kräftigen Regenmengen und Hagel einhergehen.
| Bezeichnung | Orkan |
|---|---|
| Kategorie | Sturmtief |
| Windstärke | 12 |
Orkan: Wie das Sturmtief entsteht
Als einen Orkan bezeichnen Meteorologen und der Deutsche Wetterdienst ein Sturmtief mit der Windstärke zwölf oder ab einer Geschwindigkeit von 118 km/h. Die Windstärke wird anhand von Richtwerten der sogenannten Beaufortskala gemessen. Orkane entstehen vor allem in den kälteren Jahreszeiten, wie Herbst und Winter, wenn die Temperaturunterschiede zwischen dem Nordpolarmeer und den subtropischen Meeren besonders groß sind.
Treffen eisige Luftmassen aus der Polarregion auf warme Luft vom Äquator, entstehen Orkane. Dieses Aufeinandertreffen bezeichnet man als Okklusion. Je größer die Temperaturunterschiede der Luftmassen sind, desto stärker werden Orkane. Sie werden auch als außertropische Tiefdruckgebiete genannt.
Abgrenzung von anderen Sturmtiefs und Wirbelstürmen
Neben dem Orkan gibt es auch noch andere Sturmtiefs und Wirbelstürme: so zum Beispiel die orkanartigen Böen. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Windstärke von der eines Orkans. Tornados und Hurrikans entstehen dagegen auf eine andere Art und Weise. Auch ihr Auftreten unterscheidet sich von dem eines Orkans – ein Überblick:
- Orkan: Sturmtief der Windstärke 12, das außerhalb der Tropen entsteht
- Orkanartiger Sturm/Orkanartige Böen: Vergleichbarer Sturm, allerdings nur mit Windstärke 11
- Tornado: Wirbelsturm, der sich über dem Land bildet
- Hurrikane: Wirbelsturm, der in den Tropen entsteht
Informations- und Schutzmöglichkeiten für den Ernstfall
Im Falle eines Orkans steht die Sicherheit aller stark im Vordergrund. Im Vorfeld versuchen Wetterdienste und Behörden die betroffenen Menschen rechtzeitig vor dem Unwetter zu warnen. Neben den gängigen Kommunikationskanälen, wie zum Beispiel Radio, besteht für jeden die Möglichkeit sich per App über mögliche Gefahren informieren zu lassen.
Zieht ein Sturm auf, so sollte man am besten zu Hause bleiben. Je nach Zeit im Vorfeld eines Sturms sollten weitere Maßnahmen ergriffen werden. Aber auch im Freien kann man sich schützen. Dinge, die laut ASB vor und während eines Sturms getan werden sollten:
- Alle Gegenstände außer Haus vor dem Eintreffen des Unwetters sichern
- Fenster und Türen geschlossen halten
- Haustiere nicht nach draußen lassen
- Autos in Garagen oder weit entfernt von Häusern und Bäumen parken
- Während des Sturms Räume im Erdgeschoss aufsuchen
- Räume mit großer Deckenspannweite und Hallen meiden
- Empfindliche Geräte, wie PCs und Laptops, vom Netz nehmen
- Ungeschützte Orte im Freien meiden
- Abstand von Strommasten und Überlandleitungen halten
- Metallische Gegenstände meiden
- Offenes Gelände meiden
Orkan-Schäden fallen meist sehr hoch aus
Im Anschluss an einen Orkan bietet sich in den betroffenen Regionen meist ein Bild von Verwüstung und Zerstörung. Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und beschädigte Autos sind öfter zu sehen. Wer in Not ist und Hilfe benötigt, sollte sich umgehend an die Feuerwehr wenden. Etwaige Sturmschäden sollten der Versicherung gemeldet werden. (jr)
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago
