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Pflanzen-Ableger über Stecklinge: So vermehren Sie zehn Balkonlieblinge

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Viele Kübelpflanzen lassen sich recht einfach über Stecklinge vermehren. Das müssen Sie bei diesen zehn Pflanzen beachten.

Sie haben einen wunderbaren Lavendel gekauft und wollen mehr davon? Oder vielleicht hat der Nachbar die schönste Rose und Sie sind neidisch? Mit etwas Glück gibt er Ihnen ein Teil davon ab. Denn viele Balkon-, Garten- und Zimmerpflanzen können Sie über Stecklinge vermehren.

Die Lieblingspflanze über einen Steckling „klonen“ 

Beim Schaf Dolly war es ein schwieriges Unterfangen – und auch nur so mäßig erfolgreich. Bei Pflanzen geht es jedoch ganz einfach: Wer Lieblinge vom Balkon klonen will, muss sie nur aus einem Steckling ziehen.

Viele Pflanzen, hier zum Beispiel Rosmarin, können Sie über Stecklinge vermehren.

Das funktioniert so:

  • Trennen Sie von der Mutterpflanze einige gesunde, junge Triebe ab. Diese sollte etwa zehn bis 15 Zentimeter lang sein und gute Blätter besitzen. Schneiden Sie immer direkt unter einem Sprossknoten. Benutzen Sie dafür eine scharfe Gartenschere (werblicher Link). Am besten desinfizieren Sie sie nach jedem Schnitt, um einen Eintrag von Krankheiten zu verhindern.
  • Entfernen Sie alle unteren Blätter, ebenso alle Blüten und Knospen. Der restliche Steckling sollte nur noch wenige, kleine Blätter besitzen. Zwei sind ideal. 
Bevor Sie einen Steckling einsetzen, müssen Sie ihn von Blüten und den meisten Blättern befreien.
  • Stecken Sie den Steckling etwa zur Hälfte in einen kleinen Topf mit Anzuchterde. Gießen Sie ihn gut an.
  • Nun braucht der Steckling Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Gestalten Sie daher ein kleines DIY-Gewächshaus: Stülpen Sie dafür entweder einen durchsichtigen Gefrierbeutel über den Topf. Oder Sie halbieren eine PET-Flasche und benutzen diese als Haube.
  • Stellen Sie Ihre Stecklinge an einen warmen, aber nicht zu sonnigen Ort. Halten Sie die Erde feucht und lüften Sie die Haube täglich.

Mit Glück bilden sich nach etwa zwei bis drei Wochen neue Blätter. Das zeigt Ihnen, dass der Trieb neue Wurzeln gebildet hat. Jetzt können Sie der jungen Pflanze immer mehr Zeit an der frischen Luft gönnen, bevor sie ganz ohne Haube in einen größeren Topf mit nährstoffreicher Erde darf. 

Eine andere Möglichkeit ist es, den Steckling in Wasser zu ziehen. Nehmen Sie dafür ein Glas Wasser und umwickeln Sie es mit dunklem Stoff oder Alufolie. Stellen Sie den Steckling hinein. Noch besser ist es, wenn Sie den Trieb locker mit Moos umwickeln. So hält sich die Feuchtigkeit. Allerdings wird der Steckling hier keine so guten Wurzeln bilden. Der Erfolg ist mit dieser Methode daher weniger wahrscheinlich.

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Diese zehn Balkonpflanzen können Sie über Stecklinge vermehren

Rosen

Der Hochsommer ist die beste Zeit, um Rosen zu vermehren. Nun sind die jungen Triebe schon gut ausgebildet. Verwenden Sie aber nur wurzelechte Mutterpflanzen, keine veredelten.

Efeu

Im September können Sie einen Ranktrieb vom Efeu für die Vermehrung verwenden. Dieser sollte jung und kräftig sein, aber keine Haftwurzeln besitzen. 

Hortensie

Hortensien sollten noch keine Blüten tragen, wenn Sie Stecklinge abschneiden. Daher ist der Frühsommer ideal. Später kann es der jungen Pflanze zu heiß werden.

Olivenbaum

Ein Baum auf dem Balkon? Warum nicht! Einen Olivenbaum können Sie im Kübel halten. Sie erhalten ihn über einen Steckling – allerdings müssen Sie etwas Geduld mitbringen. In diesem Fall sollte der Steckling nicht zu lang sein. Zehn Zentimeter genügen. Schneiden Sie ihn schräg von der Mutterpflanze ab und setzen Sie ihn nur leicht in die Erde. Bis sich neue Triebe bilden, kann es einige Wochen dauern.

Rosmarin

Rosmarin lässt sich ganz einfach vermehren: Schneiden Sie im Frühjahr einen jungen Trieb ab und entfernen Sie die unteren Blätter. Die Temperatur sollte allerdings über 20 Grad Celsius liegen. Sie können das Gewürz daher gut auf der Fensterbank ziehen. Es sollte aber nicht in der prallen Sonne stehen.

Oleander

Wenn Sie Ihren Oleander kürzen, können Sie den Schnitt gleich für Stecklinge verwenden. Das geht von Frühling bis Spätsommer. Tragen Sie dabei Handschuhe, da die Pflanze giftig ist. Im Gegensatz zu anderen Stecklingen ist hier die Wasserglas-Methode ideal.


Hibiskus

Hibiskus zu ziehen ist nicht ganz so einfach – weder über Samen, noch über Stecklinge. Aber versuchen können Sie es: Dafür schneiden Sie im Frühsommer Triebe schräg ab. Halten Sie diese sehr warm und feucht. Am besten bei bis zu 30 Grad Celsius.

Lavendel

Lavendel lässt sich nicht so einfach aus Samen gewinnen. Bei den Stecklingen brauchen Sie ebenfalls einen langen Atem. Wenn Sie im Frühjahr Ihren Lavendel zurückschneiden, können Sie den Schnitt für die Anzucht verwenden. Hilfreich ist es, wenn Sie die Stecklinge in Bewurzelungspulver tunken, bevor Sie diese in die Erde setzen. Verwenden Sie dabei Handschuhe. Auch im Herbst können Sie Stecklinge entnehmen. Dann müssen sie aber im warmen Gewächshaus stehen.

Clematis

Vor oder während der Blüte ist die beste Zeit, um die Clematis zu vermehren. Auch hier schneiden Sie schräg. Bewurzelungspulver wirkt sich positiv auf das Wachstum aus. Achten Sie darauf, dass der Trieb nicht zu viele Blätter besitzt – entfernen Sie daher die äußeren Blätter jedes Stängels. Sprühen Sie die übrigen mit Wasser ein, bevor Sie die Schutzhaube über den Steckling setzen.

Geranien

Sind Ihre Pelargonien verblüht, können Sie sie für Stecklinge verwenden. Der September ist ein guter Zeitpunkt dafür. In diesem Fall eignen sich Triebe, die schon leicht verholzt sind.

Rubriklistenbild: © imageBROKER/O. Diez/IMAGO

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