Exotisches Zwiebelgewächs

Winterhighlight Ritterstern – alles rund um die Pflege der „unechten” Amaryllis

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Was zur Weihnachtszeit mit Tannengrün im Wohnzimmer steht, ist eigentlich keine Amaryllis – sondern der Ritterstern (Symbolbild).
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Der Ritterstern ist umgangssprachlich als Amaryllis bekannt. Damit aus der unscheinbaren Zwiebel Jahr für Jahr neue Blüten austreiben, ist die richtige Pflege entscheidend.

Ob in leuchtend Rot oder strahlend Weiß – die großen Blüten von Amaryllisgewächsen machen sie zu einem echten Blickfang. Besonders während der Weihnachtszeit sind sie beliebt, ob als Schnittblumen oder im Topf. Viele verschenken die Zwiebel der Pflanze mit einer dekorativen Wachsschicht. Wenn die exotischen Blumen verblüht sind, landen sie jedoch oft im Biomüll. Dabei kann die Amaryllis bzw. der Ritterstern weit mehr sein als ein saisonales Dekoobjekt – mit der richtigen Pflege haben Sie viele Jahre Freude daran.

Was viele Liebhaber der schönen Winterpflanze nicht wissen: Die Amaryllen, die zur Weihnachtszeit unsere Wohnzimmer verschönern, haben den Namen eigentlich gar nicht verdient. Sie gehören zur Gattung der Rittersterne, botanisch auch Hippeastrum. Diese zählen lediglich zu den Amaryllisgewächsen und lassen sich in circa 80 Arten unterscheiden. Von der echten Amaryllis gibt es dagegen nur zwei Arten – die Belladonnalilie, auch Amaryllis belladonna genannt und die Amaryllis paradisicola.  

Die Gewächse auseinander zu halten, ist recht einfach. Den Ritterstern erkennen Gärtner an seinem hohlen Stiel. Außerdem blüht dieser von November bis etwa April. Die echte Amaryllis bildet dagegen schon im Spätsommer bzw. im frühen Herbst ihre prachtvollen Blüten aus. Sie hat einen gefüllten Stiel und duftet intensiver als ihre Verwandten.

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Amaryllis pflegen Sie je nach Wachstumsphase – und wechseln jeweils den Standort 

Der Ritterstern kommt ursprünglich aus Südamerika. Dort gibt es immer wieder Trocken- und Regenphasen, an die sich die Zwiebelpflanze angepasst hat. Deshalb haben die Amaryllisgewächse drei verschiedene Vegetationsphasen, in denen sie unterschiedliche Pflege brauchen: Eine Blühphase im Winter, eine Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer und die Ruhephase im Herbst. Je nach Jahreszeit ändert sich auch der präferierte Standort des Gewächses. Während der Wachstumsphase mag der Ritterstern es warm und im Halbschatten – um die 25 °C sind ideal. Während der Ruhephase sollte es ein dunkles, kühles und dennoch frostfreies Plätzchen für die Zwiebel sein. Gut geeignet ist etwa der Keller. In der Blüte ist ein heller Standort mit etwa 20 °C optimal. Bei der Pflege folgen Sie immer einem Schema: 

  • Die Blumenzwiebel kommt in einen Topf mit normaler Blumenerde. Dieser sollte eine gute Drainage haben und so groß sein, dass die Knolle rundherum etwa 2 cm Platz hat.
  • Der eingepflanzte Ritterstern wird einmalig über den Untersetzer des Topfs gewässert.
  • Sobald sich Blätter bilden, darf regelmäßig, aber in mäßigen Rationen gegossen und etwa alle 2 Wochen gedüngt werden.
  • Den Topf mit wachsendem Blütenschaft immer mal wieder drehen, damit ein gerader Stiel entsteht.
  • Von den ersten Knospen bis zur Blüte dauert es etwa 8 Wochen.
  • Den verblühten Schaft abschneiden und die Blätter stehen lassen. Optimal ist es jetzt, etwa 1 Mal die Woche zu düngen.
  • Im August beginnt schon die Vorbereitung auf die Ruheperiode im Herbst. Jetzt heißt es: weniger gießen und nicht mehr düngen.
  • Ab etwa Mitte Oktober sollte gar nicht mehr gegossen werden. 
  • Sind die Blätter vertrocknet und eingezogen, kann man die Zwiebel aus dem Topf nehmen. Bleibt sie dort, verschiebt sich die Blütezeit ins kommende Frühjahr. 
  • Etwa 6 Wochen lagert die Zwiebel an einem dunklen Ort, kühl und trocken.
  • Nach dieser Zeit kann sie wieder eingepflanzt werden und der Zyklus beginnt von vorn.

Tipp: So verschieben Sie die Blüte

Der Ritterstern soll genau zu einem bestimmten Zeitpunkt blühen? Wenn man ihn an einen kühleren Ort stellt, blüht er später bzw. die Blüte hält länger an. Aber Vorsicht: Das Amaryllisgewächs fühlt sich nur bis etwa 16 °C wohl. Wird es dem Ritterstern zu kalt, ist es mit der Blüte schnell vorbei.

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Ein kleiner Geldbaum in Nahaufnahme
Als Sukkulente benötigt der Geldbaum kaum Wasser. Aber dafür etwas mehr Licht. © agefotostock/Imago

Ein bestimmter Pilz hat es auf die Amaryllisgewächse besonders abgesehen – der sogenannte Rote Brenner oder Stagonospora curtisii. Pflanzenbesitzer erkennen ihn daran, dass auf dem gesamten Ritterstern rote bis braune Flecken auftauchen. Ist die Zwiebel betroffen, beginnen die Flecken hier aufzuweichen und zu faulen. Die Rettung: Im frühen Stadium hilft es, die Zwiebel für eine Stunde in eine Kupferlösung zu tauchen.

Die Zwiebel des Rittersterns sollte nicht zu tief in den Topf: eine Vorsichtsmaßnahme vor dem Roten Brenner.

Um den Pilz zu verhindern, sollte man die Zwiebel nicht zu tief einpflanzen – circa die Hälfte sollte aus der Erde herausschauen. Außerdem ist es hilfreich, die Amaryllis nur von unten her zu wässern.

Amaryllisgewächs in Wachs – so retten Sie das Geschenk 

Die Zwiebeln der Amaryllis mit einer Wachsschicht drumherum sind ein beliebtes Geschenk zur Weihnachtszeit. Man kann Amaryllis auch einfach selbst in Wachs gießen. Sie brauchen keinerlei Pflege und bilden schnell von alleine die prächtigen Blüten aus. Doch wohin anschließend mit der behandelten Zwiebel? Durch die Wachsschicht kann sie kein Wasser aufnehmen und geht ohne Hilfe schnell ein. Die Pflanze zu retten ist knifflig, doch einen Versuch wert: Dazu entfernen Pflanzenliebhaber vorsichtig das Wachs. Sind an der Wurzelscheibe noch kleine Wurzelansätze vorhanden, hat die Zwiebel eine Chance, neu auszuschlagen. Dafür kommt die Knolle in feuchtes Moos oder Erde.

Als Geschenk sind gewachste Zwiebeln schön: doch der Zwiebel des Rittersterns tut die Behandlung nicht gut.

Wer Haustiere oder kleine Kinder hat, sollte das Amaryllisgewächs am besten unzugänglich platzieren – vor allem, wenn es im Topf wächst. Denn: Die Zwiebel des Rittersterns ist extrem giftig – schon zwei Gramm können zu schweren Symptomen führen. Die enthaltenen Alkaloide wirken sich auf das Nervensystem aus und führen zu Magen-Darm-Problemen wie Erbrechen, Durchfall oder Koliken. Für Hunde oder Katzen kann die Bekanntschaft mit dem Amaryllisgewächs tödlich enden: Es kann zu Herzrhythmusstörungen und einem Herzstillstand kommen. Besteht der Verdacht, dass der Vierbeiner Teile der giftigen Weihnachtspflanze gefressen hat, sollte schnellstmöglich eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. Übrigens: Die Konzentration der Giftstoffe ist in der Zwiebel am höchsten – jedoch sind diese in geringerer Menge auch im Stiel und den Blüten enthalten.

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