Prognose des Mercedes-Chefdesigners: KI ersetzt in zehn Jahren seinen Job
VonSebastian Oppenheimer
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Auch im Designbereich setzt Mercedes auf künstliche Intelligenz. Der Großteil der Resultate ist momentan noch „Mist“, wie Chefdesigner Gorden Wagener erklärt. Doch das werde sich ändern.
Kaum eine Branche bleibt derzeit von den Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) unberührt. Auch die Automobilindustrie erlebt diesen Wandel. So soll in Zukunft beispielsweise KI alkoholisierte Fahrer am Steuer erkennen. In Nordrhein-Westfalen wurde vor einiger Zeit die erste KI-gesteuerte Ampel Deutschlands in Betrieb genommen. Mercedes-Designchef Gorden Wagener sieht auch im Automobildesign eine bedeutende Rolle für KI.
Mercedes-Designchef: „KI wird die Art und Weise, wie wir entwerfen, drastisch verändern“
In einem Interview mit ABC News erklärte Wagener, dass Mercedes im Design bereits KI-Technologien nutze. Allerdings seien bislang 99 Prozent der Resultate „Mist“. Die Herausforderung bestehe darin, die brauchbaren Ergebnisse von den unbrauchbaren auszusortieren. Doch die Technologie verbessere sich täglich. „KI wird die Art und Weise, wie wir entwerfen, drastisch verändern“, sagte Wagener. „Ich denke, dass in 10 Jahren vielleicht der größte Teil des Designs von der KI übernommen wird und die Designer dadurch überflüssig werden. Mein Nachfolger wird eine Maschine sein und viel billiger sein als mein Gehalt.“
Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener – hier mit dem Vision One-Eleven-Konzept – ist davon überzeugt, dass in zehn Jahren das Design zum Großteil von KI übernommen wird.
Gorden Wagener: Bereits seit 2008 Mercedes-Chefdesigner
Gorden Wagener übernahm 2008 die Position des Chefdesigners bei Mercedes-Benz Cars – im Alter von nur 40 Jahren. Seit 2016 ist er als Chief Design Officer der Daimler AG tätig. Seine Karriere bei Mercedes begann 1997, nachdem er zuvor als Exterieur-Designer bei Volkswagen, Mazda und General Motors gearbeitet hatte. Zu den außergewöhnlichsten Mercedes-Studien unter seiner Leitung zählen der Project Maybach, ein zweisitziges Elektro-Offroad-Coupé, der Vision One-Eleven und das Konzeptfahrzeug Vision Mercedes-Maybach 6.
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Autodesign kann sehr stark polarisieren. So erlebte beispielsweise der Münchner Autobauer BMW bei der Einführung des hochformatigen Riesen-Grills einen Shitstorm in den sozialen Medien. Auch das jüngste Showcar von Jaguar sorgte auf den Plattformen für hitzige Diskussionen, da die extreme Designsprache teils scharf kritisiert wurde.